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Tarifverträge in der Zeitarbeitsbranche

Tarifverträge

Tarifverträge Deutschland

Heute wird im Gegensatz zu noch vor zehn Jahren die große Mehrheit der Zeitarbeitnehmer tariflich entlohnt. Durch Reformen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz von 2002 wurde der Grundsatz der Gleichstellung in die gesetzlichen Regelungen zur Zeitarbeit eingeführt. Der Zeitarbeitnehmer hat demnach Anspruch auf gleiche Arbeitsbedingungen und Bezahlung wie die Kollegen der Stammbelegschaft im Einsatzunternehmen. Von diesem Gleichstellungsgrundsatz kann bei Anwendung eines Tarifvertrages abgewichen werden.

Mindestlohn

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat für die Zeitarbeit eine allgemeinverbindliche Lohnuntergrenze (Mindestarbeitsentgelt) festgesetzt, die seit dem 1. Januar 2012 verbindlich ist. Das Mindestarbeitsentgelt müssen auch Verleiher zahlen, die ihren Sitz im Ausland haben, wenn sie Leiharbeitnehmer für eine Tätigkeit in Deutschland überlassen. Ab dem 01.01.2014 steigt für die etwa 850.000 Leiharbeiter aus Deutschland der Mindestlohn und bis 2016 soll er weiterhin schrittweise erhöht werden.

Flächentarifverträge

In Deutschland gibt es in der Zeitarbeit drei große Flächentarifverträge, die der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), der Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen e.V. (BZA) und der Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister e.V. (AMP) abgeschlossen haben. Die beiden Branchenverbände BZA und AMP haben sich im Frühjahr 2011 zum "Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister" (BAP) zusammengeschlossen. Die Tarifverträge des BZA und des AMP sind auch nach der Fusion in vollem Umfang gültig. Daneben gibt es sogenannte Haus-Tarifverträge, die einzelne Betriebe mit den Gewerkschaften vereinbart haben.

Flächentarifverträge - Entlohnung

In der Regel sehen die Flächentarifverträge neun Entgeltgruppen vor, die die unterschiedlichen Qualifikationen und Tätigkeiten der Zeitarbeitnehmer berücksichtigen. Die untersten Lohngruppen (Entgeltgruppen 1-2) gelten für Hilfstätigkeiten, die keine bzw. nur wenig Anlernzeit erfordern. Für die mittleren Lohngruppen wird eine Berufsausbildung und Berufserfahrung vorausgesetzt (in der Regel Entgeltgruppen 3-5). Die Eingruppierung in die höheren Lohngruppen erfordert in der Regel eine Meister- oder Technikerausbildung. Die höchsten Lohngruppen (Entgeltgruppen 8-9) setzen ein Studium und mehrjährige Berufserfahrung in dem entsprechenden Tätigkeitsbereich voraus. Klauseln im Entgelttarifvertrag können in den ersten sechs Monaten eine Absenkung des Lohnes um bis zu 9,5 Prozent vorsehen.
Zu den Stundenlöhnen der Entgeltgruppen können je nach Tätigkeit und Dauer der Beschäftigung zudem variable Entgeltbestandteile hinzukommen. Hierzu zählen etwa einsatzbezogene Zuschläge oder Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit und Überstunden. Darüber hinaus können auch Jahressonderzahlungen, wie etwa Urlaubs- und Weihnachtsgeld, ausgezahlt werden. Teilweise werden Ihnen auch einsatzbedingte Aufwendungen, wie etwa Fahrtkosten, ersetzt.

Tarifverträge AMP, iGZ und BMP/BZA (Stundenlöhne) - West

Tarifverträge AMP, iGZ und BMP/BZA (Stundenlöhne) - West


Tarifverträge AMP, iGZ und BMP/BZA (Stundenlöhne) - Ost

Tarifverträge AMP, iGZ und BMP/BZA (Stundenlöhne) - Ost

Branchenzuschläge in der Zeitarbeit

Seit dem 1. November 2012 sind die Branchenzuschläge für Zeitarbeitnehmer in Kraft. Sie gelten für die Metall- und Elektroindustrie sowie die Chemieindustrie. Der Branchenzuschlag ist abhängig vom Einsatzbetrieb, der Einsatzdauer und der Qualifikation des Arbeitnehmers und wird auf das jeweilige Stundenentgelt aufgeschlagen. Ein Mitarbeiter erreicht beispielsweise die erste Zuschlagsstufe von 10 % bis 15 % nach einem ununterbrochenen Einsatzzeit von sechs Wochen im Kundenbetrieb.

Tarifunfähigkeit der CGZP

Das Bundesarbeitsgericht hat im Dezember 2010 entschieden, dass die Christliche Gewerkschaft Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP) nicht tariffähig ist und somit keine Tarifverträge abschließen darf. Seither können Zeitarbeiter, die nach dem Tarif der CGZP bezahlt wurden, unter bestimmten Umständen Geld – und zwar die Differenz zwischen ihrem eigenen Lohn und dem eines vergleichbaren Stammbeschäftigten – nachfordern.

Quellen: DGB; IG Metall; AMP; BZA; iGZ

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