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Was ist eine Abfindung und wer bekommt sie?

Abfindung Deutschland

Eine Abfindung ist eine einmalige Zahlung des Arbeitgebers für den Verlust des Arbeitsplatzes. Sie ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Einen gesetzlichen Anspruch auf die Zahlung einer Abfindung gibt es nicht! Abfindungen werden zum Beispiel aufgrund eines Tarifvertrages oder eines Sozialplans oder nach einem außergerichtlichen oder gerichtlichen Vergleich gezahlt. In anderen Fällen sind sie mit einem Aufhebungsvertrag verbunden. Achtung: Eine Abfindung muss voll versteuert werden! Als Faustformel für die Höhe der Abfindung gilt: pro Beschäftigungsjahr ein halbes Monatsgehalt.

Ruht mein Arbeitslosengeld I bei Erhalt einer Abfindung?

Erhältst du von deinem ehemaligen Chef eine Abfindung aufgrund des beendeten Arbeitsverhältnisses, prüft die Arbeitsagentur vorerst, ob die für das Arbeitsverhältnis maßgeblichen Kündigungsfristen eingehalten worden sind. Ist dies nämlich nicht der Fall, kann der Anspruch auf Arbeitslosengeld gemäß § 158 SGB III für einen bestimmten Zeitraum ruhen. In diesem Fall wird die Auszahlung verschoben. Die Dauer des Anspruchs verkürzt sich jedoch nicht - soweit nicht zusätzlich eine Sperrzeit eintritt. Außerdem solltest du beachten, dass kein Kranken- oder Pflegeversicherungsschutz besteht, solange der Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht.

Wie lange ruht der Anspruch?

Der Anspruch auf Arbeitslosengeld I ruht maximal ein Jahr. Meistens solange, wie das Arbeitsverhältnis - unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist - gedauert hätte. Bei einer geringen Abfindung kann das Ruhen aber auch verkürzt werden.

Ausnahme: Leistungen für die Rentenversicherung

Bei Arbeitnehmern, die 55 Jahre und älter sind gilt: Zahlt dir dein Arbeitgeber kündigungsbedingt Leistungen für deine Rentenversicherung, um Rentenminderungen durch eine vorzeitige Inanspruchnahme zu verringern, werden diese Leistungen von der Arbeitsagentur nicht als Entlassungsentschädigung berücksichtigt.

Wonach richtet sich die Kündigungsfrist?

Die Kündigungsfrist bei einer ordentlichen Kündigung richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen oder ist im geltenden Tarifvertrag oder dem konkreten Arbeitsvertrag festgehalten. In Fällen, in denen ein besonderer Kündigungsschutz vorliegt, z.B. bei Mitgliedern eines Betriebsrates oder bei Schwangeren, gelten für das Ruhen des Anspruchs auf Arbeitslosengeld die Kündigungsfristen, die der Arbeitgeber ohne den besonderen Kündigungsschutz einzuhalten hätte. Wird ein Arbeitsverhältnis beendet, bei dem eine ordentliche Kündigung durch den Arbeitgeber zeitlich unbegrenzt ausgeschlossen ist – z.B. durch die tarifvertragliche Regelung zu Lebensalter und Dauer der Betriebszugehörigkeit – gilt für das Ruhen des Anspruchs auf Arbeitslosengeld eine fiktive Kündigungsfrist von 18 Monaten.

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