Formulierungen im Arbeitszeugnis
Geheimcode entschlüsseln
Der Arbeitgeber ist insbesondere bei einem qualifizierten Arbeitszeugnis verpflichtet, dem Arbeitnehmer ein Arbeitszeugnis auszustellen, das keine negativen Äußerungen enthält. Für mittelmäßige und schlechte Arbeitszeugnisse hat sich deshalb eine Zeugnissprache etabliert, die sich gut anhört, jedoch schlechte Leistungen trotzdem kenntlich macht.
Gute Leistungsbewertungen erkennt man vor allen an der Verwendung von Superlativen und Zusätzen wie "stets, immer, hervorragend, außerordentlich". Die zusammenfassende Leistungsbewertung eines Arbeitnehmers entspricht unserem Schulnotensystem.
Zusammenfassende Leistungsbeurteilung
|
Leistungszusammenfassung im Arbeitszeugnis |
Bewertung |
|
Wir waren mit den Leistungen von Herrn/Frau ... stets außerordentlich zufrieden. |
sehr gut |
|
Herr/Frau … erledigte alle Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit. |
gut |
|
Herr/Frau … erledigte alle Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit. |
befriedigend |
|
Herr/Frau … erledigte alle Aufgaben zu unserer Zufriedenheit. |
ausreichend |
|
Herr/Frau … war bemüht, die ihm/ihr übertragenden Aufgaben zu erledigen. |
mangelhaft |
Beispiele für Formulierungen im Arbeitszeugnis, die auf schlechte Leistungen schießen lassen
|
Formulierung im Arbeitszeugnis |
Bedeutung |
|
... erledigte alle Arbeiten mit großem Fleiß und Interesse. |
Die Arbeitsmotivation war vorhanden, führte aber (meist) nicht zu einem Erfolg. |
|
... hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt. |
Die Leistung des Arbeitnehmers waren sehr schwach. |
|
… hat stets versucht unseren Ansprüchen zu genügen. |
Die gewünschten Leistungen konnten vom Arbeitnehmer nicht erbracht werden. |
|
… trug durch Geselligkeit zum Betriebsklima bei. |
Der Arbeitnehmer war öfter alkoholisiert. |
|
Umfassendes Wissen machte sie/ihn zu einer/einem gern gesehenen Gesprächspartner/in. |
Führte während der Arbeitszeit gerne lange Privatgespräche. |
|
... möchten wir seine Fähigkeiten hervorheben, die Aufgaben mit vollem Erfolg zu delegieren. |
Der Arbeitnehmer war wenig engagiert, sondern gab die anfallende Arbeiten lieber an die Kollegen weiter. |