Sonntag, 03.06.2012



Betriebliche Weiterbildung
Zahlen und Fakten
Berufliche Weiterbildung spielt auf dem Arbeitsmarkt eine zunehmend größere Rolle. Aus Sicht vieler Betriebe reicht die berufliche Erstausbildung heute oft nicht mehr aus, um wettbewerbsfähig zu bleiben und technisch-organisatorische Veränderungen zu bewältigen. Demzufolge haben in den letzten Jahren auch die Weiterbildungsaktivitäten zugenommen, wie das IAB-Betriebspanel zur betrieblichen Aus- und Weiterbildung ergab. Um zu erfassen, welche Betriebe ihre Mitarbeiter weiterbilden, werden die Betriebe jährlich direkt zu ihren Weiterbildungsaktivitäten befragt.
Gegenüber 2001 haben 2008 dreizehn Prozent mehr Betriebe Weiterbildung als Möglichkeit der Personalentwicklung genutzt. 2008 waren knapp die Hälfte aller Betriebe weiterbildungsaktiv.
Weiterbildungsaktivität der Betriebe nach Betriebsgröße und Branche
Arbeitnehmer in kleineren Betrieben mit bis zu neun Beschäftigten nehmen wesentlich seltener an Weiterbildung teil. 2008 boten lediglich 40 Prozent der kleinen Betriebe Weiterbildung an oder unterstützten diese. Dagegen waren es bei Betrieben ab 500 Mitarbeitern 98 Prozent.

Die Bemühungen der Betriebe, ihre Beschäftigten weiterzuqualifizieren, sind je nach Branche recht unterschiedlich. Die Spanne reicht von 16 bis 80 Prozent der Betriebe einer Branche. Besonders hoch sind die Weiterbildungsaktivitäten in Bereichen wie Gesundheits- und Sozialwesen (78%), Erziehung und Unterricht (80%), öffentliche Verwaltung (79%) sowie im Kredit- und Versicherungsgewerbe (74%). Branchen mit sehr geringem Engagement sind das Gastgewerbe (16%), die Land- und Forstwirtschaft (33%) sowie das Baugewerbe (35%).

Weiterbildungsquote – Anteil der an Weiterbildung teilnehmenden Beschäftigten
2008 haben gut 26 Prozent aller Beschäftigten an Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen. Vor allem qualifizierte Mitarbeiter profitieren von den betrieblichen Weiterbildungsbemühungen. 2007 nahmen 29 Prozent von allen qualifizierten Beschäftigten an Weiterbildung teil, während es bei den in einfachen Tätigkeiten beschäftigten Arbeitnehmern lediglich 10 Prozent waren. Besser sah es in den Bereichen Bergbau und Energie sowie im Gesundheits- und Sozialwesen aus. Dort nahmen über 20 Prozent der gering Qualifizierten an Weiterbildung teil.
Anteil der an Weiterbildung teilnehmenden Beschäftigten (IAB-Betriebspanel 2001-2008)
Deutschland 2001 2003 2005 2007 2008
Alle Beschäftigte 18% 23% 21% 22% 26%
Qualifizierte Beschäftigte 21% 28% 23% 29% -
Beschäftigte in einfachen Tätigkeiten 6% 11% 8% 10% -

Die Bundesagentur für Arbeit fördert z.B. mit dem „WeGebAU“-Programm die berufliche Weiterbildung von gering qualifizierten und älteren Beschäftigten. Knapp ein Viertel der Betriebe, die WeGebAU (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen) kennen, nutzen diese Förderung. Die Arbeitnehmer können hierbei Teilqualifikationen erwerben oder fehlende Berufsabschlüsse nachholen. Ziel ist es, das Erwerbslosigkeitsrisiko von Geringqualifizierten zu mindern. Der Anteil der Personen ohne Berufsabschluss ist bei den registrierten Arbeitslosen mit 39 Prozent doppelt so hoch wie bei den Erwerbstätigen.
Quellen: Bundesinstitut für Berufsbildung, Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2010; IAB-Kurzbericht 11/2010: Präventive Arbeitsmarktpolitik. Impulse für die Berufliche Weiterbildung im Betrieb; IAB-Forum 1/2010: Qualifikation des Arbeitskräfteangebots in Deutschland


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