Schufa-Bonitätsauskunft – Einfach erklärt

Der Wohnungsmarkt ist hart umkämpft und Vermieter haben häufig die Wahl zwischen vielen Interessenten. Ein wichtiger Aspekt bei der Auswahl ist die Kreditwürdigkeit. Um auf Nummer sicher zu gehen, verlangen viele Vermieter vor Abschluss eines Mietvertrages eine Schufa-Bonitätsauskunft von den potentiellen Mietern. Was das genau ist und was es zu beachten gibt, erfahren Sie hier.

Mann recherchiert am Laptop
© Max Kegfire/iStock

Was ist die Schufa-Bonitätsauskunft?

Die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist Deutschlands führender Informations- und Servicepartner für Wirtschaft und Verbraucher. Ihre Informationen bilden eine wichtige Grundlage zum Aufbau von Vertrauen zwischen zwei Geschäftspartnern.

Als Mieter erhalten Sie mit der Schufa-Bonitätsauskunft einen beweiskräftigen Nachweis der eigenen Bonität, um Vertrauen zwischen Ihnen und Ihren Vermietern aufzubauen. Die erläuternden Informationen der Schufa-Bonitätsauskunft enthalten einen Orientierungswert und die sogenannten Basis -oder Branchenscores. Je höher der Wert ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Zahlungspflichten erfüllt werden. Die Berechnung basiert auf den zu Ihrer Person bei der Schufa gespeicherten Daten.

Als Privatperson erhalten Sie lediglich einen Basiscore, der Ihnen zur Selbsteinschätzung dient. Die Branchenscores werden an Ihre Geschäftspartner übermittelt und sind von Branche zu Branche unterschiedlich.

Was ist Bonität?

Die Bonität oder Kreditwürdigkeit beschreibt, ob Sie beispielsweise offene Rechnungen zuverlässig begleichen.

Die Schufa-Bonitätsauskunft zusammengefasst:

Die Schufa-Bonitätsauskunft setzt sich aus einem Anschreiben, dem Zertifikat und den erläuternden Informationen zusammen.

  • Das Zertifikat dokumentiert die finanzielle Zuverlässigkeit.
  • Die erläuternden Informationen beinhalten weitere Informationen: Den tagesaktuellen Schufa-Orientierungswert, die Schufa-Branchenscores und die Schufa-Daten zu Ihrer Person.
  • Alles zusammen für nur 29,95€ inkl. MwSt.

Welche Daten speichert die Schufa?

Die Schufa speichert lediglich Basisdaten und finanzielle Informationen.

  • Persönliche Daten wie z.B. Name, Anschrift oder Geburtsdatum
  • Daten über Bank- und Kreditkartenkonten sowie Bürgschaften
  • Daten über bestehende Leasing-, Kredit- oder Mobilfunkverträge
  • Eventuelle Zahlungsstörungen bzw. Kündigungen
  • Vollstreckungsmaßnahmen z.B. die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung oder eine Privatinsolvenz

Nicht von der Schufa gespeichert werden Daten zu Ihrem Einkommen, Arbeitgebern, Familienstand und Ihren Vermögenswerten.

Wer bekommt welche Daten zu sehen?

Die Schufa-Bonitätsauskunft beinhaltet zwei Dokumente. Eins geben Sie Ihrem Vermieter und das andere behalten Sie. Denn in Ihrem Dokument sind ausführlichere Informationen enthalten.

Für Vermieter

Ihr Vermieter bekommt, je nach Ihrer aktuellen Kreditwürdigkeit, folgende Informationen:

Es liegen entweder

  • ausschließlich positive Daten über Sie vor (keine weiteren Informationen),
  • Zahlungsausfälle zu Ihrer Person vor (Ausfälle werden erläutert),
  • oder keine Informationen aus relevanten Quellen (beispielsweise öffentliche Verzeichnisse des Amtsgerichts) zu Ihrer Person vor.

Für Mieter

Ihnen werden alle der Schufa vorliegenden Daten zu Ihrer Person offengelegt, wie beispielsweise Informationen zu:

  • Kundenkonten
  • Mobilfunk-, Telefon- und Internetanbietern
  • Krediten und Banken




Darf mein Vermieter eine Schufa-Auskunft verlangen?

Eine eigenständige Schufa-Abfrage durch den Vermieter bzw. Makler, ohne Vorliegen einer Einwilligung durch den Vertragspartner, ist nicht erlaubt. Ein solches Einverständnis holt man in der Regel schriftlich durch die sogenannte Schufa-Klausel ein, wie man es von Leasing- oder Kreditverträgen kennt. Es ist zwar möglich das Einverständnis mündlich einzuholen, ist im Streitfall allerdings nur schwer nachzuweisen. Wenn Sie sichergehen wollen, dass Sie Ihre Traumwohnung bekommen, geben Sie Ihre Schufa-Auskunft am besten freiwillig bei der Wohnungsbesichtigung ab.

Paar spricht mit der Vermieterin
© SolisImages/iStock

Wann werden die Daten gelöscht?

Ihre Daten werden von der Schufa nur für eine gewisse Zeit gespeichert und bis auf ein paar Ausnahmen nach 3 Jahren gelöscht.

  • Anfragen von Vertragspartner-Unternehmen der Schufa (beispielsweise Online-Shops, die Ihre Identität überprüfen): Nach 12 Monaten
  • Kredite: 3 Jahre nach der vollständigen Rückzahlung
  • Bürgschaften: Nach Erlöschen der Hauptschuld
  • Daten über die nicht vertragsgemäße Abwicklung von Geschäften: 3 Jahre nach dem Begleichen der Forderung
  • Giro- und Kreditkartenkonten: Sofort nach der Auflösung durch den Kunden
  • Kundenkonten des Handels: Nach 3 Jahren
  • Daten aus den Schuldnerverzeichnissen des Amtsgerichts: Nach 3 Jahren

Sobald alle Forderungen beglichen wurden, ist es möglich eine vorzeitige Löschung der Daten zu beantragen. Dafür nehmen Sie Kontakt zur Schufa und Ihrem Gläubiger auf und bitten den Gläubiger, der Löschung des Eintrages zuzustimmen. Anschließend wird Ihr Eintrag gelöscht.

Schufa-Bonitätsauskunft und Mieterselbstauskunft – Der Unterschied

Die Schufa-Bonitätsauskunft

  • informiert über die Kreditwürdigkeit der Interessenten.
  • sorgt für wirtschaftliche Absicherung des Vermieters.

Die Mieterselbstauskunft

  • informiert über persönliche, wirtschaftliche und familiäre Zustände und wird vom Mieter selbst ausgefüllt.
  • hilft dem Vermieter dabei, den passendsten Interessenten auszuwählen.

3 Tipps bei einer negativen Schufa

Sie haben einen negativen Schufa-Score? Kein Grund zur Panik. Die Wohnungssuche wird zwar komplizierter, doch nicht unmöglich.

  • Bieten Sie an eine höhere Mietkaution zu zahlen – Auch wenn die maximale Kaution 3 Monatsmieten beträgt, zeugt es von gutem Willen und Zahlungsbereitschaft.
  • Bevorzugen Sie private Vermieter statt Wohnungsgesellschaften – Die private Vermietung von Wohnungen folgt oft weniger strengen Regeln.
  • Konzentrieren Sie sich auf Wohnungen, die schon länger leer stehen – Leerstehende Wohnungen haben meist einen kleinen “Haken” und sind leichter zu bekommen.