Biowetter in Deutschland

Wenn du eine Pollenallergie hast oder bei größeren Temperaturschwankungen unter Kopfschmerzen oder Schwindelanfällen leidest, solltest du dich unbedingt mit dem Biowetter auseinandersetzen. Denn sowohl der Pollenflug als auch die Wetterfühligkeit gehören dazu. Erfahre hier alles rund um das Biowetter und welche Einflüsse es auf dein Leben haben kann.

Pollenflug Frühling
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Was ist Biowetter?

Wenn wir von Biowetter sprechen, handelt es sich um ein Thema aus der Medizin-Meteorologie. Das Wetter und die Witterungsverhältnisse können nämlich die Gesundheit des Menschen beeinflussen. Wenn es abrupte Temperaturwechsel gibt, fühlen sich viele Menschen häufig schwach oder müde. Das Biowetter beschäftigt sich somit mit folgenden Themen: Wie beeinflusst das Klima wetterfühlige Menschen? Wie hoch ist der UV-Index, was macht dieser mit uns und wie belastend ist der Pollenflug?

Kurz erklärt: Pollenflug

In Deutschland leiden viele Menschen unter Pollenallergien, vor allen Dingen unter Heuschnupfen. Mal ist es die Birke, die Erle oder verschiedene Gräser, die die Gesundheit beeinträchtigen. Das Biowetter gibt Auskunft über die Pollenflugzeiten. Somit kannst du dich darüber informieren, wo und wann eine erhöhte Belastung welcher Pollen besteht.

Das sind 8 der am häufigsten auftretenden Pollenarten:

  • Birke
  • Erle
  • Hasel
  • Kiefer
  • Linde
  • Pappel
  • Roggen
  • Weide

Kurz erklärt: UV-Index

Auch der UV-Index spielt beim Biowetter und den Auswirkungen auf den Menschen eine Rolle. Der UV-Index sagt nämlich aus, wie stark die ultravioletten Sonnenstrahlen sind. Diese lösen einen Sonnenbrand aus. Wenn die Intensität der Strahlen einen Wert von 5 oder höher hat, solltest du dich vor der Sonne schützen. Entweder cremst du dich mit Sonnenschutz ein oder trägst einen Hut und Sonnenbrille. Dadurch kannst du deine Haut vor Sonnenbrand und den daraus eventuell entstehenden Haut-Krankheiten schützen.

Was ist Wetterfühligkeit?

Wetterfühlige Menschen reagieren auf Wetterumschwünge viel empfindlicher als Menschen, die nicht wetterfühlig sind. Laut dem Institut für Demoskopie Allensbach leiden 54% in Deutschland unter dieser Belastung. Das bedeutet: Manche Menschen spüren einfach, wenn sich das Wetter ändert. Der Körper muss sich erst darauf einstellen, dass sich die Temperatur verändert – egal ob von heiß zu kalt oder oder umgekehrt.

Am allerbesten ist übrigens die stabile Hochdrucklage. Da fühlen sich die wenigsten Menschen belastet.

Wenn du dich also bei schnellen Wetterveränderungen und Temperaturwechseln müde und erschöpft fühlst, ist es wahrscheinlich, dass du unter Wetterfühligkeit leidest.

Chronische Krankheiten werden verstärkt

Du leidest unter Rheuma, Asthma oder hast eine andere chronische Erkrankung?
Wenn du dazu noch wetterfühlig bist, können sich deine Symptome verschlimmern und deine chronische Erkrankung könnte dich während des Temperaturwechsels stärker belasten.
Außerdem: Auch wenn du einfach “nur” gesundheitlich angeschlagen bist, unter Schlafmangel oder Stress leidest, können diese Einschränkungen während der Wetterumschwünge stärker ausgeprägter sein und dein Immunsystem ist noch schwächer.

Was außerdem klar ist:

Ältere Menschen leiden mehr unter Wetterfühligkeit als jüngere und Frauen auch mehr als Männer.

Diese Symptome können auftreten:

  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Haut ist gereizter (bspw. Narben)
  • Sehprobleme
  • Schweißausbrüche
  • Appetitlosigkeit
  • Kopfschmerzen und Schwellungen, denn Wasser kann sich im Körper ansammeln (insbesondere bei schwülem Wetter)
  • gereizte Gelenke (insbesondere bei nasskaltem Wetter)
  • Blutgefäße werden verengt und der Blutdruck steigt (insbesondere bei eiskaltem Wetter)
Frau leidet unter Kopfschmerzen und fasst sich an den Kopf
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Was kann ich gegen Wetterfühligkeit tun?

Als gesunder, erwachsener Mensch muss der Körper ständig abgehärtet werden, damit der Wetterfühligkeit entgegengewirkt werden kann. Also: Täglich eine halbe Stunde raus an die frische Luft – das hilft. Ein Spaziergang ist da schon viel wert. Der Organismus gewöhnt sich an den Temperaturwechsel und kann diesen dann nach und nach besser ausgleichen. Deshalb ist auch ein Spaziergang bei kälteren Temperaturen hilfreich. Bei Sturm und Gewitter solltest du natürlich Zuhause bleiben.
Regelmäßige Schlafzeiten sind immer gesund und gerade für wetterfühlige Menschen noch besser. Wenn du einen gleichmäßigen Schlafrhythmus hast, stärkst du dein Immunsystem. Weniger als 6 oder mehr als 9 Stunden können deinem Körper schaden. Achte also darauf, dass du regelmäßig 7 bis 8 Stunden schläfst.

Dazu gehört natürlich auch ein regelmäßiger Tagesablauf. Schlaf- und Wachzeiten sowie die Mahlzeiten sollten möglichst zum selben Zeitpunkt stattfinden.
Wetterfühlige Menschen und Genussmittel verstehen sich nicht so gut. Denn gerade Alkohol, Rauchen und zu viel Koffein können bei wetterfühligen Menschen Kopfschmerzen auslösen, die dann durch die Wetterumschwünge noch mehr Beschwerden hervorrufen. Das heißt jetzt nicht, dass du nichts davon zu dir nehmen darfst. Achte eher darauf, dass du dann Verzicht übst, wenn deine Symptome besonders schlimm sind.
Wenn du der Typ dafür bist, solltest du desöfteren mal einen Saunagang machen. Der extreme Temperaturunterschied härtet dich nämlich ab. Ebenso ist Wechselduschen eine gute Methode, um deinen Körper und deinen Kreislauf zu stärken. Das kannst du vor allen Dingen ganz einfach zuhause machen.
Tee, verschiedene Bäder und Öle können ebenfalls dein Immunsystem stärken. Gerade Melissentee oder starker Kaffee mit Zitronensaft können Kopfschmerzen oder allgemein die Wetterfühligkeit senken. Worauf wartest du noch? Probieren geht über Studieren!
Gerade wenn du ein gestresster Mensch bist, kannst du beim Temperaturwechsel besonders sensibel reagieren. Mache ein paar Entspannungsübungen, Yoga oder Pilates, um deinen Körper wieder herunterzufahren. Auch wirkliches Entspannen (ohne PC, Handy, Fernseher) hilft. Relaxe doch einfach mal auf deiner Couch und genieße die Ruhe. Deinem Körper tuts gut!

Und wenn diese Präventionsmaßnahmen nichts bringen, raten wir dir zu einem Arztbesuch. Der Arzt kann dann nochmal überprüfen, ob es vielleicht verschleppte Krankheiten sind, die dein Immunsystem schwächen.

Warnung

Wenn du schon etwas älter bist oder eine chronische Erkrankung hast, solltest du vorher ebenfalls mit deinem Arzt darüber sprechen, welche Maßnahmen am besten für dich geeignet sind.

Wusstest du schon, ...?

… dass es in Bayern eine regionale Besonderheit gibt?

Und zwar sprechen wir hier vom Föhn. Der Föhn ist nichts Einzigartiges in Bayern. Diesen Fallwind gibt es nämlich überall da, wo es Berge gibt. Wenn der Föhn kommt, wird die Luft plötzlich warm und sehr trocken. Wie das geschieht verraten wir dir hier: Der Südwind, der meistens vom Mittelmeer kommt, ist sehr feucht. Wenn dieser Richtung Deutschland kommt, streift er die Alpen. Da diese sehr hoch sind, muss die feuchte Luft des Südwinds aufsteigen und kühlt dann sehr schnell ab (ein halbes Grad pro 100 Höhenmeter). Durch die Feuchtigkeit entsteht Regen. Dadurch ist die Luft dann trockener, weil die Feuchtigkeit durch den Regen aus den Wolken entweicht. Wenn der Südwind dann die Alpen überschritten hat und nach Bayern kommt, geht es wieder bergab. Der nun trockene Wind erwärmt sich wieder – und das ziemlich schnell, nämlich einen Grad pro 100 Höhenmeter. Dieser warme Fallwind zieht dann nach Bayern rüber… und dieser warme Wetterumschwung ist für viele nichts! In dieser Zeit sind wohl viele Bewohner Bayerns extrem wetterfühlig. Die gute Laune verschwindet, Kopfschmerzen machen sich breit. Kein Wunder bei teilweise fast 20 Grad Temperaturunterschied. In der Zeit kann es in München und Umgebung also ungemütlich werden.

… dass 15 % der deutschen Bevölkerung unter der Pollenallergie leidet?

Jeder 7. Deutsche leidet wohl mal unter Heuschnupfen. Eine Allergie, die man definitiv als Volkskrankheit zählen kann. Und die Anzahl der Betroffenen steigt. Grund? Unter anderem der Klimawandel. Die steigenden Temperaturen führennämlich dazu, dass die Pollenflugzeiten immer länger werden. Was den Pollenflug angeht, gibt es pro Region Unterschiede. Während in Bayern die Birke eine große Belastung ist, können zur gleichen Zeit in NRW oder Thüringen Gräser durch die Lüfte fliegen. Doch in Deutschland sind wir gut gewappnet: Dank des Deutschen Wetterdienstes sind deutschlandweit viele Messstationen aufgestellt, die den aktuellen Pollenflug und dessen Belastung analysieren.

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