Immobilienbetrug: So kannst du dich schützen

Altes Paar unterschreibt einen Vertrag
© BraunS/istock

In aller Kürze

  • Betrüger fordern dich auf, Vorauszahlungen zu tätigen oder sensible Daten anzugeben.

  • Nimm dir Zeit, um Inserate unter die Lupe zu nehmen.

  • Auch als Inserent kannst du an Betrüger geraten.

  • Immobilienbetrug beim entsprechenden Portal und der Polizei melden.

Welche Maschen haben die Betrüger?

Suchst du nach Wohnungen, hast du die gleiche Chance Opfer von Betrugsmaschen zu werden, wie beim Inserieren von Immobilien. Ziel der Maschen ist normalerweise Geld. Dieses wird entweder direkt verlangt, in Form von Vorauszahlungen von Kaution oder Miete. Aber auch über persönliche Daten kommen Betrüger an dein Geld, meist schon bevor die Immobilie gesichtet wurde.

Die häufigste Masche sind falsche Inserate, hier wird ein scheinbar seriöses Angebot in einem Immobilienportal eingestellt. Antwortet das Opfer auf die Anzeige, schreiben die Betrüger meist auf Englisch zurück. Oft nennen sie einen Aufenthalt im Ausland als Begründung dafür, dass du Miete oder Kaution als Vorkasse ins Ausland schicken sollen. Erst dann wird dir ein Schlüssel zur Besichtigung zugeschickt. Die Fotos der Immobilie sind meistens aus verschiedenen Quellen zusammengesucht. Die Wohnung existiert also nicht wirklich, oder ist schlicht nicht im Besitz des angeblichen Vermieters.

Warte mit der Zahlung bis der Mietvertrag unterschrieben ist und du die Wohnungsschlüssel hast.

Oder der Betrüger gibt vor, mit einer Agentur zusammenzuarbeiten. Diese kümmert sich angeblich um die Mietangelegenheiten. Auf der Website dieser Agentur wirst du aufgefordert deine Daten zu hinterlegen, zum Beispiel indem du dich dort registrierst. Versprochen wird, dass diese Agentur anschließend gegen Zahlung der Kaution und der ersten Miete einen Makler beauftragt. Erst nach Eingang der Zahlung wird der Besichtigungstermin festgesetzt. Aber auch die Besichtigung kann Teil des Betrugs sein. Wohnungen werden, zum Beispiel über AirBnB, gemietet und Opfern zur Besichtigung zur Verfügung gestellt. Wenn versucht wird dich unter Zeitdruck zu setzen oder Vorkasse verlangt wird, handelt es sich um eine Betrugsmasche. Es ist ebenfalls nicht üblich für eine Besichtigung zu bezahlen.
Falsche Fehlermeldungen sind ebenfalls eine Masche. Bist du Inserent wird dir zum Beispiel eine SMS geschickt, in welcher ein dringendes Problem mit deinem Profil vorgegaukelt wird. In der SMS befindet sich ein Link auf eine nachgeahmte, seriöse Immobilienseite. Dort wirst du aufgefordert deine Daten anzugeben, um das Problem zu beheben. Das können auch einfach E-Mail und Passwort sein. Ist der Betrüger in Besitz dieser Daten, kann dieser das Passwort deines Profils ändern und so unter deinem Namen falsche Inserate einstellen. Verwendest du immer das gleiche Passwort, haben die Betrüger dadurch auch Zugriff auf dein E-Mail-Konto. Hast du ein Profil erstellt um nach einer Unterkunft zu suchen, kannst du ebenfalls solche Nachrichten erhalten. Hier ist allerdings die Kontaktaufnahme via E-Mail häufiger.

Schicke vorab keine eingescannten oder kopierten Ausweispapiere oder Gehaltsnachweise an den Vermieter.

Vor Abschluss eines Mietvertrags wird häufig eine Selbstauskunft angefordert. Dazu gehören vor allem der Gehaltsnachweis und ein Personalausweis. Mit Hilfe der Lohnabrechnung wird dein Arbeitgeber kontaktiert und gebeten dein Gehalt von nun an auf ein anderes Konto zu überweisen. Fragt dein Arbeitgeber nicht bei dir persönlich nach, kann ein Gehalt verloren gehen.
In manchen Fällen verlangen Betrüger, gegen das Versprechen einer bevorzugten Behandlung, Daten oder Geld. So kommt es vor, dass eine Zahlung für die Aufnahme auf eine bevorzugte Liste für die angefragte oder andere Immobilien gefordert wird. Dies ist ebenfalls eine Betrugsmasche.
Die folgende Betrugsmasche richtet sich gegen die Inserenten von Immobilienanzeigen. Du wirst von einem Interessenten angerufen oder angeschrieben, der sich ohne die Immobilie gesehen zu haben und ohne Preisverhandlung, gleich sicher ist diese haben zu wollen. Irgendwann erfährst du, dass es sich um einen Vermittler handelt. Dieser arbeitet angeblich für einen ausländischen Geschäftsmann. Im Verlauf des Gesprächs erfährst du, dass die Immobilie nur gekauft werden kann, wenn du vorher im Ausland Schwarzgeld von einer Währung in eine andere tauschst. Der erste Deal geht gut, denn das Opfer soll Vertrauen schöpfen. Beim zweiten Mal geht es um eine größere Summe. Begibst du dich dann mit einem Koffer voller Geld ins Ausland, wird es dir, teils auch mit Gewalt, entwendet.

Wie kann ich mich vor Betrug schützen?

  • Suche nach Agenturen oder dem Namen des Vermieters.
  • Lasse dich niemals auf die Zahlung von Vorkasse ein.
  • Nutze die Kontaktdaten auf der Website des Maklers.
  • Keine Abgabe von Daten unter vorgetäuschtem Zeitdruck.

Woran erkenne ich unseriöse Immobilienanzeigen?

Fallen dir die folgenden Punkte auf, sollten bei dir die Alarmglocken läuten. Um reine Abzocke von seriösen Angeboten zu unterscheiden, reichen auch nur ein bis zwei dieser Merkmale. Hinterfrage kritisch, was dir übermittelt wird.
Gibt es wirklich keinen anderen Weg als den, der dir vorgelegt wird?

  • Achte auf Kleinigkeiten – Gibt es Rechtschreibfehler? Stimmen Bild und Text überein?
    Die Wohnung soll sich zum Beispiel im dritten Stock befinden, auf einem Foto sieht man allerdings Autos durchs Fenster. Wenn du Links von seriösen Anbietern erhältst, überprüfen, ob es sich um korrekte Links handelt. Zum Beispiel: https://www.meinerstadt.com hier wurde ein 'r' eingefügt und '.de' gegen '.com' getauscht.
  • Ungewöhnliche Kontaktaufnahme via SMS oder E-Mail
  • Wird Dringlichkeit vorgetäuscht, ist immer Vorsicht geboten. Der Zeitdruck soll dich als Opfer dazu bringen sich nicht die benötigte Zeit zu nehmen über das Angebot nachzudenken und sich zu informieren.
  • Miete liegt unter dem Durchschnitt oder wird nicht aufgeschlüsselt. Kaltmiete und Nebenkosten sind normalerweise separat angegeben.
  • Wenn das Geld über Western Union oder MoneyGram übermittelt werden soll, ist es definitiv Abzocke.
  • Vorauszahlung oder die Abgabe sensibler Daten wird verlangt. Vorabkaution oder jegliche Art von Vorauszahlung sind in Deutschland absolut unüblich. Kautionen werden immer erst mit der ersten Miete fällig. Kostenpflichtige Listen sind ein Zeichen für unseriöse Makler.
  • Kein persönlicher Kontakt. Seriöse Agenturen sind immer auch telefonisch erreichbar. Bei Betrugsfällen wird der fehlende persönliche Kontakt oft durch einen Auslandsaufenthalt entschuldigt.
  • Gegoogelte Wohnungsanzeigen tauchen mehrfach mit unterschiedlichen Inserenten auf.
  • Auf der Website des Maklers findet sich kein ausreichendes oder gar kein Impressum. Dieses ist immer verpflichtend und enthält Name, Anschrift und weitere Kontaktdaten.

Beispiel:

Dieses ist ein Beispiel für eine unseriöse Anzeige. Auf dem Foto der Wohnung erkennt man zum Beispiel zwei Balkone. In der Beschreibung wird aber nur ein Balkon genannt. Außerdem wird von einem 'Kelleranteil' und nicht vom 'Kellerabteil' gesprochen. Ein Rechtschreibfehler macht noch keine betrügerische Anzeige, aber wenn mehrere Kleinigkeiten zusammenkommen sollte man auf jeden Fall skeptisch werden.

Betrügerische Anzeige

Wie und wo kann ich Immobilienbetrug melden?

Es ist immer sinnvoll den Betrugsfall beim entsprechenden Portal zu melden, auch wenn du dir nicht sicher bist. Oft wird zu diesem Zweck ein Kontaktformular angeboten. Das Portal wird deine Vermutung überprüfen und dann entsprechend handeln.

Bist du bereits Opfer eines Wohnungs-Betrügers geworden?

Du bist auf eine trügerische Masche hereingefallen, melde dies schnellstmöglich der Polizei und erstatte Anzeige. Hast du bereits Geld überwiesen, wende dich direkt an deine Bank. Mit viel Glück macht diese deine Zahlung rückgängig. Die Chancen stehen jedoch nicht allzu gut, dass du dein Geld zurückbekommst.

Du musst dir keine Sorgen machen, falls du deine realen Kontaktdaten angegeben haben. Mit deinem Namen, Adresse und Co. können die Betrüger nicht viel anfangen. Hast du jedoch sensible Daten wie Passwörter oder Gehaltsabrechnungen weitergegeben, handel unverzüglich! Änder alle Passwörter und gebe beispielsweise deinem Arbeitgeber Bescheid, damit ohne dein Einverständnis nichts geändert wird.

Wie sicher sind Immobilienportale?

Eine 100%ige Sicherheit kann es seitens der Portale leider nicht geben. Allerdings hilft es, sich die Risiken bewusst zu machen und kein Geld im voraus zu bezahlen. Darüber hinaus sollte man seine persönlichen Daten nicht bedenkenlos weitergeben.


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