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Immobilienbetrug

Lesedauer: 5 Minuten

Altes Paar unterschreibt einen Vertrag
© BraunS/istock

Welche Maschen haben die Betrüger?

Wer nach Wohnungen sucht, kann genauso Opfer von Betrugsmaschen werden wie jemand, der Immobilien inseriert. Ziel der Maschen ist normalerweise Geld. Dieses kann direkt verlangt werden, in Form von Vorauszahlungen von Kaution oder Miete. Aber auch über persönliche Daten kommen Betrüger an Ihr Geld, meist schon bevor die Immobilie gesichtet wurde.

Falsche Inserate

Die häufigste Masche sind falsche Inserate, hier wird ein scheinbar seriöses Angebot in einem Immobilienportal eingestellt. Antwortet das Opfer auf die Anzeige, wird meist auf Englisch zurückgeschrieben. Oft wird ein Aufenthalt im Ausland als Begründung dafür genannt, dass Sie Miete oder Kaution als Vorkasse ins Ausland schicken sollen. Erst dann wird Ihnen ein Schlüssel zur Besichtigung zugeschickt. Die Fotos der Immobilie sind meistens aus verschiedenen Quellen zusammengesucht. Die Wohnung existiert also nicht wirklich, oder ist schlicht nicht im Besitz des angeblichen Vermieters.

Warten Sie mit der Zahlung bis der Mietvertrag unterschrieben ist und Sie die Wohnungsschlüssel haben.

Oder der Betrüger gibt vor, mit einer Agentur zusammenzuarbeiten. Diese soll sich angeblich um die Mietangelegenheiten kümmern. Auf der Website dieser Agentur soll der Interessent seine Daten hinterlegen, zum Beispiel indem er sich dort registriert. Versprochen wird, dass diese Agentur anschließend gegen Zahlung der Kaution und ersten Miete einen Makler beauftragt. Erst nach Eingang der Zahlung soll der Besichtigungstermin festgesetzt werden. Aber auch die Besichtigung kann Teil des Betrugs sein. So werden Wohnungen, zum Beispiel über AirBnB, gemietet und Opfern zur Besichtigung zur Verfügung gestellt. Wenn versucht wird Sie unter Zeitdruck zu setzen oder Vorkasse verlangt wird, handelt es sich um eine Betrugsmasche. Es ist ebenfalls nicht üblich für eine Besichtigung zu bezahlen.

Datenklau

Falsche Fehlermeldungen sind ebenfalls eine Masche. Einem Inserenten wird zum Beispiel eine SMS geschickt, in welcher ein dringendes Problem mit dem Profil vorgegaukelt wird. In der SMS befindet sich ein Link auf eine nachgeahmte, seriöse Immobilienseite. Dort wird man aufgefordert seine Daten anzugeben, um das Problem zu beheben. Das können auch einfach E-Mail und Passwort sein. Ist der Betrüger in Besitz dieser Daten, kann dieser das Passwort Ihres Profils ändern und so unter Ihrem Namen falsche Inserate einstellen. Verwenden Sie immer das gleiche Passwort, haben die Betrüger dadurch auch Zugriff auf Ihr E-Mail-Konto. Haben Sie ein Profil erstellt um nach einer Unterkunft zu suchen, können Sie ebenfalls solche Nachrichten erhalten. Hier ist allerdings die Kontaktaufnahme via E-Mail häufiger.
Vor Abschluss eines Mietvertrags wird häufig eine Selbstauskunft angefordert. Dazu gehören vor allem der Gehaltsnachweis und ein Personalausweis. Mit Hilfe der Lohnabrechnung wird Ihr Arbeitgeber kontaktiert und gebeten Ihr Gehalt von nun an auf ein anderes Konto zu überweisen. Fragt Ihr Arbeitgeber nicht bei Ihnen persönlich nach, kann ein Gehalt verloren gehen. Schicken Sie vorab keine eingescannten oder kopierten Ausweispapiere oder Gehaltsnachweise an den Vermieter.

Immobilienlisten

In manchen Fällen werden, gegen das Versprechen einer bevorzugten Behandlung, Daten oder Geld verlangt. So kommt es vor, dass eine Zahlung für die Aufnahme auf eine bevorzugte Liste für die angefragte oder andere Immobilien gefordert wird. Dies ist ebenfalls eine Betrugsmasche.

Schwarzgeld im Ausland

Die folgende Betrugsmasche richtet sich gegen die Inserenten von Immobilienanzeigen. Sie werden von einem Interessenten angerufen oder angeschrieben, der sich ohne die Immobilie gesehen zu haben und ohne Preisverhandlung, gleich sicher ist diese haben zu wollen. Irgendwann erfahren Sie, dass es sich um einen Vermittler handelt. Dieser arbeitet angeblich für einen ausländischen Geschäftsmann. Im Verlauf des Gesprächs erfahren Sie, dass die Immobilie nur gekauft werden kann, wenn Sie vorher im Ausland Schwarzgeld von einer Währung in eine andere tauschen. Der erste Deal geht gut, denn das Opfer soll Vertrauen schöpfen. Beim zweiten Mal geht es um eine größere Summe. Begeben Sie sich dann mit einem Koffer voller Geld ins Ausland, wird es Ihnen, teils auch mit Gewalt, entwendet.

Wie kann ich mich vor Betrug schützen?

  • Googeln Sie nach Agenturen oder dem Namen des Vermieters.
  • Lassen Sie sich niemals auf die Zahlung von Vorkasse ein.
  • Nutzen Sie die Kontakt- daten auf der Website des Maklers.

  • Keine Abgabe von Daten unter vorge- täuschtem Zeitdruck.

Woran erkenne ich unseriöse Immobilienanzeigen?

Fallen Ihnen die folgenden Punkte auf, sollten bei Ihnen die Alarmglocken läuten. Um reine Abzocke von seriösen Angeboten zu unterscheiden, reichen auch nur ein bis zwei dieser Merkmale. Hinterfragen Sie kritisch, was Ihnen übermittelt wird. Gibt es wirklich keinen anderen Weg als den, der Ihnen vorgelegt wird?

  • Achten Sie auf Kleinigkeiten. Dazu gehören Rechtschreibfehler. Bei einigen Betrugsfällen passiert es, dass Bild und Text nicht übereinstimmen. Die Wohnung soll sich zum Beispiel im dritten Stock befinden, auf einem Foto sieht man allerdings Autos durchs Fenster. Wenn Sie Links von seriösen Anbietern erhalten, überprüfen Sie, ob es sich um korrekte Links handelt. Zum Beispiel: https://www.meinerstadt.com hier wurde ein 'r' eingefügt und '.de' gegen '.com' getauscht.
  • Ungewöhnliche Kontaktaufnahme via SMS oder E-Mail ist ebenfalls ein Hinweis auf einen Betrugsversuch.
  • Wird Dringlichkeit vorgetäuscht, ist immer Vorsicht geboten. Der Zeitdruck soll Opfer dazu bringen sich nicht die benötigte Zeit zu nehmen über das Angebot nachzudenken und sich zu informieren.
  • Miete liegt unter dem Durchschnitt oder wird nicht aufgeschlüsselt. Im Normalfall werden Kaltmiete und Nebenkosten separat angegeben.
  • Wenn das Geld über Western Union oder MoneyGram übermittelt werden soll, ist es definitiv Abzocke.
  • Vorabzahlung oder die Abgabe sensibler Daten wird verlangt. Vorabkaution oder jegliche Art von Vorauszahlung sind in Deutschland absolut unüblich. Kautionen werden immer erst mit der ersten Miete fällig. Kostenpflichtige Listen sind ein Zeichen für unseriöse Makler.
  • Kein persönlicher Kontakt. Seriöse Agenturen sind immer auch telefonisch erreichbar. Bei Betrugsfällen wird der fehlende persönliche Kontakt oft durch einen Auslandsaufenthalt entschuldigt.
  • Gegoogelte Wohnungsanzeigen tauchen mehrfach mit unterschiedlichen Inserenten auf
  • Auf der Website des Maklers findet sich kein ausreichendes oder gar kein Impressum. Dieses ist immer verpflichtend und enthält Name, Anschrift und weitere Kontaktdaten.

Beispiel:

Dieses ist ein Beispiel für eine unseriöse Anzeige. Auf dem Foto der Wohnung erkennt man zum Beispiel zwei Balkone. In der Beschreibung wird aber nur ein Balkon genannt. Außerdem wird von einem 'Kelleranteil' und nicht vom 'Kellerabteil' gesprochen. Ein Rechtschreibfehler macht noch keine betrügerische Anzeige, aber wenn mehrere Kleinigkeiten zusammenkommen sollte man auf jeden Fall skeptisch werden.

Betrügerische Anzeige

Wie und wo kann ich Immobilienbetrug melden?

Das Melden des Betrugsfalls beim entsprechenden Portal ist immer sinnvoll., auch wenn Sie sich nicht sicher sind. Oft wird zu diesem Zweck ein Kontaktformular angeboten. Das Portal wird Ihre Vermutung überprüfen und dann entsprechend handeln. Sind Sie bereits Opfer eines Wohnungsbetrügers geworden, sollten Sie dies zusätzlich schnellstmöglich der Polizei melden.

Wie sicher sind Immobilienportale?

Eine 100%ige Sicherheit kann es seitens der Portale leider nicht geben. Allerdings hilft es, sich die Risiken bewusst zu machen und kein Geld im voraus zu bezahlen. Darüber hinaus sollte man seine persönlichen Daten nicht bedenkenlos weitergeben.


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