Gartenpflege

Viele Menschen wünschen sich ein Haus oder eine Wohnung mit Garten. Die Gründe liegen auf der Hand: Im Sommer lässt sich der Außenbereich sozusagen als zweites Wohnzimmer nutzen: Er bietet frische Luft und grüne Umgebung direkt im eigenen Zuhause, eine Möglichkeit zum Grillen, Zusammensitzen und Entspannen und die Kinder haben Platz zum Spielen. Ein eigener Garten ist jedoch auch mit viel Arbeit und Pflegeaufwand verbunden. Sehen Sie hier im Überblick, was im Laufe eines Jahres zu tun ist, damit Ihr Garten schön bleibt.

Lesedauer: 8 Minuten

Gartenpflege im Frühling

Im Frühjahr beginnt wieder die schöne Gartenzeit. Wenn die Natur aus dem Winterschlaf erwacht, ist in Ihrem Garten am meisten zu tun. Nun gilt es, die richtigen Vorkehrungen für einen blühenden und ertragreichen Garten zu treffen. Erste Blumen und Pflanzen können gesät werden. Aber Vorsicht, manchmal kann der Frost noch durchkommen.

Pflanzarbeiten im Frühjahr
© D. Ott/fotolia

März

  • Wenn Sie Ihren Garten neu bepflanzen oder neue Beete anlegen möchten, sollten Sie den Boden zunächst umgraben und auflockern. Das ist insbesondere nötig, wenn dieser zuvor Rasenfläche war oder über längere Zeit nicht genutzt wurde. Nach dem Umgraben sollten Sie nicht direkt mit dem Säen beginnen, sondern die Beete erst einige Zeit ruhen lassen. Das gibt den Mikroorganismen im Boden Zeit, zu wachsen.
  • Bei vorhandenen Beeten reicht es, diese von Unkraut und Laub zu befreien und mit einem Grubber den Boden etwas aufzulockern.
  • Obstbäume, Beetrosen, Stauden und Sträucher, die im Winter nicht gestutzt wurden, sollten Sie spätestens jetzt zurückschneiden. Das regt das Wachstum neuer Triebe an.
  • Auch die Gartenmöbel brauchen nach dem Winter reichlich Pflege. Algen- und Moosentferner, Holzöl und Teakmöbelentgrauer verleihen neuen Glanz. Es ist empfehlenswert Holzmöbel einmal im Jahr zu lasieren. Dazu warten Sie am besten eine trockene Wetterphase ab, damit die Lasur genug Zeit zum Einziehen hat.
  • Regentonnen sparen viel Wasser und sind zudem noch praktisch. Wenn Sie im regenreichen Frühjahr schon eine Tonne aufstellen, können Sie das gesammelte Regenwasser zum Gießen nutzen, sobald es trockener wird.

April

  • Im April ist die beste Zeit, um zum ersten Mal im Jahr den Rasen zu mähen. Mit einem Vertikutierer rücken Sie allem winterlichen Moos und Rasenfilz auf der Grasfläche zu Leibe.
  • Legen Sie nun erste Frühbeete an und säen Sie erstes Gemüse wie Salat und Radieschen aus. Pflanzen, die nicht frostbeständig sind, sollten aber zunächst im Haus oder Wintergarten gesät werden.
  • Planen Sie schon jetzt die Anordnung Ihres Nutzgartens in Themenbereiche – so wird langfristig der Boden geschont und die Ernte fällt größer aus.
  • Erste Blumenzwiebeln für Sommerblüher wie Gladiolen, Dahlien oder Begonien können jetzt eingepflanzt werden. So ziert Ihren Garten schon schnell eine erste Blumenpracht.
  • Topfen Sie Ihre Kübelpflanzen um und gönnen Sie Ihnen frische Erde.
  • Vergessen Sie nicht zu Düngen, um Ihre neuen Pflanzen so mit Nährstoffen zu versorgen.

Mai

  • Holen Sie Ihre überwinterten Pflanzen aus dem Winterschlaf. Alles, was nicht frostbeständig ist, kann nun wieder nach draußen. Nach den Eisheiligen (11. bis 15. Mai) ist nicht mehr mit Nachtfrost zu rechnen.
  • Im Haus gesäte Gemüsepflanzen können nun ebenfalls nach draußen umziehen. Achten Sie auf die richtige Erde und den passenden Dünger. Tomaten z.B. benötigen einen sehr nährstoffreichen Boden zum Wachsen. Denken Sie außerdem daran, dass die jungen Pflänzchen bei der Anzucht ausreichend mit Wasser versorgt werden müssen.
  • Schützen Sie insbesondere Ihre jungen Obst- und Gemüsepflanzen vor Schädlingen. Wer auf die Chemiekeule verzichten will, kann Schnecken und anderen Schädlingen auch den Zugang zu den Pflanzen erschweren, z.B. mit einem Hochbeet. Für Gemüsebeete gibt es spezielle Insektenschutznetze und -vliese.
  • Im späten Frühling ist die Zeit sommerblühende Beet- und Balkonpflanzen wie Geranien, Fuchsien oder Pimeln zu setzen.

Gartenpflege im Sommer

Die Abende werden länger und die Tage wärmer: Der Sommer ist das Highlight für jeden Gartenliebhaber. Nun ist es an der Zeit, die Früchte der Arbeit im Frühling zu ernten und zu genießen. Jedoch fällt auch im Sommer die ein oder andere Aufgabe im Garten an.

Sommerlicher Garten
© joyce-huis/unsplash

Juni

  • Unkraut jäten ist im Sommer eine unbeliebte, aber wichtige Arbeit. Wenn Sie sich regelmäßig darum kümmern, haben Sie hiermit am Ende allerdings weniger Aufwand. Entfernen Sie das Unkraut mitsamt der Wurzel um weiteres Wachstum zu verhindern und lockern Sie die Erde dabei etwas auf.
  • Blattläuse können Sie bekämpfen, indem Sie nahe der befallenen Pflanze eine Knoblauchzehe in die Erde stecken oder die Pflanze direkt mit Knoblauchsud besprühen. Um Schnecken fernzuhalten, streuen Sie etwas Kaffeesatz als Barriere rund um die Pflanze aus. Ganz nebenbei wirkt dieser auch noch hervorragend als Dünger.
  • Der Frühsommer ist die beste Zeit für den Rückschnitt von Hecken oder Sträuchern. So werden diese noch einmal zum Austreiben angeregt und wachsen bis zum Herbst dichter nach. Schneiden Sie jedoch nicht in der prallen Sonne und gießen Sie nach dem Schnitt ausreichend, um Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Gehölze wie Lebensbäume und Buchs sollten Sie im Sommer regelmäßig zurückschneiden.
Ein Beet wird mit einer Gießkanne gewässert

Tipp: Richtig gießen im Sommer

Das A und O im Sommer ist richtiges Gießen. Um Ihre Pflanzen ausreichend zu bewässern, ist eine ganze Menge Wasser notwendig, denn nur so kann die Feuchtigkeit die Wurzeln im trockenen Boden erreichen. Achten Sie aber darauf, dass Sie Ihre Pflanzen dabei nicht überschwemmen und sich keine Staunässe bildet. Die Pflanzenarten haben einen unterschiedlichen Wasserbedarf. Tomatenpflanzen z.B. können mehrere Liter Wasser am Tag verbrauchen.
Gießen Sie außerdem niemals bei Sonnenschein, denn dann wird das Wasser womöglich direkt verdunsten oder sogar zu Blattverbrennung führen, da die Wassertropfen auf den Pflanzen wie ein Brennglas wirken können. Am besten eignen sich zum Gießen die frühen Morgenstunden oder der spätere Abend, wenn die Sonne nicht mehr scheint.

Juli

  • Achten Sie im Hochsommer gut auf die Pflege Ihres Rasens. Wenn Sie ihn regelmäßig wässern (am besten in den Abend- oder frühen Morgenstunden), bleibt er schön grün. Mähen Sie den Rasen nicht zu kurz – sind die Halme etwas länger als 5 cm, kann er sich selbst beschatten und trocknet in der Sommerhitze nicht so schnell aus.
  • Nicht immer können die Nachbarn zum Blumen gießen einspringen, wenn Sie im Urlaub sind. Gerade im Hochsommer sollten Sie Ihre Pflanzen nicht über mehrere Tage oder Wochen ohne Wasser stehen lassen. Zum Glück gibt es ein paar Tricks: Mit einem Bewässerungssystem überbrücken Sie nicht nur Zeiten der Abwesenheit, sondern ersparen sich auch das tägliche Gießen. Wer nicht so viel investieren will, kann sich auch Flaschenhalterungen für Beete und Blumentöpfe anschaffen. Hier werden mit Wasser gefüllte Plastikflaschen einfach hineingestellt und geben nach Bedarf Wasser an die Pflanze ab.
  • Wenn Sie im Herbst oder Frühjahr Obst und Gemüse gepflanzt haben, ist jetzt bei vielen Gewächsen wie Himbeeren und Erdbeeren sowie Tomaten und Paprika schon Erntezeit. Nehmen Sie die reifen Früchte rechtzeitig ab, damit kein Fallobst entsteht. Dieses zieht Schädlinge an und zieht den darunter liegenden Rasen in Mitleidenschaft.

August

  • Ab August wachsen Ihre Pflanzen nur noch langsam und stellen sich schon auf die winterliche Ruhephase ein. Sie sollten deshalb ab jetzt auch nicht mehr düngen. Ausnahme ist der Rasen, der auch im Spätsommer und Herbst noch eine Düngung gut vertragen kann. Auch eine Nachsaat beschädigter Stellen ist jetzt noch möglich.

Gartenpflege im Herbst

Die Tage werden merklich kürzer, die Temperaturen sinken empfindlich und das Laub verändert seine Farbe – ganz klar, es wird Herbst. Nun ist es an der Zeit, Garten und Balkon winterfest zu machen, gleichzeitig bereits jetzt schon den Grundstein für eine farbenfrohe Blüte im Frühling zu legen.

Herbstlaub
© Floriana/iStock

September

  • Im September ist die Haupterntezeit, wenn Sie einen Obst- und Gemüsegarten haben. Nehmen Sie alle Früchte ab, entfernen Sie sämtliches Fallobst und schneiden Sie abgestorbene Pflanzenteile zurück.
  • Mittlere Temperaturen, viel Regen, aber noch kein Frost: Die Witterung im Frühherbst bietet beste Voraussetzungen für Pflanzarbeiten. Jetzt können Sie neue Beete anlegen und Pflanzen umsetzen. Diese haben dann bis zum kommenden Frühjahr Zeit, sich an ihren neuen Standort zu gewöhnen.
  • Beginnen Sie, Blumenzwiebeln fürs nächste Frühjahr einzusetzen. Die Blumenpracht sieht nicht nur schön aus, sondern zieht auch Nützlinge wie Hummeln und Bienen an. Diese sind besonders für Obstgehölze wichtig, damit diese bestäubt werden und Früchte tragen. Achten Sie dafür darauf, Frühblüher einzusetzen.

Oktober

  • Pflanzen die nicht winterfest sind, sollten spätestens beim ersten Frost reingeholt werden, damit man auch im nächsten Jahr noch etwas davon hat.
  • Im Oktober ist es Zeit ein letztes Mal den Rasen zu mähen. Solange der Boden noch nicht zu hart vom Frost ist, kann der Rasen auch noch einmal vertikutiert werden. Das befreit das Grün von totem Material und Moos. Außerdem können Sie mit einem Kalidünger den Rasen für den bevorstehenden Frost stärken.
  • Stellen Sie nach den letzten sonnigen Oktobertagen Ihre Gartenmöbel im Gartenhaus oder in der Garage unter, um sie vor Verwitterung zu schützen. Wenn sie aus Platzgründen draußen überwintern müssen, helfen spezielle luftdurchlässige Abdeckfolien, Schnee und Nässe von den Möbeln fernzuhalten.

November

  • Kümmern Sie sich nun um die Pflanzen, die draußen überwintern. Schneiden Sie abgestorbene Bestandteile ab, denn diese mitzuversorgen kostet unnötige Energie. Rindenmulch, Stroh oder Herbstlaub helfen dabei, Pflanzen winterfest zu machen.
  • Aus Hecken und vom Rasen sollten Sie Laub dagegen regelmäßig entfernen, damit diese genug Licht bekommen und im Frühjahr wieder wachsen können.
  • Topf- und Kübelpflanzen können Sie gut mit Jutesäcken vor Frost schützen. Mit Schleifen und Bändern verziert wird der Schutz sogar noch zum echten Hingucker.

Gartenpflege im Winter

Im Winter ruht die Natur und so ist auch im Garten in der kalten Jahreszeit wenig zu tun. Wenn Sie im Herbst daran gedacht haben, Garten und Balkon winterfest zu machen, und vielleicht auch bereits den Grundstein für eine farbenfrohe Blüte im Frühling zu legen, können Sie sich im Winter meist zurücklehnen und Ihren Garten den Vögeln und anderen kleinen Gästen überlassen.

Zugeschneiter Zweig
© sorina-bindea/unsplash

Dezember

  • Wenn Sie überwinternden Vögeln in Ihrem Garten ein Winterquartier bieten möchten, kaufen Sie ein Vogelhäuschen oder bauen Sie selbst eins.
  • Gießen nicht vergessen: Denken Sie daran, dass Ihre immergrünen Pflanzen auch im Winter Wasser brauchen, wenn das Wetter trocken ist. Es reicht jedoch, alle zwei Wochen mäßig zu gießen. Dabei sollte nur die Erde befeuchtet werden, damit Blätter und andere Pflanzenteile nicht geschädigt werden, wenn das Wasser friert.

Januar

  • Bei kräftigem Schneefall ist es wichtig, Sträucher, Pflanzen oder auch kleine Bäume von der Schneelast zu befreien. Diese kann andernfalls die Pflanzen schädigen. Betreten Sie außerdem nicht Ihren Rasen, wenn es sich vermeiden lässt, da festgetretener Schnee nicht mehr genug Licht und Sauerstoff durchlässt.

Februar

  • Falls Sie einen Baum fällen müssen, tun Sie das am besten im Winter. Er trägt dann kein Laub und das Holz ist trocken und kann gut als Brennholz verarbeitet werden.
  • Planen Sie rechtzeitig: Im März beginnt die Gartensaison wieder von vorn. Bereiten Sie nun alles vor, tauschen Sie alte Gartengeräte aus, planen Sie Ihre Beete und kaufen Sie Samen. Somit steht dem gepflegten Garten im neuen Jahr nichts mehr im Wege.

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