Strom sparen

Strom wird immer teurer. Im Durchschnitt bezahlt man in Deutschland momentan circa 30 Cent pro Kilowattstunde. Verringern Sie Ihren Stromverbrauch, sinkt nicht nur ihre Stromrechnung. Denn eine Kilowattstunde Strom sorgt für einen Ausstoß von 489 Gramm CO2. Darum tragen Sie also zusätzlich zum Klimaschutz bei, denn durch einen bewussten Umgang mit Energie werden Natur- und Umweltbelastungen minimiert.

Geldzählende Hand
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Der erste Schritt - Finden Sie Ihre Stromfresser

Der erste Schritt um Strom zu sparen, ist die Verantwortlichen zu finden. Oft weiß man gar nicht, welche Geräte tatsächlich am meisten Strom verbrauchen. Eine Möglichkeit, die Stromfresser zu finden, ist das Haus oder die Wohnung mit einem Strommessgerät zu erkunden. Das können Sie sich ganz einfach bei Verbraucherzentralen und Umweltverbänden ausleihen. Alternativ können Sie sich aber auch ein eigenes zulegen, um regelmäßig Ihren Stromverbrauch zu überprüfen. Das Gerät wird zwischen die Steckdose und den Stecker des Geräts geschaltet, woraufhin Ihnen angezeigt wird, wie viel Strom das jeweilige Gerät konkret verbraucht. So können Sie auch ermitteln, wie hoch der Unterschied zwischen dem Stromverbrauch während der aktiven Nutzung und dem Verbrauch im Standby Modus ist.

Stromspartipps - So sparen Sie Strom im Haushalt

In der Küche

Wussten Sie, dass ein Drittel der Stromkosten in der Küche verbraucht werden? Die verschiedensten Geräte sorgen hier für einen äußerst hohen Stromverbrauch, der nicht unbedingt notwendig ist. Schon durch kleine Verhaltensänderungen haben Sie jedoch bereits die Möglichkeit, diesen Verbrauch erheblich zu senken.

Der Kühlschrank

Das Strom Sparen beginnt hier schon beim Kauf. Je nach Größe und Energieklasse können Sie bereits einiges an Energie einsparen. Ein Single-Haushalt benötigt einen Kühlschrank mit einem Volumen von 100 bis 140 Liter und für jede zusätzliche Person werden 50 Liter hinzugerechnet. Eine vierköpfige Familie benötigt somit einen Kühlschrank mit ungefähr 200 Liter Volumen. Außerdem schafft man sich lieber einen größeren, als zwei kleinere Kühlschränke an, da sonst doppelt Strom verbraucht wird.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Aufstellort: Dieser sollte gut gewählt sein. Denn je kälter der Raum ist, desto mehr Strom sparen Sie. Grundsätzlich gilt die Faustregel: 1° Celsius kühler spart 3 Prozent der Stromkosten. Zudem sollten Sie beachten, dass der Kühlschrank 5 cm von der Wand entfernt platziert ist, damit die Luft gut zirkulieren kann.

Da der Kühlschrank Wärme zum Kühlen abgibt, sollten Sie folgende Orte vermeiden:

  • neben Heizung, Geschirrspüler, Trockner, Waschmaschine, Herd
  • Orte mit direkter Sonneneinstrahlung
  • in dichten Einbauschränken

Der richtige Gebrauch:
Auch der richtige Gebrauch eines Kühlschranks trägt maßgeblich zum Strom sparen bei. Allein die falsche Temperatur kann schnell dazu führen, dass unnötig Strom verbraucht wird. Der Gefrierschrank sollte -18° Celsius messen, während beim Kühlschrank circa 7° Celsius ausreichen. Die richtige Temperatur verhilft Ihnen somit bereits zu einer geringeren Stromrechnung. Wichtig ist auch, dass Sie warme Speisen stets abkühlen lassen, bevor sie in den Kühlschrank gestellt werden. Denn andernfalls steigt die Temperatur im Inneren an und es muss gegengesteuert werden, was zu einem erhöhten Stromverbrauch führt. Auch die Pflege spielt eine wichtige Rolle. Halten Sie die Kühlschrankdichtungen intakt, tauen Sie regelmäßig das Eis ab und denken Sie daran, das Lüftungsgitter jährlich von Staub und Schmutz zu befreien. Richten Sie sich in Zukunft nach diesen Tipps, werden Sie schnell merken, dass ihr Kühlschrank effizienter und energiesparender arbeitet.

Tipp: Sie haben einen zu großen Kühlschrank? Befüllen Sie ihn mit alten Büchern und senken sie so den Energiebedarf.

Der Geschirrspüler

Mann räumt Geschirrspüler ein
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Besonders in Familien oder größeren Wohngemeinschaften stapelt sich oft das dreckige Geschirr. Der einfachste Ausweg ist eine Geschirrspülmaschine. Ein gewisser Stromverbrauch lässt sich hier zwar nicht vermeiden, doch wenn Sie ein paar Dinge im Hinterkopf behalten, halten Sie diesen möglichst gering. So gut wie jede Geschirrspülmaschine verfügt über einen Stromsparmodus, der das Geschirr besonders sparsam, aber dennoch effizient reinigt. Dies ist eine gute Möglichkeit, Strom zu sparen, doch es gibt noch mehr Dinge auf die Sie achten können. Falls es noch nicht der Fall ist, versichern Sie sich, dass Ihr Gerät, sofern es geeignet ist, an Ihrem Warmwasseranschluss angeschlossen ist. Denn das Aufheizen des Wassers kostet während jedem Spülgang Strom, den Sie ja sparen wollen. Damit Sie Ihren Geschirrspüler nicht öfter als nötig anschmeißen müssen, ist es eine Überlegung wert, sich mehr Besteck und Geschirr zu kaufen. So können Sie warten, bis der Geschirrspüler gefüllt ist, ohne Angst zu haben, dass Sie keine Löffel mehr haben könnten. Die meisten Geräte haben mittlerweile einen speziellen Schmutzsensor verbaut, der erkennt wie dreckig ihr Geschirr ist. So wird automatisch der richtige Spülgang ausgewählt und Sie können sich sicher sein, dass Ihre Geschirrspülmaschine nicht mehr Strom und Wasser als nötig verbraucht. Sollten Sie aus Dringlichkeit einzelne Teile doch mal schnell mit der Hand spülen, achten Sie darauf, dass sie es auf keinen Fall unter fließendem Wasser tun, sondern in einem halbvoll gefüllten Spülbecken.

Die Waschmaschine

Ihre Wäsche energieeffizient zu waschen, ist einfacher als Sie denken. Viele Waschmaschinen besitzen mittlerweile einen Energiesparmodus, mit dem Sie stromsparend waschen können. Um noch stromsparender zu waschen, stellen Sie eine möglichst niedrige Temperatur ein und verzichten Sie auf den Vorwaschgang. Denn die meisten Waschmittel reinigen bereits bei geringen Temperaturen effektiv und entfernen Flecken optimal. Damit sich in der Maschine keine Gerüche bilden, ist ein Kochwaschgang ab und zu jedoch trotzdem nötig. Achten Sie ebenso stets darauf, dass Sie Ihre Waschmaschine so gut es geht auslasten. Das heißt im besten Fall waschen Sie lediglich volle Maschinen oder warten bis Sie genug Wäsche haben. Nachdem Sie Ihre Wäsche so stromsparend wie möglich gewaschen haben, muss diese nun trocknen. Welche ist hier die richtige Lösung? Am energiesparendsten ist definitiv die Wäsche lufttrocknen zu lassen. Falls Sie dennoch zu den Menschen gehören, die nicht auf das weiche Gefühl von Wäsche aus dem Trockner verzichten können, gibt es auch hier eine Lösung. Wählen Sie vor dem Waschen den höchsten Schleudergang aus und nutzen Sie den Trockner anschließend möglichst kurz. Denn der Trockner verbraucht drei bis viermal so viel Strom wie die Waschmaschine.

So sparen Sie Strom beim Kochen und Backen

Auch beim Kochen und Backen können Sie Strom sparen. Die richtigen Töpfe spielen beispielsweise bereits eine wichtige Rolle. Achten Sie stets darauf, dass der Topf nicht wesentlich kleiner als die Herdplatte ist. An den Seiten entweicht sonst ungenutzte Wärmeenergie, die verschwendet wird. Außerdem sollten Sie den Topf immer mit einem Deckel abdecken, da sonst zusätzliche Wärme verloren geht. Wichtig ist auch die Art des Herdes. Gasherde sind tatsächlich am energieeffizientesten, jedoch mittlerweile eher selten vertreten. Eine gute Alternative ist ein Induktionsherd. Ein eindeutiger Vorteil ist, dass nur dort Wärme erzeugt wird, wo diese auch benötigt wird. Falls Sie sich nun einen Induktionsherd anschaffen wollen, müssen Sie darauf achten, sich die richtigen Töpfe anzuschaffen. Da die diese magnetisch sein müssen, passt nicht jeder Topf auf ein Induktionsfeld. Wenn Ihnen die Anschaffungskosten eines neuen Herdes und neuer Töpfe zu hoch sind, können Sie auf Schnellkochtöpfe oder Töpfe mit speziellem Boden zurückgreifen. Schnellkochtöpfe lassen ihr Essen schneller garen, während Töpfe mit Thermoböden die Wärme länger speichern. Beides sind also gute Alternativen um Strom zu sparen.

Auch bei Kleinigkeiten wie Wasser kochen sind verschiedene Dinge zu beachten. So sollten Sie das Wasser grundsätzlich nicht auf dem Herd, sondern im Wasserkocher erhitzen und darauf achten, dass nur die benötigte Menge erhitzt wird.

Tipp: Nutzen sie die verbleibende Hitze zum Nachgaren. Herdplatten heizen sehr lange nach!

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Ihr Ofen verbraucht bis zu viermal soviel Energie wie Ihr Herd, weshalb Sie diesen möglichst selten benutzen sollten. Falls Sie dennoch nicht auf den Ofen verzichten wollen, gibt es Wege, wie sie diesen möglichst stromsparend nutzen können. Wenn Sie lediglich kleinere Essensmengen erwärmen wollen, nutzen Sie dafür am besten die Mikrowelle. Dies geht schneller und spart auch noch Strom. Um Dinge wie Brötchen aufzubacken, können Sie einen Toaster oder kleinen Grill zur Hilfe nehmen. Wussten Sie, dass es oft gar nicht nötig ist den Ofen vorzuheizen?

Bei diesen Gerichten sollten Sie den Backofen vorheizen

Das Vorheizen lohnt sich vor allem bei Gerichten, die in kurzer Zeit bei hohen Temperaturen zubereitet werden.

  • Soufflé
  • Brandteig
  • Biskuitteig
  • Fisch und Fleisch

Bei diesen Gerichten lässt sich Strom sparen

Das Vorheizen des Backofens ist nicht nötig, wenn sich bei Gerichten keine oder erst später eine Kruste bildet.

  • Kuchen
  • selbstgebackenes Brot
  • Aufläufe
  • Tiefkühlware

Wichtig ist, den Ofen vor dem Vorheizen komplett zu entleeren. Denn auch das Erhitzen eines Backblechs kostet Energie und lässt ihre Stromrechnung steigen.

Tipp: Nutzen Sie Umluft statt Ober- und Unterhitze! So können sie 20-30° Celsius weniger einstellen und sparen Strom.

Im Bad

Falls Ihr Wasser über einen Durchlauferhitzer oder Elektro Warmwasserspeicher läuft, sollten Sie sich auch hier Gedanken um den Verbrauch machen. Unabhängig von den technischen Möglichkeiten ist eine wichtige Regel: Konsumieren Sie Wasser bewusst und verschwenden Sie es nicht! Duschen Sie also lieber statt zu baden und lassen Sie das Wasser nicht durchgängig laufen. Stoppen Sie das Wasser während Sie Ihre Haare shampoonieren oder sich einseifen. Um Wasser zu sparen ohne Nachzudenken, können Sie sich Durchflussbegrenzer zulegen. Diese sorgen dafür, dass Luft in den Wasserstrahl gemischt wird, wodurch weniger Wasser pro Minute durch den Duschkopf oder Wasserhahn läuft. Eine weitere Möglichkeit sind Toilettenspülungen mit Stoppfunktion, die dafür sorgen, dass nur so viel Wasser zum Spülen verwendet wird, wie nötig.

Entscheiden Sie sich für die richtige Lampe

Mann wechselt Glühbirne
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Ein einfacher, aber effizienter Weg für Sie um Strom zu sparen, ist die Glühbirnen in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus auszutauschen. Wussten Sie, dass eine herkömmliche Glühbirne lediglich 5 Prozent der Energie zur Herstellung des Lichts benötigt und der Rest in unnütze Wärme umgewandelt wird? Ein guter Grund, um auf Energiesparlampen oder LED Lampen umzusteigen. Diese sind zwar in der Anschaffung teurer, halten jedoch länger und verbrauchen wesentlich weniger Strom.

Welche Lampe ist am effizientesten?

herkömmliche Glühbirnen Energiesparlampen LED Lampen
Betriebsstunden
1.000 (1 Jahr)
10.000
25.000
Anschaffungskosten
0,5 Euro
9 Euro
25 Euro
Stromkosten pro Jahr
(bei 29 ct/kWh und 1.000 Std. Brenndauer)
22,25 Euro
4,35 Euro
3,48 Euro

Energiesparlampen sind zwar sparsam, enthalten jedoch eine geringe Menge an Quecksilber und müssen somit umweltbelastend und gefährlich entsorgt werden. Am besten fahren Sie dementsprechend mit LED Lampen. Diese sind zwar die teuersten in der Anschaffung, stehen nach Gesamtkostenbetrachtung aber an erster Stelle und verbrauchen 90 % weniger Strom als eine herkömmliche Glühlampe. Außerdem verfügen sie laut Stiftung Warentest über die beste Ökobilanz und sorgen über den gesamten Lebenszyklus für die geringste Belastung für Umwelt und Gesundheit.

LEDs enthalten zwar kein Quecksilber, dürfen jedoch trotzdem nicht als Elektroschrott im Hausmüll entsorgt werden. Also sollten sie bei der Wertstoffsammlung abgegeben werden.

Tipp: Schauen Sie lieber einmal zu viel als einmal zu wenig nach, ob Sie wirklich das Licht ausgemacht haben und schalten Sie es sofort aus, wenn sich niemand mehr im Raum befindet.

Laptop statt PC

Auch im Büro oder bei der Arbeit können Sie Strom sparen. Denn ein mobiler Laptop verbraucht im Schnitt 30 Watt, während ein vergleichbarer Multimedia PC ungefähr 200 Watt aufbringen muss.

Eliminieren Sie den Standby-Modus

Ausgeschaltet bedeutet nicht gleich ausgeschaltet. Viele denken, dass die Geräte ausgeschaltet sind, wenn sich diese im Standby-Modus befinden. Doch Standby-Modus bedeutet, dass sich die Geräte in Betriebsbereitschaft befinden. Sie sind nicht wirklich ausgeschaltet, sondern können auf Abruf sofort wieder in Betrieb genommen werden. Sie verbrauchen zwar weniger Strom, als wenn sie angeschaltet sind, doch vermeiden kann man dies trotzdem.

Je nach Strompreis und Ausstattung können Sie durch das Eliminieren des Standby-Modus bis zu 150 Euro pro Jahr sparen!

Falls Sie keine Lust haben sollten, jedes Gerät einzeln auszustecken, können Sie zu Mehrfachsteckern mit Schaltern greifen. So können Sie den Strom für mehrere Geräte gleichzeitig ganz simpel ein- und ausschalten, sodass kein Standby Strom verbraucht wird. Besonders praktisch sind Steckdosenleisten mit Fernbedienung oder Wlan-Funktion. So können Sie beispielsweise bestimmte Zeitspannen einstellen oder Steckdosenleisten kontrollieren, die hinter Schränken verborgen liegen.

Das müssen Sie beachten:

  • Stecken Sie keine Mehrfachsteckdosen ineinander.
  • Greifen Sie zu Mehrfachsteckdosen mit Überspannungsschutz. Diese sind zwar etwas teurer, doch so sind Sie auf der sicheren Seite!

Achten Sie auf die Auswahl Ihrer Geräte

Das Energie-Effizienzlabel

Mit Hilfe des EU-Energielabels können Sie schnell sehen, welches Gerät energieeffizient ist und welches eher weniger. Die Effizienzklassen sind durch unterschiedliche Farben und Buchstaben gekennzeichnet. Die Farbskala geht von dunkelgrün (sehr gut) bis rot (sehr schlecht), während A die beste und D die schlechteste Kategorie ist. Auf dem Energielabel findet sich jedoch nicht nur die Effizienzklasse, sondern auch konkrete Informationen zu dem Gerät, wie zum Beispiel der Jahresenergieverbrauch. So können Sie ausrechnen, ob sich ein teures Gerät durch die hohe Energieeffizienz im Nachhinein rentiert. Ein Kühlschrank der Klasse A+ verbraucht beispielsweise ein Viertel weniger Strom als ein Gerät der Klasse A. Günstige Geräte sind also auf lange Sicht nicht immer tatsächlich am günstigsten. Manchmal lohnt es sich auch, wenn Sie Ihre alten Geräte genauer unter die Lupe nehmen und eventuell durch ein neues, energieeffizienteres Gerät austauschen.

Und: Sollten Sie in einem Mietobjekt wohnen, in dem Ihnen die Geräte nicht gehören, dürfen Sie diese selbst gegen ein effizienteres Gerät austauschen, solange Sie für die angemessene Aufbewahrung des fremden Gerätes sorgen. Eine Alternative ist, Ihren Vermieter darauf anzusprechen und sich gegebenenfalls an den Anschaffungskosten eines energiesparenderen Gerät beteiligen.

Wie Sie merken, können Sie ohne großen Aufwand schon eine Menge Stromkosten sparen. Es benötigt lediglich ein paar kleine Verhaltensänderungen, sowie ein wenig Aufmerksamkeit beim Gerätekauf und schon zahlen Sie weniger Geld für Strom und haben mehr übrig für die schönen Dinge im Leben.

Weitere Möglichkeiten, um Strom zu sparen