Photovoltaikanlagen

Generelle Informationen zu Photovoltaikanlagen

So funktioniert es:

  • Mithilfe von Photovoltaikmodulen auf Ihrem Hausdach produzieren Sie Ihren eigenen Strom. Damit können Sie entweder kosten sparen oder sogar Geld verdienen.
  • Der Bezugszähler hält fest wie viel Strom Sie aus dem öffentlichen Stromnetz beziehen.
  • Speisen Sie Ihren Solarstrom in das Stromnetz ein, wird dies mithilfe des Einspeisezählers festgehalten.
Photovoltaik Infografik

Voraussetzung für eine Photovoltaikanlage:

  • Prüfen: In manchen Fällen braucht man eine Baugenehmigung (z.B. Denkmalschutz).
  • Verschattung: Achten Sie auch in Hinsicht auf zukünftige Entwicklung auf Schatten. Dieser verringert die Leistung Ihrer Anlage.
  • Ausrichtung: Idealerweise ist das Dach gegen Süden gerichtet und hat eine Neigung von 26 bis 32 Grad.
  • Wind und Wetter: Wind und Schnee können die Anlage beschädigen. Denken Sie über den Abschluss von Versicherungen nach.
Photovoltaikanlagen dienen der Stromgewinnung. Sie können auch Solaranlagen genannt werden. Allerdings bezeichnet man damit eher Anlagen, die mit Hilfe von Sonnenenergie Wärme gewinnen, zum Beispiel für Warmwasser.

Ein Photovoltaikmodul hat eine Leistung von 250 bis 300 W. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 3 bis 4 Personen benötigt man eine Anlage mit ungefähr 18 Solarmodulen, also ca. 30m² Dachfläche. Das Modul ist der Hauptbestandteil einer Solaranlage. Es ist aus einzelnen Solarzellen zusammengesetzt. Es gibt teurere monokristalline Module mit einem höheren Wirkungsgrad und günstigere polykristalline Module.

Eine Solarzelle besteht aus einer Schicht Silizium als Halbleiter. Bei Photovoltaik ist die Energiezufuhr das Licht der Sonne. Trifft es auf die Solarzelle, fangen die Elektronen an sich zu bewegen und wandern über ein Kabel. Eine Bewegung ist gleichbedeutend mit Strom. Der in der Zelle erzeugte Solarstrom wird dann mit einen Wechselrichter in verwendbaren Strom umgewandelt.

Photovoltaikanlagen können auch über einen Einspeisezähler und eine Batterie als Stromspeicher verfügen. Die produzierte Strommenge schwankt im Tagesverlauf. Wollen Sie auch nachts Ihren eigenen Strom nutzen, muss dieser gespeichert werden.

Wartung von Photovoltaikanlagen

Grundsätzlich braucht es bei Photovoltaikanlagen keine häufige Wartung. Die Panels werden dicht verbaut und sind dadurch robust. Um den Ertrag hoch zu halten reicht eine Sichtprüfung alle zwei Jahre. Je nach Aufbau der Module reicht eine Reinigung alle ein bis zwei Jahre. Im Normalfall genügt Regen um gröbere Verschmutzungen zu beseitigen.

Es gibt drei Arten von Versicherungen für Photovoltaikanlagen:

  • Die Allgefahrenversicherung schützt Sie vor Kosten durch eine Beschädigung der Anlage selbst.
  • Die Haftpflichtversicherung greift, sollte Ihre Anlage zum Beispiel durch einen Sturm das Eigentum anderer beschädigen.
  • Die Ertragsausfallversicherung schützt Sie, wenn Ihre Anlage aufgrund schlechten Wetters, Verschmutzung oder aus anderen Gründen nicht genügend Strom produzieren kann.

Kosten und Einsparungen einer Anlage

Mit Solarenergie selbst Solarstrom produzieren: Das senkt die eigenen Kosten und kann durch Verkauf an den Netzbetreiber sogar ein gewinnbringendes Geschäft sein. In jedem Fall sollte man sich vor einer Inbetriebnahme über Förderung und genaue Kalkulationsmöglichkeiten informieren. Genauere Informationen wie zum Beispiel über eine Förderung über das eeg (Erneuerbare-Energien-Gesetz) finden Sie auf der Seite der Bundesnetzagentur.

Wer seine Investitionskosten niedrig hält und hohe Sonneneinstrahlungen zu erwarten hat, kann durch die Anschaffung einer Photovoltaikanlage durchaus Gewinne erzielen. Eine Möglichkeit ist dabei die Finanzierung der PV mit Hilfe eines Kredits. Viele Banken bieten spezielle Photovoltaik-Kredite an.
  • Preise für erneuerbare Energien sinken schnell. Die Kosten der Stromerzeugung sind in 7 Jahren um fast 75 % gefallen. (Stand 2017)
  • Die Kosten für selbst produzierten Strom liegen in der Regel unter dem, was Sie Ihrem Energieversorger an Stromkosten bezahlen müssten. Mit Photovoltaik für den Eigenbedarf zu produzieren ist also nicht nur ein nachhaltiges, sondern auch wirtschaftlich sinnvolles Geschäft.
  • Entscheidend für Ihre Planung ist, wie viel von Ihrem Stromverbrauch durch Photovoltaik abgedeckt werden soll. Bei über 40 bis 60 % des jährlichen Stromverbrauchs werden teure Batteriespeicher notwendig.
  • Das Ziel ist es, die Kosten für die Herstellung von Strom, so genannte Stromgestehungskosten, möglichst niedrig zu halten. Speichert man den Strom macht das 20 bis 30 % der Stromgestehungskosten aus.
In der folgenden Tabelle finden Sie Informationen zur Vergütung durch Einspeisung von Strom in das Stromnetz mit Hilfe einer Photovoltaikanlage. Die Einspeisevergütung gibt an, wie viel Cent sie mit Ihrer Anlage pro eingespeister Kilowattstunde verdienen. Bei Anlagen mit einem Kilowattpeak (kWp) von 100 kW erhalten Sie zusätzlich einen Mieterstromzuschlag. Voraussetzung hierfür ist, dass Ihre Anlage nicht vor dem 24. Juli 2017 in Betrieb genommen wurde. Der kWp bezeichnet die maximale Leistung einer Photovoltaikanlage unter idealen Bedingungen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass Sie nur überschüssigen Solarstrom einspeisen, den Sie selbst nicht verwenden.
Der Zuschlag gilt für Photovoltaikanlagen, die nach dem 24.6.2017 neu in Betrieb genommen werden. Er beruht auf dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (eeg). Demnach erhalten Sie die Vergütung und zusätzlich den Mieterstromzuschlag. Das heißt, dass Sie bei einer Leistungsklasse Ihrer Anlage von 10 bis 40 Kilowatt 15,24 Cent pro Kilowattstunde (11,87 + 3,37) verdienen. Den Zuschlag bekommt, wer eine Solaranlage auf einem Wohnhaus betreibt und die Mieter desselben Hauses mit dem in der Anlage hergestellten Strom versorgt. Eigenverbrauch wird nicht gefördert. Auch bezieht sich das Gesetz nur auf mit Sonnenenergie gewonnenen Strom.

Vergütung nach Leistungsklasse

Leistungsklasse Einspeisevergütung für Solaranlagen Mieterstromzuschlag für Solaranlagen
Bis 10 kW
12,20 Cent / kWh
3,70 Cent / kWh
Über 10 kW bis 40 kW
11,87 Cent / kWh
3,37 Cent / kWh
Über 40 kW bis 100 kW
10,61 Cent / kWh
2,11 Cent / kWh

Bezahlbare Photovoltaikanlagen für den Balkon

Wer für eine Photovoltaikanlage keinen Kredit aufnehmen will, ist mit einer Mini-Solaranlage gut beraten. Diese gibt es schon für 300 €. Durch Verbesserungen im Jahr 2017 entsprechen diese günstigen Plug-and-Play-Solaranlagen allen Sicherheitsanforderungen und können von daher bedenkenlos und in Eigenregie installiert werden.

Auch Mieter können die Anlagen auf Balkon oder Fassade befestigen und über einen Wechselrichter direkt an eine herkömmliche Steckdose anschließen. Ein Vorteil des Systems ist, dass es nur für den Eigenverbrauch ausgelegt ist und dadurch Kosten gespart werden. Für einen Aufpreis lässt sich ein Daten-Logger anschließen, welcher es Ihnen ermöglicht die Anlage via Smartphone-App zu überwachen. Das Plug-and-Play-System besteht aus Photovoltaik-Modulen (190 bis 260 Watt), einem Wechselrichter, einem entsprechenden Befestigungssystem und einem Pug-In-Stecker. Auf letzteren sollten Sie bei einem Kauf besonders achten, da Unternehmen diesen nicht immer mitliefern.

Glossar

Mono-, polykristalline Module

Ein monokristallines Modul unterscheidet sich von einem polykristallinen Modul nur in der Hinsicht, dass das verwendete Silizium in monokristallinen Modulen reiner ist. Damit hat es einen höheren Wirkungsgrad ist aber auch teurer.

Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad einer Solarzelle beschreibt, wie viel Prozent der zur Verfügung stehenden Sonnenenergie in Strom umgewandelt wird.

Halbleiter

Der Halbleiter Silizium verbessert die Leitfähigkeit bei der Zufuhr von Energie. Halbleiter zeichnen sich dadurch aus, dass sie Strom besser weiterleiten, je wärmer sie sind.

Wechselrichter

Ein Wechselrichter wandelt Gleichstrom in so genannten Wechselstrom um. Letzterer entspricht der Stromform im normalen Stromnetz.

Elektronen

Diese Elementarteilchen sind ein Bestandteil von Atomen. Während Protonen, mit positiver Ladung, und Neutronen im Atomkern zu finden sind, befinden sich Elektronen in der Hülle des Atoms.

Stromgestehungskosten

Die Kosten, die entstehen, um eine Energieform wie Licht oder Bewegung in elektrischen Strom umzuwandeln nennt man Stromgestehungskosten.

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