Heizkosten sparen

Ihre Heizkostenabrechnung hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. So kommt es unter anderem auf die Größe Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses, die Isolierung und auch auf Ihre Art zu heizen an. Doch ebenso spielen Ihre persönlichen Vorlieben oder die Strenge des Winters eine wichtige Rolle.
Wussten Sie, dass der Verbrauch im Schnitt bei 130 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr liegt? Bei circa 11 Euro pro Kilowattstunde ergibt das satte 1430 Euro im Jahr. Das kann zwar weniger oder auch mehr sein, doch Fakt ist, dass Sie Ihre Heizkostenabrechnung durch richtiges Verhalten deutlich senken können.

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Frau verstellt Thermostat
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Tipps zum Heizkosten sparen

Wann sollten Sie Ihre Heizung ausschalten?

Es klingt simpel: Schalten Sie Ihre Heizung aus, sparen Sie Energie und Geld. Denn jedes Grad weniger sorgt für etwa sechs Prozent weniger Heizkosten. Doch andererseits kostet es wiederum Energie, den Raum im Nachhinein wieder auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Besonders im Winter sollten Sie die Heizung nie komplett ausschalten, da durch die Kälte erhöhte Schimmelgefahr besteht. Die Fassaden kühlen ab und die Luftfeuchtigkeit schlägt sich an den abkühlenden Wänden nieder. Außerdem besteht im schlimmsten Fall Frostgefahr bei ausgeschalteter Heizung. Das gefrorene Wasser dehnt sich aus und drückt die Leitungen kaputt, was beim Tauen zu Wasserschäden führen kann. Im Sommer können Sie Ihre Heizung jedoch sorglos ausschalten, denn Frieren wäre da oft sogar Luxus.

So finden Sie die richtige Temperatur in jedem Raum

Das Einstellen der richtigen Raumtemperatur ist maßgeblich für sparsames Heizen. Denn jeder Raum ist individuell zu beheizen. Halten Sie sich überwiegend in Küche und Schlafzimmer auf, können Sie in anderen Räumen dementsprechend weniger heizen. Die Komforttemperatur beträgt bei den meisten Menschen um die 20 Grad Celsius. So sollten Aufenthaltsräume wie Wohn- und Arbeitszimmer bestenfalls auf dieser Temperatur eingestellt sein. In Ihrem Schlafzimmer sollten Sie die Temperatur nachts dann jedoch auf 16 Grad Celsius absenken, um erholsam zu schlafen. In der Küche kann es mit 18 Grad Celsius bereits etwas kühler sein, denn durch Kochen und Co. entsteht auch wieder Wärme. Während der morgendlichen Routine im Bad können Sie Ihr Thermostat allerdings deutlich höher einstellen und bei 24 Grad Celsius noch ein wenig verschlafen vom Urlaub im Warmen träumen.

Wohnraum
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Lassen Sie keinen Raum unter 14 Grad Celsius abkühlen! Die 5-Grad-Regel besagt, dass man den Raum nachts 5 Grad abkühlen lassen kann, um die Wunschtemperatur ohne erhöhten Energieaufwand erneut zu erreichen.

Sparen Sie mit elektronischen Heizreglern

Es ist äußerst schwierig herauszufinden, welche Ventilstellung an Ihrem Heizungskörper für welche Temperatur steht. Denn das ist von Heizungsanlage zu Heizungsanlage sehr unterschiedlich. Arbeitet Ihre Heizung beispielsweise nicht mehr so effizient wie sie eigentlich sollte, wird nicht mehr richtig geheizt. So kann es passieren, dass Stufe 5 plötzlich nur noch dafür sorgt, dass 20 Grad Celsius erreicht werden. Für Abhilfe können elektronische Heizregler sorgen. Diese programmiert man nach Uhrzeit und Temperatur, sodass automatisch für das richtige Wohnklima gesorgt wird. So können Sie zum Beispiel einstellen, dass die Temperatur eine halbe Stunde bevor Sie morgens aufstehen hochgefahren wird und Sie starten gemütlich in den Tag.

Was bedeuten die Zahlen auf Ihrem Thermostat?

  • * : ca. 5° C (Frostschutz)
  • Stufe 1: ca. 12° C
  • Stufe 2: ca. 16° C
  • Stufe 3: ca. 20° C
  • Stufe 4: ca. 24° C
  • Stufe 5: ca. 28° C

Besonders praktisch sind zudem Heizungssysteme die per App steuerbar sind. Sollten Sie Ihre Heizung während Ihres Urlaubs ausgeschaltet oder heruntergefahren haben, ist es möglich, die Temperatur bereits vor Ihrem Eintreffen wieder hochzufahren.

Die richtige Dämmung und Isolierung

Ein sehr einfacher, aber dennoch effektiver Weg ist es, nachts sämtliche Rollläden und Jalousien zu schließen, damit keine Wärme nach außen entweicht. Außerdem sorgt jede weitere Dämmschicht, je nach Größe, für bis zu 15 Prozent Energieeinsparung.

Finden Sie die Lecks an Ihren Fenstern

Frau schließt Fenster
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Undichte Fenster sorgen für viel Wärmeverlust, der sich schnell vermeiden lässt. Um die vorhandenen Lecks aufzuspüren, können Sie einfach eine brennende Kerze zu Hilfe nehmen. Die führen Sie am Rand des Fensters entlang und finden so die undichten Stellen. Die kleinen Öffnungen können Sie dann mit Klebeband oder Dichtungsmasse abdichten.

Auch nicht richtig schließende Fensterflügel sind ein echtes Problem. Diese kann man jedoch ganz einfach selbst nachjustieren und so für eine Verringerung des Energieverbrauchs sorgen.

Schließen Sie stets alle Türen und Fenster eines beheizten Raumes! Auch das richtige Lüften im Sommer und Winter hilft Ihnen Ihre Heizkostenabrechnung zu senken.

Isolieren Sie die Heizungsrohre und dämmen Sie die Heizung

Heizungsrohre können Sie mit Rohrschalen oder wärmedämmenden Naturmaterialien dämmen. Die Rohrschalen sollten eine Dicke von 30 Millimetern haben und werden um die Rohre gelegt, während die spezielle Rohrisolierung aus Naturmaterialien um die Rohre gewickelt wird. Zudem sollten Sie darauf achten, dass auch die Sperrventile isoliert sind, damit nirgendwo Wärme und somit kostbare Energie entweichen kann.


Eine günstige Methode um Heizkosten zu sparen, sind spezielle Folien, die Sie hinter Ihrer Heizung anbringen. Diese bestehen meist aus einer wärmereflektierenden Aluschicht und werden ohne großen Aufwand angebracht. Die sich sonst stauende Wärme hinter dem Heizkörper wird so wieder Richtung Innenraum gesteuert, statt in die Außenfassade zu entweichen. Sie haben auch die Möglichkeit dickere Dämmungen wie zum Beispiel Hartschaumplatten zu verwenden. Dabei ist jedoch wichtig, dass diese immer noch ausreichend Platz lassen, damit die Luft hinter dem Heizkörper gut zirkulieren kann.

Lassen Sie Ihrer Heizung genügend Platz

Wenn es die Gegebenheiten zulassen, sollten Sie unbedingt darauf achten, den Platz vor Ihrer Heizung freizulassen. Ist der Heizkörper durch Möbel zugestellt oder durch lange und schwere Gardinen verdeckt, entsteht ein Wärmestau. Dadurch wird die Warmwasserzufuhr der Heizung gestoppt und der Raum nicht mehr effizient beheizt. Um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen, muss somit die Heizung deutlich höher eingestellt werden.

Stellen Sie Ihre Möbel mit mindestens 20 Zentimetern Abstand zur Heizquelle auf! Außerdem hilft das Kürzen von langen Gardinen, damit die Luft wieder zirkulieren kann.

Sorgen Sie für die regelmäßige Entlüftung Ihrer Heizkörper

Wenn Sie merken, dass Ihr Heizkörper nicht mehr richtig funktioniert oder merkwürdige Geräusche macht, ist es vermutlich Zeit, ihn zu entlüften. Denn angesammelte Luft im Innenraum sorgt dafür, dass das warme Wasser nicht mehr richtig zirkulieren kann. Besitzen Sie noch keinen Heizungsschlüssel, können Sie sich diesen ganz einfach im Baumarkt besorgen. Mit diesem öffnen Sie das Ventil und lassen die Luft entweichen. Vorsichtshalber sollten Sie ein Gefäß unter das Ventil halten, da sobald sich keine Luft mehr im Inneren befindet, das Heizungswasser austritt. Fließt zu viel Heizungswasser aus der Heizung ist es zudem sehr wichtig, dass Sie neues nachfüllen. Nach der Entlüftung werden Sie merken, dass die Heizung wieder richtig arbeitet und sich die Leistung des Heizsystems deutlich verbessert.

Entlüften Sie Ihre Heizkörper mindestens einmal jährlich vor dem Start der Heizperiode!

So vermeiden Sie unschöne Überraschungen

Regelmäßige Wartungen des Heizungssystems verhindern, dass Sie von plötzlich auftretenden Problemen und Rechnungen überrascht werden. Zusätzlich arbeitet das System sparsamer und länger, was Ihnen eine niedrigere Heizkostenabrechnung ermöglicht. Die Wartung des Heizungssystems liegt normalerweise im Bereich des Hauseigentümers. Sind Sie also lediglich Mieter im Haus, müssen Sie sich darum nicht kümmern.

Heizungsfachmann während der Heizungswartung
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Der hydraulische Abgleich

Ist der Heizungsfachmann einmal im Haus, sollte er auch direkt einen hydraulischen Abgleich durchführen. Dieser ist eine wirksame Methode, um Heizkosten zu sparen, da er eine ungleichmäßige Wärmeverteilung in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung verhindert. Jegliche Komponenten des Heizungssystems werden aufeinander und den Bedarf des Wohnraumes abgestimmt und optimal kalibriert. So kommt es zu keinen Verlusten und Energie wird effizient eingesetzt.

Falls Sie dennoch zu viel heizen müssen, sollten Sie darüber nachdenken, Ihre Heizungspumpe austauschen zu lassen. Denn veraltete Heizungspumpen sind wahre Energiefresser und oft der Grund für zu hohe Heizkostenabrechnungen. Kontrollieren Sie diese also dringend auf Effizienz und tauschen Sie sie wenn nötig aus, zumal der Umstieg auf umweltschonende Heizanlagen staatlich gefördert wird.

Lohnt sich eine neue Heizungspumpe?

Alte Heizungspumpe Neue Heizungspumpe
Verbrauch während der Heizperiode
508,80 kWh
76,32 kWh
Jährlicher CO2 Ausstoß
248,80 kg
37,32 kg
Jährliche Stromkosten bei 29 ct/kWh
147,55 Euro
22,13 Euro

Eine neue Heizungspumpe müssen Sie sich zwar erst einmal anschaffen, doch auf lange Sicht rentiert sich diese Investition. Denn Sie sparen nicht nur Geld und Energie, sondern agieren auch umweltschonender.

Die richtige Einstellung der Heizkurve

Die Heizkurve, auch Heizkennlinie genannt, beschreibt das Verhältnis zwischen zwei Temperaturen. Der Außentemperatur, außerhalb des Gebäudes und der Vorlauftemperatur, d.h. der Temperatur des Heizwassers. Ändert sich also die Außentemperatur, wirkt sich das auf die Vorlauftemperatur aus. Somit ist die Vorlauftemperatur entscheidend für die Effizienz eines Heizsystems und wichtig bei der Einstellung der Heizkurve. Die optimale Heizkurve ist von vielen Faktoren abhängig, sodass Sie erst ein wenig rumprobieren müssen, bis Sie die richtige Einstellung finden.

Sie können folgende Konstanten einstellen:

  • Die Steilheit gibt an, um wie viel Grad die Vorlauftemperatur steigt oder sinkt, sobald sich die Außentemperatur verändert. Bei einer Steilheit von Zwei wird die Vorlauftemperatur um zwei Grad erhöht, wenn die Außentemperatur um ein Grad sinkt. Je steiler die Heizungskurve eingestellt ist, desto schlechter ist das Gebäude gedämmt und desto mehr Energie muss aufgebracht werden.
  • Die Parallelverschiebung sorgt für Anhebung oder Absenkung des Niveaus der Vorlauftemperatur. So wird nichts an der Steilheit geändert, sondern lediglich am Gesamtniveau. Wenn die Grundtemperatur in den Räumen nicht stimmt, muss das gesamte Niveau abgesenkt oder angehoben werden und Sie müssen nichts am Grad der Steilheit verändern.
  • Die Nachtabsenkung verschiebt die Heizkurve mit Hilfe der Parallelverschiebung über Nacht nach unten. So werden temporär niedrige Temperaturen erreicht und Energie gespart.
  • Die Heizgrenze legt den Zeitpunkt, beziehungsweise die Außentemperatur fest, an dem die Heizung nicht mehr heizen soll.

Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto flacher ist die Heizkurve und desto weniger Energie wird verbraucht!

Mehr anziehen statt mehr heizen

Warme Pullis
© dan-gold/unsplash

Ein einfacher, dennoch sehr effektiver Tipp: Halten Sie sich warm. Kommen der dicke Strickpulli oder die gemütliche Wolldecke zum Einsatz, können Sie das Thermostat direkt ein wenig runterdrehen. Durch wärmere Kleidung lässt sich das subjektive Wärmeempfinden erheblich steigern und sorgt dafür, dass Sie weniger heizen müssen. Besonders wichtig für den Kreislauf sind zudem warme Füße. Also her mit den Hausschuhen und Wollsocken!
Da die Fußwärme entscheidend für das Wärmeempfinden ist, sind Teppiche eine ebenso gute Lösung um Heizkosten zu senken. Böden aus Fliesen oder Stein sehen zwar schön aus, fühlen sich jedoch kalt an und leiten die Wärme über den Boden ab.

Atmen Sie weniger Heizungsluft ein, werden Ihre Atemwege geschont und Müdigkeit vorgebeugt. Weniger heizen verringert also nicht nur Ihre Heizkosten, sondern trägt zu Ihrer eigenen Gesundheit bei!

Energie sparen ist besonders zu heutigen Zeiten ein sehr wichtiges Thema. Dazu gehört auch der bewusste Umgang mit den Ressourcen zum Heizen. Doch durch Ihr richtiges Verhalten und Ihren korrekten Gebrauch des Heizsystems, ist es gar nicht so schwer, Heizkosten zu sparen.

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