Nebenkosten: Das Wichtigste zu Ihrer Nebenkostenabrechnung

Wenn die Nebenkostenabrechnung ins Haus flattert, bedeutet dies nicht selten auch, dass eine Nachzahlung ansteht. Wenn Mieter an der Richtigkeit der umgelegten Betriebskosten zweifeln, können sie beim Vermieter um Nachweis bitten und die Angaben in der Abrechnung mit dem Mietvertrag abgleichen.

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Eine Frau und ein Mann sitzen an einem Tisch und vergleichen Rechnungen.
© haley-phelps/unsplash

Sonderregelung in Krisenzeiten

Zahlungsausfälle, die auf die Corona-Krise zurückzuführen sind, legitimieren den Vermieter nicht, das bestehende Mietverhältnis zu kündigen. Diese Sonderregelung gilt für Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni. Diese müssen bis spätestens Ende Juni 2022 zurückgezahlt werden.

Auch die damit verbunden Verträge und Leistungen für Strom, Gas, Wasser und Internet dürfen nicht gekündigt werden, da es sich laut Beschluss des Bundestags um sogenannte Verträge der Daseinsvorsorge handelt. Hierbei besteht vorübergehend ein dreimonatiger Kündigungsschutz.

Was sind Betriebskosten?

Kosten, die beim Eigentümer als Lasten des Grundstücks anfallen, werden Betriebskosten genannt. Der Eigentümer muss diese Kosten tragen. Das gilt grundsätzlich auch, wenn eine Immobilie vermietet ist.

Folgende Betriebskosten kann der Vermieter jedoch auf den Mieter umlegen:

  • Grundsteuer
  • Wasserkosten
  • Gasanbieterwechsel
  • Strom
  • Abwasser- und Müllentsorgung
  • Schornsteinreinigung
  • Hausrat- und Haftpflichtversicherung
  • Hauswartkosten und Gartenpflege
  • Gemeinschaftsantenne
  • Wascheinrichtungen
  • Straßen- und Gebäudereinigung
  • Aufzugkosten
  • Internet / Telefon
  • Beleuchtung

Das sagt das Mietrecht

Nicht alles muss bezahlt werden:

Kosten für die Hausverwaltung, Bankgebühren und Porto gehören nicht in die Nebenkostenrechnung. Im Allgemeinen muss der Mieter das an Nebenkosten zahlen, was im Mietvertrag vereinbart wurde. Zusätzliche Posten wie z. B. Reparaturen muss der Mieter nicht akzeptieren.

Wann muss die Mietnebenkostenabrechnung vorliegen?

Spätestens ein Jahr nach Ende der Abrechnungsperiode muss der Vermieter die Rechnung für Nebenkosten vorlegen. Andernfalls verliert er den Anspruch auf eventuelle Nachzahlungen. Dies gilt aber nicht für den Mieter, d.h. bestehende Forderungen gegenüber dem Vermieter können nach Ablauf des Abrechnungszeitraums geltend gemacht werden.


Rund um den Anbieterwechsel

Tipps zum Stromanbieterwechsel

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über Verbrauch und Kosten der letzten Jahre.
  • Suchen Sie bei Angeboten nach versteckten Kosten oder Erhöhungen in den Folgejahren.
  • Achten Sie bei Ihrem neuen Vertrag auf kurze Kündigungsfristen und moderate Laufzeiten.
  • Sofern Ihr Stromanbieter seine Preise erhöht, existiert ein Sonderkündigungsrecht.

Wann ist ein Wechsel möglich?

  • Meist reicht einjährige Kundschaft beim aktuellen Versorger.
  • Ein Wechsel kann mit einem Vorlauf von bis zu sechs Monaten in Auftrag gegeben werden.

Hinweise zur Rundfunkgebühr

  • Alle, die einen Fernseher, ein Radio, einen internetfähigen PC oder ein Smartphone besitzen, müssen den geräteunabhängigen Rundfunkbeitrag bezahlen.
  • Sie können sich von der Rundfunkgebühr befreien lassen, wenn Sie z.B. Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe BAföG-Leistungen oder Leistungen aus der Grundsicherung erhalten.
  • Besitzen Sie keinen Fernseher, sondern nur ein Radio, einen internetfähigen Computer oder ein Smartphone, zahlen Sie monatlich nur 5,83 Euro.
  • Sie sind dazu verpflichtet, sich selbständig beim Beitragsservice anzumelden. Tun Sie das nicht, können bis zu drei Jahre rückwirkend Rundfunkbeiträge erhoben werden.
  • Zum 1. April 2015 ist die Rundfunkgebühr von 17,98 Euro auf 17,50 Euro monatlich gesenkt worden.
  • Der ermäßigte Rundfunkbeitrag wurde ebenfalls von 5,99 Euro auf 5,83 Euro monatlich abgesenkt.
  • Für Unternehmen orientiert sich der Beitrag weiterhin an der Anzahl der Betriebsstätten und der dort sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
  • Seit dem 1. November 2019 können auch Ehepartner, sowie eingetragene Lebenspartner eine Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht für ihre Zweitwohnung beantragen. Voraussetzung ist lediglich das Bewohnen einer gemeinsamen Hauptwohnung.
  • Wichtig: Den Anspruch auf Be­freiung haben neben dem In­haber der Wohnsitze aus­schließlich der Ehe­partner beziehungsweise der ein­getragene Lebens­partner. Sonstige voll­jährige Mit­bewohner sind beitragspflichtig.

Nebenkosten für Immobilienbesitzer

Was ist eigentlich Hausgeld?

Wenn Sie Wohnungseigentümer sind und die Immobilie selbst bewohnen, zahlen Sie keine Miete, sind aber von den Nebenkosten nicht befreit. Sie entrichten monatlich sogenanntes Hausgeld. Die Höhe des Hausgeldes wird mit Hilfe eines Verteilungsschlüssels ermittelt, z. B. anteilig zu der Anzahl aller Eigentumswohnungen des Hauses.

Denken Sie rechtzeitig an finanzielle Rücklagen

Rücklagen sind finanzielle Reserven, die Sie als Hausbesitzer für eventuelle Aufwendungen (z. B. Reparaturen) frühzeitig bilden sollten. Bauexperten raten, jährlich etwa 1% der Baukosten für Instandhaltungsarbeiten zu sparen. Als Faustregel sollte die jährliche Rate bei ca. 7 bis 8 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche liegen, bei Altbauten bei ca. 10 Euro.

Wesentliche Betriebskosten:

  • Grundsteuer
  • Wasserkosten
  • Heizkosten
  • Strom
  • Abwasser- und Müllentsorgung
  • Schornsteinreinigung
  • Gartenpflege
  • Rundfunkgebühren Internet / Telefon

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  • In der Regel dauert ein Wechsel zwischen 4 und 6 Wochen.
  • Falls Sie einen Wechsel anstreben und Ihre Kündigungsfrist in den nächsten Wochen abläuft, sollten Sie besser bereits selbst Ihre Kündigung abschicken, damit diese nicht verstreicht.

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