Studentenwohnung oder Wohnheim? – So findest du die richtige Unterkunft fürs Studium

Für viele Erstsemester bedeutet der Anfang des Studiums auch, endlich von zu Hause auszuziehen. Doch diese Freiheit ist im Vorfeld mit viel Aufwand verbunden. Denn oft ist am gewünschten Studienort der Wohnungsmarkt sehr hart umkämpft. Das bedeutet, dass es mancherorts schwer ist, eine passende Wohnung zu finden. Mit ein paar Tipps und guter Vorbereitung ist es möglich, doch noch bei Semesterstart am gewünschten Studienort zu wohnen.

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Junge Frau mit Hut sitzt in Wohnung und sieht auf ihr Smartphone
© Eva Katalin/iStock

Wie will ich eigentlich wohnen?

Bevor du den Wohnungsmarkt an deinem zukünftigen Studienort bearbeitest, wirst du dir zuallererst Gedanken machen wollen, wie du eigentlich wohnen willst. Eine eigene Studentenwohnung, eine Wohngemeinschaft oder doch ein Zimmer im Studentenwohnheim? Jede Wohnform hat ihre speziellen Eigenschaften.

Eigene Studentenwohnung

Die wahrscheinlich luxuriöseste Form des Wohnens im Studium ist eine eigene Wohnung, denn hier hast du die meisten Freiheiten. Das bedeutet aber auch, dass du gleichzeitig auch eine große Verantwortung trägst. Eine eigene Studentenwohnung will nämlich (finanziell) gut organisiert sein. Kaution (meistens 2,5 Monatskaltmieten), Miete, Nebenkosten, weitere Kosten (z.B. Telefon, Rundfunkbeitrag, Reparaturen) – für all das brauchst du eine finanzielle Grundlage. Wenn du zum Beispiel einen Job als Werkstudent anfängst, sowieso schon dein eigenes Geld verdienst oder deine Eltern dich auch unterstützen, kommt diese Wohnform für dich vielleicht tatsächlich in Frage.

Vorteile:

  • besonders viel Ruhe
  • die meisten Freiheiten

Wohngemeinschaft (WG)

Zwei Frauen sitzen auf Holzboden zwischen gestapelten Umzugskartons und unterhalten sich
© monkeybusinessimages/unsplash

Eine Wohngemeinschaft (WG) ist besonders für Menschen geeignet, die Geld sparen möchten, aber auch gerne mit anderen Menschen zusammenleben möchten, vielleicht als eine Art Familienersatz. Ein Vorteil am Zusammenwohnen ist zum Beispiel, dass du gerade in einer neuen Stadt viel leichter Anschluss finden kannst und ihr euch in der WG die Aufgaben – wie das Putzen oder Einkaufen gehen – teilen könnt. Da das Thema Wohngemeinschaft sehr groß ist, haben wir dir einen ganzen Artikel dazu bereitgestellt. Mehr zum Thema WG lesen…

Vorteile:

  • schneller Anschluss
  • Aufgabenteilung

Studentenwohnheim

Eine besonders günstige Unterkunft während des Studiums ist ein Zimmer im Studentenwohnheim. Hier wohnst du meistens in einem ganzen Haus, aufgeteilt in mehrere Wohnungen, in deinem eigenen Zimmer. Im Studentenwohnheim genießt du alle Vorteile, die du in einer herkömmlichen WG auch hast. Um einen Platz im Studentenwohnheim zu bekommen, musst du in der Regel einen Antrag beim zuständigen Studentenwerk deiner Hochschule einreichen. Wird dein Antrag angenommen, kommst du auf die Warteliste. Dabei können die Wartezeiten sehr unterschiedlich ausfallen. Manchmal dauert es einige Wochen, aber manchmal auch mehrere Semester. Das liegt daran, dass die Plätze begrenzt sind.

Vorteile:

  • besonders günstig
  • schneller Anschluss

Tipps für die Wohnungssuche

Du hast dich entschieden, wie du während deines Studiums wohnen möchtest? Dann kann es mit der Suche nach der richtigen Unterkunft losgehen. Es empfiehlt sich, möglichst früh mit der Wohnungssuche zu beginnen. Denn gerade zum Wintersemester suchen viele Studierende nach einer Unterkunft. Dadurch ist der Wettbewerb besonders groß und es wird noch schwieriger, eine passende Wohnung zu finden. Gerade weil der Wohnungsmarkt unter den Studenten so hart umkämpft ist, lohnt es sich, wenn du alle möglichen Mittel ausschöpfst, um ein begehrtes Zuhause an deinem Studienort zu bekommen. Das bedeutet, dass du über die einschlägigen Internetseiten hinaus auch noch andere Informationsquellen nutzen solltest:

In der Hochschule oder Universität

Junge Frau mit hellblauem Schal schaut auf ein schwarzes Brett
© WavebreakmediaMicro/Fotolia

In deiner Hochschule oder Uni gibt es sehr wahrscheinlich ein schwarzes Brett, wo viele Abreißzettel aufgehängt sind. Das können sowohl Wohnungsangebote als auch Wohnungsgesuche sein. Außerdem bieten die Studentenwerke vor Ort oft einen entsprechenden Service an und unterstützen die Studenten bei der Wohnungssuche.

Unbedingt Zeitung lesen

Auch wenn im Internet unzählige Wohnungsinserate zu finden sind, gibt es um ein vielfaches mehr Interessenten. Daher kann es durchaus hilfreich sein, wenn du die Zahl deiner Konkurrenten einfach reduzierst. Das kannst du zum Beispiel mit einer Zeitung machen. Gerade ältere Vermieter setzen auf altbewährtes und inserieren ausschließlich in der lokalen Zeitung. Solche Perlen solltest du dir nicht entgehen lassen und während deiner Wohnungssuche vermehrt den Immobilien-Teil der lokalen Zeitung deines Studienortes checken. Außerdem kannst du überlegen, ob du auch selber in der Zeitung inserierst und vielleicht die richtige Person dein Gesuch liest. Probieren kann man es auf jeden Fall.

Wohnungsbesichtigungen gut vorbereiten

Junger Mann und junge Frau sitzen auf dem Boden einer leeren Wohnung
© Monkey Business/Fotolia

Wenn du eine Wohnung besichtigst, kannst du dir in den meisten Fällen sicher sein, dass auch noch andere die Wohnung besichtigen werden. Erst recht, wenn es sich um eine dieser Massenbesichtigungen handelt, wo an einem festgelegten Termin riesige Gruppen von Menschen eine einzige Wohnung besichtigen wollen. Daher ist eine gute Vorbereitung wichtig, um aus der Masse an Bewerbern herauszustechen. So kannst du dir die Wohnung beispielsweise mit deinen Eltern anschauen, weil sie eine seriöse und finanziell sichere Ausstrahlung haben. Außerdem lohnt es sich schon eine Mappe mit allen erforderlichen Unterlagen (z.B. Schufa-Auskunft, Lebenslauf, Gehaltsnachweis oder Bürgschaft) im Vorfeld zusammenzustellen und zur Besichtigung mitzunehmen. Mehr zum Thema Wohnungssuche...

Eigene Wohnung gefunden – Was nun?

Geschafft! Herzlichen Glückwunsch zu deiner eigenen Wohnung. Bevor du einziehst, steht noch die Übergabe an. Hierbei ist es wichtig, dass du alle eventuellen Mängel dokumentierst und an die Vermieter oder Hausverwalter weitergibst. So kannst du garantieren, dass mögliche Schäden vor deinem Einzug schon vorhanden waren und eventuell vorher vom Vermieter ausgebessert werden müssen. Wenn beide Seiten das okay geben, kannst du endlich einziehen. Wenn du mit dem Umzug fertig bist, musst du dich unbedingt beim zuständigen Einwohnermeldeamt/Bürgerbüro melden. Dafür gibt es Fristen, die du auf keinen Fall verpassen solltest. Meldest du dich nicht rechtzeitig, wird in der Regel ein Bußgeld fällig. Am besten erkundigst du dich noch vor deinem Umzug, welche Fristen für dich gelten.

Finde eine passende Studentenwohnung in deiner Stadt

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Wähle hier deinen Studienort aus und finde deine Studentenwohnung.

Andere Formen des Wohnens

Wohnen für Hilfe

Junge Frau in Küche spült einen Teller
© tina-dawson/unsplash

Oft haben Menschen ein Zimmer frei und benötigen im Alltag Hilfe. Warum nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Du brauchst ein Zimmer und würdest dafür auch anderen Menschen im Alltag unter die Arme greifen? Mit einer sogenannten Wohnpartnerschaft im Rahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnen für Hilfe Deutschland wird genau dieses Modell umgesetzt. Aufgaben können zum Beispiel sein: Gartenarbeit, Haushaltshilfe, Kinderbetreuung, Tierpflege, aber auch gemeinsame Unternehmungen – Pflegeleistungen jeglicher Art sind ausgeschlossen. Dabei leistest du in der Regel pro Quadratmeter persönlichen Wohnraum eine Stunde Hilfe im Monat. Dafür musst du keine Kaltmiete bezahlen.

House Sitting

luxuriöses Whnzimmer mit weißer Couch und Flachbildfernseher
© tulcarion/iStock

Während des Studiums in einer Villa wohnen oder zentral in der Stadt? Wenn du flexibel bist und eher minimalistisch unterwegs bist, dann könnte vielleicht House Sitting die richtige Lösung für dich sein. Manche Hausbesitzer oder Wohnungsbesitzer möchten nämlich ihren Garten und ihre Haustiere in gute Hände geben, wenn sie für mehrere Wochen oder sogar Monate nicht zuhause sein können. Du kannst für diese Zeit dann mietfrei in dem zu betreuenden Objekt leben, während du dich um Haus, Garten und Tiere kümmerst.


Für den Notfall

In einigen Ausnahmefällen kann es vorkommen, dass das Semester beginnt und manche Studenten keinen Schlafplatz haben. Das kommt besonders dann vor, wenn der Studienort sehr weit weg liegt und ein Pendeln nicht in Frage kommt. Ein Hostel o.ä. ist auf Dauer sehr teuer und ist sehr selten eine Lösung. Sollte es zu diesem Fall kommen, bieten viele Universitäten und Hochschulen für eine sehr begrenzte kurze Dauer zum Semesterstart Notschlafstellen an. Man ist währenddessen dazu angehalten, dass man vor Ort nochmal intensiv nach einer eigenen Unterkunft oder Schlafmöglichkeit sucht.

Fazit

Der Wohnungsmarkt ist für viele Studenten eine große Herausforderung. Wenig freie Unterkünfte und umso mehr Bewerber. Doch mit ein bisschen Ausdauer und guter Vorbereitung stehen die Chancen trotzdem gut, so dass auch du eine der begehrten Unterkünfte für dein Studium bekommst!