Tipps zur Wohnungsbesichtigung

Die Wohnungsbesichtigung ist oft der Moment, in dem die Entscheidung für oder gegen das Mietobjekt oder den Interessenten fällt. Wir haben alles Wichtige für Sie zusammengefasst und zeigen Ihnen, was besonders im Zuge der aktuellen Corona-Krise zu beachten ist.

Wohnungsbesichtigung
© monkeybusinessimages/iStock

Sind Besichtigungen noch erlaubt?

Wohnungsbesichtigungen sind durch aktuelle Maßnahmen wie das Kontaktverbot nur noch begrenzt und unter besonderen Bedingungen erlaubt. Massenbesichtigungen, wie man sie aus Großstädten kennt, werden nicht mehr auf Sie zukommen. Stattdessen werden nur noch Einzelbesichtigungen angeboten, egal wie beliebt das Objekt ist.

Wann Einzelbesichtigungen noch erlaubt sind:

  • Wenn eine gewisse Dringlichkeit oder Notwendigkeit vorliegt und es ist nicht möglich ist, die Besichtigung zu verschieben. Das ist der Fall, wenn beispielsweise
    • die alte Wohnung gekündigt/verkauft wurde und noch keine Ersatzwohnung vorhanden ist oder
    • ein Arbeitsplatzwechsel in eine andere Stadt stattfindet.

  • Wenn die vorgegebenen Hygienetipps streng eingehalten werden und ein kontaktloser Ablauf möglich ist.
    • Halten Sie Abstand.
    • Tauschen Sie Dokumente lieber digital aus.
    • Mögliche Kontaktflächen meiden oder regelmäßig desinfizieren.

Gut zu wissen:

Besichtigungen mit Personen aus dem gleichen Haushalt sind trotz Einzelbesichtigung möglich.

Alternativen zur klassischen Wohnungsbesichtigung

Um jeglicher Ansteckungsgefahr zu entgehen, gibt es einige Alternativen zur klassischen Live-Besichtigung. So ist es möglich, Kontakt zu anderen komplett zu vermeiden und dennoch einen guten Überblick über das Immobilienobjekt zu bekommen.

  • Virtueller Termin per Videochat: Der Makler befindet sich in der Wohnung, während der Interessent per Videochat dazugeschaltet wird.
  • 360 Grad Rundgang im Exposé: So wird zwar kein Gang in die Wohnung ersetzt, doch der Interessent kriegt trotzdem ein Gefühl für die Aufteilung und den Schnitt des Mietobjektes.
  • Detaillierte Fotos und eine ausführliche telefonische Beratung durch den Makler: Mögliche Fragen und ein weiterer Vorgang werden geklärt.
Frau am Laptop
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Was, wenn Besichtigungen in meiner Wohnung stattfinden?

Falls Sie bald selbst ausziehen und in Ihrer Wohnung eine Besichtigung durch einen neuen potenziellen Mieter stattfindet, ist es Ihnen überlassen, ob Sie den Termin absagen oder nicht. Der Vermieter hat zwar einen Anspruch auf Duldung der Besichtigung, doch die Interessen des Mieters stehen im Vordergrund. Und Angst vor einer Ansteckung mit Corona ist ein solches Interesse.

Falls es jedoch unumgänglich ist, die Besichtigung durchzuführen, können diejenigen, die die Wohnung betreten, eine Erklärung abgegeben, dass sie weder Krankheitssymptome haben, noch Kontakt mit einer positiv getesteten Person hatten.

5 Tipps zur Wohnungsbesichtigung

Es gibt natürlich einige grundlegende Tipps, die selbstverständlich sein sollten. Dazu gehören Pünktlichkeit, Freundlichkeit gegenüber dem Eigentümer und angemessene Kleidung. Darüber hinaus haben wir aber noch ein paar speziellere Ratschläge für Sie, an die man nicht sofort denken würde.

1. Der erste Eindruck

Wie so oft sollte auch bei der Wohnungssuche der erste Eindruck stimmen. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Haben Sie ein unwohles Gefühl? Dann wird es mit Sicherheit in Zukunft schwierig, sich dort wirklich zu Hause zu fühlen. Haben Sie ein gutes Gefühl? Dann stehen die Chancen gut, dass Sie in dieser Wohnung glücklich werden. Dennoch sollten Sie sich noch weitere Wohnungen ansehen und auf Ihren Bauch hören, sich aber nicht blind darauf verlassen.

2. Genau begutachten

Schauen Sie sich die Wohnung so genau wie möglich an. Vergessen Sie nicht, auch bei einer virtuellen Besichtigung genau nachzufragen. Hier sind einige Punkte, auf die Sie unbedingt ein Auge werfen sollten:

  • Grundsätzliche Sauberkeit
  • Geruch
  • Geräusche
  • Schimmel
  • Risse in der Wand
  • Steckdosenverteilung
  • Fenster und Türen öffnen und auf Funktion prüfen
  • Rolladen
  • Feuchtigkeit
  • Fußbodenzustand
  • Wand/Tapetenzustand
  • Helligkeit (bei Tageslicht besichtigen!)

Sollten Ihnen Mängel auffallen, oder sollten Sie sich unsicher sein, fragen Sie lieber nochmal nach einem zweiten Besichtigungstermin. Dann können Sie einen fachkundigen Gutachter heranziehen, der die Lage für Sie einschätzt.

3. Fotos machen

Wenn Sie persönlich vor Ort sind, sollten Sie unbedingt Fotos von der Wohnung machen (am besten vorher kurz fragen). Besonders dann, wenn Ihnen etwas Negatives auffällt. Sie können dazu Ihr Handy verwenden, wenn es über eine gute Bildauflösung verfügt. Ansonsten sollten Sie zu einem guten Fotoapparat greifen.

4. Fragen stellen

Ganz wichtig ist, dass Sie bei der Wohnungsbesichtigung Ihre Fragen stellen. Je mehr Sie über die Wohnung erfahren können, desto besser ist es für Ihre Entscheidung. Hier sind einige Fragen, die Sie stellen können:

  • Gibt es bekannte Mängel?
  • Wie hoch lagen die Nebenkosten im letzten Jahr?
  • Wie ist die Parksituation?
  • Gibt es einen Keller/Abstellraum?
  • Wie ist die Isolierung?
  • Wie sind die Nachbarn?
  • Wo kann man eine Waschmaschine anschließen?
  • Ist die Küche im Preis enthalten?
  • Fallen sonstige Kosten an?
  • Sind Haustiere erlaubt?

5. Die Umgebung und Nachbarschaft

In der Umgebung einer Wohnung gilt es auch auf einiges zu achten. Dazu zählen unter anderem folgende Dinge:

  • Nähe zu wichtigen Orten oder Einrichtungen
  • Verkehrsanbindung
  • “Ruf” des Viertels
  • Direkte Nachbarschaft
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