Wohnen auf Zeit

Wohnen auf Zeit bedeutet, dass Wohnraum für einen gewissen Zeitraum bereitgestellt wird. Dabei ist es egal, ob es sich um ein Einzimmerapartment, eine Wohnung mit mehreren Zimmern oder um ein Haus handelt.
Es eignet sich für Studenten, die ein Praktikum in einer fremden Stadt absolvieren, Arbeitnehmer, die für einen gewissen Zeitraum an einem anderen Ort arbeiten müssen und für alle, die eine befristete Stelle annehmen und nicht wissen, ob sie länger in einer Stadt bleiben werden.
Wohnen auf Zeit hat den Vorteil, dass man nicht gleich komplett umziehen muss, wenn man noch nicht weiß, ob man länger in der neuen Stadt bleiben wird. Es erhöht also die Flexibilität und spart zudem bares Geld. Das Angebot an Business Apartments wird vor allem von der regionalen Wirtschafts- und Branchenstruktur beeinflusst. Insbesondere in Großstädten und in Städten mit einer regen Messekultur sowie einem ausgeprägten Bankwesen wächst der Bedarf.

Appartement mit Wohnküche
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Lesedauer: 6 Minuten

Rechte und Pflichten

Wie sieht ein Mietvertrag für eine möblierte Wohnung aus und wer erstellt diesen?

Der Vertrag wird in der Regel vom Vermieter erstellt. Dieser sollte, bei einer möblierten Wohnung, zusätzlich eine Liste mit sämtlichen Gegenständen, Möbeln genauso wie Kleinkram, erstellen. Die Liste wird von beiden Parteien unterzeichnet. Im Idealfall ist der Zustand der Gegenstände notiert. Geht etwas kaputt oder verloren, ist der Vermieter abgesichert. Gleichsam kann der Mieter nicht für fehlende Gegenstände in der Wohnung belangt werden, die es nie gab und die nicht auf der Liste stehen. Der Vermieter kann übrigens darauf beharren, dass vorhandene Möbel in der Wohnung bleiben.

Wie verhalte ich mich, wenn während meiner Mietdauer Gegenstände in der möblierten Wohnung beschädigt werden?

Küchengeräte
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Sprich auf jeden Fall mit deinem Vermieter. Wenn du proaktiv auf den Geschädigten zugehst, anstatt darauf zu hoffen, dass der Schaden nicht auffällt, erleichtert das deine Situation. Verschwiegener Schaden, der erst bei der Wohnungsabgabe auffällt, wird negativer aufgenommen als Ehrlichkeit. Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist zudem geregelt, dass Gegenstände die durch vertragsgemäßen Gebrauch an Wert verlieren, dem Mieter nicht zu Last gelegt werden können. Wenn du die Gegenstände also nur dafür nutzt, wofür sie genutzt werden sollen und sich diese im Zuge dessen abnutzen, kannst du dafür nicht belangt werden. Passiert die Abnutzung oder Beschädigung allerdings durch unsachgemäßen Umgang oder schuldhaftes Verhalten musst du für den Schaden aufkommen. Der Vermieter ist verpflichtet dem Mieter nachzuweisen, dass dieser fahrlässig mit den Gegenständen umgegangen ist und deren Beschädigung bewusst in kauf genommen hat.
Das greift auch, wenn du zum Beispiel ein Elektrogerät falsch benutzt hast und es dadurch kaputt gegangen ist. Um auf Nummer sicher zu gehen solltest du als Mieter bei Elektrogeräten immer die Bedienungsanleitung lesen, um Schaden zu vermeiden, den du am Ende zahlen musst.
Mietrechtsexperten raten außerdem auf ein Übergabeprotokoll, beziehungsweise auf eine Inventarliste zu bestehen. Hilfreich ist darüber hinaus auch eine Fotodokumentation. Damit sind beide Parteien abgesichert.

Wichtig! Wird ein Gegenstand durch den Mieter beschädigt und kann aufgrund dessen nicht mehr benutzt werden, ist der Mieter zwar zahlungspflichtig, allerdings muss dieser nur den sogenannten Zeitwert des Gegenstandes bezahlen. Dieser wird aber je nach Gegenstand unterschiedlich berechnet. Elektrogeräte verlieren also zum Beispiel mit der Zeit schneller an Wert als Textilien oder Möbel. In die Berechnung fließt der Kaufpreis, sowie die Zeit, seit welcher er in Benutzung ist. Der messbare Wert eines Gegenstandes kann also ablaufen. Ist dies geschehen, ist der Mieter nicht dazu verpflichtet den Gegenstand zu ersetzen.

Kann ich bei einer möblierten Wohnung wegen fehlender oder defekter Möbel eine Mietminderung erzielen?

Das ist zum einen davon abhängig, ob mit dem Fehlen dieses Möbelstücks die Wohnung nicht mehr als voll möbliert gelten kann. Mietest du eine möblierte Wohnung, zahlst du den Gebrauch der Möbel gleich mit. Wird das Mindestmaß an Möbeln nicht erreicht, kannst du eine Mietminderung geltend machen.
Zum anderen kommt es darauf an, wie schwerwiegend du durch das fehlende Möbelstück beeinflusst wirst. Ein fehlendes oder beschädigtes Bett, dass in der Inventarliste vermerkt ist kann um die 20 Prozent Mietminderung rechtfertigen. Wirbt der Vermieter mit gehobener Ausstattung, sind sogar 25 - 30 Prozent möglich.


Aus Sicht der Vermieter

Welche Miete kann ich für meine möblierte Wohnung auf Zeit verlangen und wie setzt sich diese zusammen?

Durch die Möbel wird der Nutzwert der Wohnung erhöht. Dadurch kann mehr Miete verlangt werden. Es drei Möglichkeiten der Berechnung. Gilt zum Beispiel die Mietpreisbremse, gilt diese auch für die Vermietung einer möblierten Wohnung. Dazu kann dann der sogenannte Möblierzuschlag dazugerechnet werden. Dessen Berechnung muss vom Vermieter nicht offen gelegt werden.
Die Kosten der Einrichtung, einer möblierten Wohnung, können bis zu einem Betrag von 800 Euro vollständig von der Steuer abgesetzt werden. Kosten die Möbel mehr, wird die angenommene Lebensdauer der Gegenstände eingerechnet. Müssen Möbel oder Teile der Wohnung repariert werden, so können Vermieter die Kosten für den Handwerker von der Steuer absetzen.

Es gibt zwei Modelle mit welchen der Möblierzuschlag berechnet werden kann.

Das Hamburger Modell

Beim Hamburger Modell werden die Anschaffungskosten der Möbel sozusagen verzinst. Gleichzeitig ist der Abschreibungszeitraum für Möbel auf sieben Jahre angesetzt. 15 Prozent der Anschaffungskosten können sich nach diesem Modell in der Miete widerspiegeln. Allerdings gibt es keine gesetzlich festgesetzte Obergrenze für die Abschreibung der Kosten von Möbeln.

Das Berliner Modell

Nach dem Berliner Modell wird ein Möblierungszuschlag von zwei Prozent für den Zeitwert der Möbel bei Abschluss des Mietvertrages erhoben. Der Berechnung wird eine lineare Abschreibung über zehn Jahre und eine Kapitalverzinsung von 14 Prozent zugrunde gelegt.

Fällt beim Vermieten einer möblierten Wohnung auf Zeit eine Vermittlungsprovision an?

Möblierte Wohnungen werden genauso wie unmöblierten nach dem Bestellerprinzip vermittelt. Demnach fällt für den Vermieter, der seine Wohnung über einen Makler auf den Markt bringt, eine Vermittlerprovision an.


Aus Sicht der Mieter

Für welchen Zeitraum kann ich eine Wohnung auf Zeit mieten?

Es gibt keine Regelungen wie lange man eine Wohnung auf Zeit vermieten oder mieten darf. Es kommt darauf an worauf sich Mieter und Vermieter einigen. Zeiträume von einem Jahr sind genauso möglich wie die Zwischenmiete eines Zimmers für einen Monat und drei Tage. Bei einem Vertrag zur Miete auf Zeit sollte zum einen das Auszugsdatum festgehalten werden und zum anderen eine Begründung warum der Mietvertrag befristet ist. Fehlt dies ist der Vertrag bezogen auf seine zeitliche Begrenzung ungültig. Rechtlich gibt es nur drei Begründungen die einen Zeitvertrag rechtfertigen. Diese wären:

  • Aufgrund von Eigenbedarf. Der Vermieter zieht also nach Ablauf der Mietzeit wieder in die Immobilie zurück.
  • Die Wohnung soll nach Mietende saniert werden und ist aus diesem Grund in der Zeit nach der befristeten Miete vorerst nicht mehr bewohnbar.
  • Die Wohnung war bereits an einen Angestellten der Firma des Vermieters vermietet und soll es nach Ende der befristeten Mietzeit wieder sein.

Während der Mietdauer darf der Vermieter nicht ohne Erlaubnis in Ihr Zimmer oder Ihre Wohnung. Unabhängig davon um was für einen Vertrag es sich handelt.

Wie muss meine möblierte Wohnung ausgestattet sein?

Damit eine Wohnung als voll möbliert bezeichnet werden kann, muss sie vor allem eine Voraussetzung erfüllen. Diese lautet, dass mindestens die Hälfte der Gegenstände einer fest definierten Liste von Gebrauchsgegenständen vorhanden sein muss. Auf dieser Liste stehen: Bett, Tische und Stühle, Schränke und Kommoden, Regale, Lampen, Gardinen, Teppiche, Bettwäsche, Sofa oder Sessel sowie Wascheinrichtungen. Hier schließt sich der zweite wichtige Punkt an. Geschirr, Besteck oder auch Handtücher und Bettzeug müssen nicht in der Wohnung vorhanden sein.

Einfach eingerichtetes Wohnzimmer
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Paar isst Pizza im Bett
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Das Modell "Zwischenmiete"

Die Zwischenmiete ist ein sinnvolles Modell, um doppelte Mietbelastung zu vermeiden. Bei einer langen Abwesenheit aufgrund eines Praktikums oder eines beruflichen Projekts in einer anderen Stadt, hat man so die Möglichkeit seine Ausgaben zu minimieren. Dabei legst du den Zeitraum in dem du zwischenvermietest selbst fest. Am Ende sollte vertraglich festgehalten werden um welchen Zeitraum es sich handelt und eine Begründung festgehalten werden, warum der Zwischenmietvertrag befristet ist. Sonst gilt der Vertrag als unbefristet. Ein Vorteil der Zwischenmiete: Ein aufmerksamer Zwischenmieter kümmert sich auch um deine Pflanzen. Ein Nachteil: Du lässt fremde Personen in deine Wohnung, die sich dort dann mit vollem Recht wie zu Hause fühlen.

Du suchst nach einer Wohnung für eine begrenzte Zeit?

Wohnen auf Zeit in Deutschland

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