Die erste eigene Wohnung – Auszug von Zuhause leicht gemacht

Endlich sturmfrei! Und das nicht nur für ein Wochenende. Das klingt verlockend, oder? Die erste eigene Wohnung bedeutet Freiheit und Unabhängigkeit. Damit der Weg dahin so einfach wie möglich wird, haben wir ein paar Tipps für deine Wohnungssuche, den Umzug sowie Einrichtung und Haushalt.

Eine gemütliche Wohnung mit einer auf der Couch sitzenden Person
© grtshw/Unsplash

1. Die Wohnungssuche

WG-Zimmer oder eigene Wohnung?

Bevor du dich auf die Wohnungssuche begibst, steht eine Frage ganz besonders im Fokus: Bist du eher ein Alleingänger und liebst es deine Ruhe zu haben oder tummelst du dich gerne unter Menschen und hast Lust schnell neue Freunde zu finden?

WG-Zimmer

Pro

  • Du bist immer in Gesellschaft
  • Günstig, da Kosten geteilt werden

Contra

  • Es ist nicht garantiert, dass du dich mit deinen Mitbewohnern verstehst
  • wenig Privatsphäre

1-Zimmer-Wohnung

Pro

  • Die Freiheit, zu tun und zu lassen, worauf du Lust hast
  • Privatsphäre

Contra

  • Höhere Kosten und mehr Aufwand
  • Mögliche Einsamkeit

Falls du zum Start deines Studiums oder deiner Ausbildung in eine neue Stadt ziehst und noch keine Leute kennst, ist ein WG-Zimmer zu empfehlen. Du gewinnst ruckzuck neue Freunde und kannst irgendwann immer noch in deine eigene Wohnung ziehen. Außerdem kann es immer mal sein, dass dich dein Studium oder die Stadt doch nicht so vom Hocker hauen. Dann ist es einfacher, aus einem WG-Zimmer auszuziehen, als sich um all das Hab und Gut zu kümmern, was du dir zu Beginn angeschafft hast.

Die Kosten deines neuen Heims

Je nach Stadt fallen die Mietpreise unterschiedlich aus. In Großstädten bezahlt man meistens mehr als in kleineren Städten. Informiere dich am besten vorher über die Durchschnittsmiete in deiner Stadt. Meistens ist die Rede vom Mietspiegel. Der gibt an wie viel Euro pro Quadratmeter, für die Kaltmiete ohne Nebenkosten, durchschnittlich in einer Stadt bezahlt werden.

Achte auf versteckte Kosten

Bei der Wohnungssuche ist es besonders wichtig, alle anstehenden Kosten im Blick zu behalten. Denn mit der Miete alleine ist es nicht getan. Oft gibt es Abstandszahlungen oder unerwartet hohe Nebenkosten.

Was sind eigentlich Nebenkosten?

Zu den Nebenkosten, die auch Betriebskosten genannt werden, gehören alle Ausgaben des Vermieters, die durch Nutzung des Hauses anfallen. Oft werden auch deine eigenen Ausgaben zugerechnet, wenn sie deine Wohnung betreffen.

Das sind Dinge wie:

  • Gebäudereinigung, Wasserversorgung, Straßenreinigung und Müll

aber auch persönliche Ausgaben wie:

  • Strom, Heizkosten, DSL und der Rundfunkbeitrag

Die Warmmiete setzt sich aus der Kaltmiete und den Nebenkosten zusammen und umfasst somit sämtliche Kosten, die aufgrund deiner Wohnung aufkommen.

Personen kontrollieren Rechnungen
© mashiki/Fotolia

Weitere Kosten:

  • Kaution – Eine Kaution ist normal, darf jedoch nicht mehr als 3 Kaltmieten betragen.
  • Eventuelle Renovierungen – Nicht jeder Vormieter übergibt das Zimmer oder die Wohnung gestrichen oder komplett einwandfrei.
  • Abstandszahlung – Viele Vormieter verlangen eine Abstandszahlung, wenn sie in irgendeiner Weise Geld in die Wohnung investiert haben. Pass auf, dass du nicht hinters Licht geführt wirst!

BAfög, BAB und und und – Möglichkeiten zur Finanzierung der ersten eigenen Wohnung

  • Das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG, regelt die staatliche Unterstützung von Schülern und Studenten.
  • Die wichtigsten Voraussetzungen:
    • Du machst eine Ausbildung oder studierst.
    • Das Einkommen deiner Eltern liegt unter der Höchstgrenze.
  • Schüler-BAföG:
    • Der Höchstsatz liegt bei 744 Euro.
    • Es muss nicht zurückgezahlt werden.
  • Studenten-BAföG:
    • Der Höchstsatz liegt bei 853 Euro.
    • 50 Prozent müssen 5 Jahre nach der letzten BAföG-Rate zinslos zurückgezahlt werden.
  • Liegt das Einkommen deiner Eltern über der BAföG-Höchstgrenze, sind sie verpflichtet für dich Unterhalt zu zahlen.
  • Der Höchstsatz liegt bei 735 Euro.
  • Keine feste Altersgrenze vorhanden.
  • Der Unterhaltsanspruch gilt für Bachelor und Masterstudium.
  • Die wichtigsten Voraussetzungen:
    • Du überschreitest die Regelstudienzeit nicht wesentlich.
    • Du absolvierst dein Studium ernsthaft und zielgerichtet.
  • Die Berufs-Ausbildungs-Beihilfe ist die Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit durch einen monatlichen Zuschuss.
  • Die wichtigsten Voraussetzungen:
    • Deine Erstausbildung steht an (auch ein duales Studium gehört dazu).
    • Dein Einkommen ist nicht hoch genug.
    • Du wohnst so weit vom Ausbildungsort entfernt, dass du täglich pendeln müsstest.
  • Machst du eine schulische Ausbildung, hast du leider keinen Anspruch auf diese Unterstützung.
  • Finanzielle Hilfe des Staats für Personen mit geringem Einkommen
  • Die wichtigste Voraussetzung:
    • ein eigenes Einkommen, das im Einzelhaushalt jedoch nicht mehr als 860 Euro beträgt
  • Du hast kein Recht auf Wohngeld, falls du BAföG oder BAB bekommst.

Wie groß sollte deine Wohnung sein?

Brauchst du viel Platz und Freiraum oder reichen dir ein paar kuschelige Quadratmeter um dich wohlzufühlen? Damit sich deine Wohnungssuche leichter gestaltet, überlege dir vorher wie viel Platz du in deiner Wohnung oder deinem Zimmer brauchst.

Eine 1-Zimmer-Wohnung sollte mindestens 25 oder 30 Quadratmeter haben, damit du dich nicht eingeengt fühlst. Darunter wird es mit Küche, Bad und Wohnraum ziemlich knapp, eine größere Wohnung kann jedoch oft unnötige Arbeit verursachen.

Bei einem WG-Zimmer sieht es schon wieder anders aus. Hier reichen erstmal 15 Quadratmeter, in denen du dein Bett, Schrank und Schreibtisch unterbringst. Im Idealfall besitzt deine WG eine große Küche oder sogar ein Wohnzimmer, in dem du dich aufhältst, wenn dir in deinem Zimmer die Decke auf den Kopf fällt.

So überzeugst du bei der Wohnungssuche

Wenn du ein schönes potenzielles neues Heim gefunden hast, geht es auf zur Wohnungsbesichtigung! Damit sich der Vermieter oder deine Wunsch-WG im besten Fall für dich entscheiden, haben wir hier ein paar Tipps für dich.

WG beim Frühstück
© Svetikd/iStock

So überzeugst du deine Wunsch-WG:

  • Bereite dich gut vor und lies dir vorher alle Eckdaten nochmal durch, sowohl zu der Wohnung als auch zu den Mitbewohnern.
  • Stelle Rückfragen und baue ein cooles Gespräch auf.
  • Sei gelassen und vor allem du selbst!
  • Melde dich nach der Besichtigung – so bleibst du positiv in Erinnerung.

So überzeugst du den Vermieter deiner Traumwohnung:

  • Habe alle wichtigen Formulare parat! Dazu gehören:
    • Elternbürgschaft
    • Die letzten drei Gehaltsnachweise deines bürgenden Elternteils
    • Schufa-Auskunft
    • Mieter-Selbstauskunft
    • Eine Kopie deines Personalausweises, sowie deines bürgenden Elternteils
  • Achte auf ein gepflegtes Äußeres und ein ordentliches Outfit.
  • Komme mit deinen Eltern! Das gibt dem Vermieter Sicherheit und du hast eine zweite Meinung.
Wohnungsbesichtigung
© monkeybusinessimages/iStock

2. Der Umzug

Hast du endlich den Mietvertrag für dein neues Zuhause unterschrieben, stehen allerlei organisatorische Angelegenheiten an. Kümmere dich rechtzeitig, sonst ärgerst du dich später!

Nach deinem Einzug, beziehungsweise dem Beginn des Mietverhältnisses, hast du zwei Wochen Zeit um dich umzumelden. Das machst du bei der Meldebehörde deiner Stadt. Dafür brauchst du bloß deinen Personalausweis und eine Bescheinigung deines Vermieters, die Wohnungsgeberbestätigung.

Damit hat sich der Papierkram aber leider noch nicht erledigt, denn dir stehen noch ein paar weitere Vertragsabschlüsse bevor!

  • Strom- und Gasanschluss: Keine Angst, wenn du erstmal sehr verwirrt bist. Es gibt viele verschiedene Anbieter und ganz unterschiedliche Preise. Nimm dir Zeit und vergleiche gründlich, bevor du dich entscheidest!
  • DSL/Telefon: Auch hier kann es oftmals ziemlich verwirrend sein. Es gibt jedoch immer mal wieder gute Angebote für junge Leute. Halte also deine Augen offen und du findest sicher ein Schnäppchen! Tipp: Frage deine Nachbarn, ob ihr euch das WLAN teilen wollt. So sparen alle!

Versicherungen – Sind sie wirklich notwendig?

Versicherungen sind zwar keine Pflicht, können dir in manchen Situationen jedoch einigen Ärger ersparen.

Die Hausratversicherung sichert Möbel, Kleidung, Elektrogeräte und Fahrräder ab. Im Falle eines Brandes oder Diebstahls wird dir dein Hab und Gut ersetzt. Kläre vorher mit deinen Eltern ab, ob du nicht schon bereits über sie mitversichert bist. Falls nicht, ist eine Hausratversicherung monatlich bereits günstig zu bekommen, da sich der Preis an deiner Wohnfläche orientiert.

Die Haftpflichtversicherung sichert dich ab, wenn du versehentlich etwas an Dritten beschädigst. Falls du beim Umzug etwas im Hausflur beschädigst oder in deiner Wohnung Schaden anrichtest, bist du durch diese Versicherung abgesichert.

So macht umziehen Spaß

Kisten schleppen, den Umzugswagen einräumen, Sachen auspacken. Ganz schön stressig! Doch das muss nicht unbedingt sein. Behältst du ein paar Dinge im Hinterkopf, vergeht der Umzug wie im Nu und wird sogar ein kleines Event!

Mache dir vorher Gedanken darüber, wie du den Umzugswagen einräumst.

Hier ist Tetris spielen angesagt. Damit auch möglichst viel in das Auto oder den Transporter passt, überlege genau was du wann und wo einpackst. Was muss zuerst in die Wohnung und willst du schwere Dinge lieber zuerst oder zuletzt tragen?

Das kann ein Umzug kosten

Ein Pärchen beim Umzug
© Jacob Lund/AdobeStock

Die Kosten für deinen Umzug variieren je nach Entfernung und deinen Möbeln. Ziehst du nur in die Nachbarstadt, ist ein Umzug natürlich deutlich günstiger, als wenn du beispielsweise von Hamburg nach München fährst.


  • Kartons und Verpackungen: Um dein Hab und Gut sicher in dein neues Zuhause zu transportieren, packe alles sorgfältig ein. Dazu brauchst du Umzugskartons und Zubehör wie Luftpolsterfolie oder Papier.
    Kosten: pro Zimmer circa 30 Euro
  • Halteverbotszone: Damit du vom Umzugswagen bis zu deiner Wohnung keine Kilometer zurücklegen musst, sorge dafür, dass du vor deiner Wohnung einen Stellplatz reservierst.
    Kosten: je nach Stadt zwischen 80 und 170 Euro
  • Umzugswagen: Da es um deine erste Wohnung geht, halten sich deine Möbel und Habseligkeiten vermutlich noch in Grenzen und ein herkömmlicher Transporter reicht dafür meist aus.
    Kosten: circa 160 Euro inklusive Versicherung + eventuelle Kosten für Sprit etc.

Kostenloser statt kostenintensiver Weg ins neue Heim

Ein Umzug kann also teuer sein, muss er aber nicht. Mit Freunden an deiner Seite und ein paar Tipps und Tricks, kommst du günstig davon!

  • Leih dir Umzugskartons bei Freunden oder kaufe sie gebraucht. So sind sie bis zu 70 % günstiger. Frage alternativ in Supermärkten nach Bananenkisten, die sind kostenlos und stabil!
  • Hänge ein paar Tage vor deinem Umzug einen Zettel in dein neues Haus und bitte die Nachbarn darum, nicht vor dem Haus zu parken. So sparst du dir die Kosten für das Bestellen eines Halteverbots!
  • Hör dich in deinem Bekanntenkreis um, ob jemand ein großes Auto oder eins mit Anhänger hat. Transporter sind zwar bereits günstig zu kriegen, doch es wäre schön, wenn es sich vermeiden lässt, oder?

Du kannst den Umzug sogar von der Steuer absetzen, wenn sich dein Weg zum Studienort verkürzt hat!

Bitte deine Freunde und Familie um Hilfe!

Wer umzieht, braucht eine Menge Hilfe. Denn alleine ist so ein Umzug unmöglich zu stemmen. Schnapp dir ein paar Freunde und deine Familie und gestalte deinen Umzug zu einem spaßigen Event.

Dafür brauchst du:

  • kühle Getränke
  • Snacks wie belegte Brötchen oder Salate
  • gute Musik
  • einen Kasten Bier für danach
  • und die Einladungen für deine Einweihungsparty

3. Die Einrichtung


Das erste eigene Reich ist für gewöhnlich nicht unbedingt das Größte. Deshalb ist es sinnvoll den vorhandenen Platz gut auszunutzen.


Eingerichtete 1-Zimmer-Wohnung
© filios-sazeides/unsplash

Nutze deinen Platz weise

Besonders viel Platz sparst du, wenn du dir ein Hochbett ins Zimmer stellst. Während du oben schläfst, hast du unter dem Bett genug Stauraum um dir einen Arbeitsplatz oder eine Ecke zum Entspannen einzurichten. Falls du Hochbetten in deiner Kinderzeit belassen möchtest, ist ein Klappsofa eine gute Alternative. Das nutzt du tagsüber als Sofa und nachts als Bett. Auch ein Klapptisch wird zum praktischen Platzsparer. Verstaue ihn in einer Ecke, wenn du ihn nicht brauchst und klappe ihn wieder auf wenn du Besuch erwartest.

Schummeln ist erlaubt

Ganz einfach schummelst du dir durch eine helle Möbelausstattung und helle Wände ein paar Quadratmeter dazu. Auch helle Gardinen sorgen für einen freundlicheren und größer wirkenden Raum.

Offene Schränke oder Kleiderstangen sind ideal, um den Raum optisch zu vergrößern und zu öffnen, sorgen jedoch auch für mehr Putzaufwand.

Schlicht und zeitlos gewinnt

Bevor du all dein Erspartes für deine Traumeinrichtung auf den Kopf haust, schaffe dir erstmal ein paar zeitlose und günstige Klassiker an.
Natürlich wünscht man sich sofort das perfekte Zuhause, doch dein Geschmack kann sich schnell verändern. Peppe schlichte Möbelstücke mit Dekoration auf und gib ihnen eine persönliche Note.

Es muss nicht immer neu sein

Ein Blick auf Gebraucht-Plattformen lohnt sich. Dort werden Möbel werden sehr günstig angeboten und oft sind sogar Dinge zu verschenken.

Hier findest du viele weitere Tipps und Tricks für deine 1-Zimmer-Wohnung.


4. Der Haushalt

Junge Frau spült Geschirr
© tina-dawson/unsplash

Das bisschen Haushalt macht sich von allein… Eine Liedtextzeile, die leider nicht der Wahrheit entspricht. Damit sich der Haushalt dennoch fast wie von alleine macht und du gut organisiert bist, beachte ein paar Tipps:

  • Behalte den Überblick – Halte deine Ausgaben schriftlich in einem Haushaltsbuch oder einer Handyapp fest. Damit weißt du, wie viel du im Monat ausgibst und hast am Ende des Geldes hoffentlich keinen Monat mehr übrig.
  • Geben und Nehmen – Wohnst du alleine, ist es oft schwer in passenden Mengen zu kochen oder einzukaufen. Um nichts zu verschwenden, ist Food Sharing eine super Sache. Du teilst deine Lebensmittel mit anderen, indem du etwas mitbringst, was du nicht mehr möchtest und dir dafür etwas nimmst, was du gerade brauchst. So hat jeder was davon!
  • Sei ein Rabattjäger – Ob online oder in Prospekten: Überall findest du Rabatte für Supermärkte und Co. mit denen du sparst. Auch ein Blick in das Wochenangebot lohnt sich.
  • Der 15-Minuten-Trick – Nimm dir jeden Tag 15 Minuten Zeit um aufzuräumen. So staut sich nichts an und du hast einen entspannteren “Putztag”.
  • Geschlossen statt offen – Offene Schränke und Regale sorgen optisch zwar für einen größeren Raum, sind aber auch echt Staubfänger. Um den Staubwedel nicht so oft schwingen zu müssen, besorge dir lieber geschlossene Schränke oder hänge etwas davor.
  • Vergiss die Chemiekeulen – Rohrreiniger, Weichspüler, Badreiniger. Es gibt unzählige Reiniger für den Haushalt, die überhaupt nicht nötig sind. Mit Haushaltsmitteln wie Essig oder Zitrone, ersetzt du diese super leicht! Im Netz findest du dazu zahlreiche Anleitungen und Videos.
  • Sei ein Sparfuchs und achte auf deine Umwelt – Es gibt unzählige Tipps zum Strom und Heizkosten sparen. So sparst du Geld und tust ohne viel Aufwand etwas für den Klimaschutz.

Du hast Lust auszuziehen?

Dann finde hier deine perfekte erste eigene Wohnung

Wähle eine Stadt und schaue ob etwas für dich dabei ist.