Ummelden: Checkliste für wichtige Adressänderungen

Bei einem Umzug stehen eine Reihe Adressänderungen bei Behörden, Versicherungen und anderen Institutionen an. Hier erfährst du, an welchen Stellen du eine Adressänderung mitteilen musst und welche Fristen zu beachten sind.

Lesedauer: ca. 5 Minuten

Behörden

Nach deinem Umzug hast du zwei Wochen Zeit, um dich beim zuständigen Einwohnermeldeamt anzumelden. Dafür musst du in das Bürgerbüro deines neuen Wohnortes gehen. Mit Anmeldung an der neuen Adresse wirst du automatisch an der alten Adresse abgemeldet. Achtung: Meldest du dich erst nach Ablauf der Frist um, können Gebühren anfallen.

Das Einwohnermeldeamt stellt dir anschließend eine Meldebestätigung aus. Diese brauchst du dann z.B. für die Ummeldung deines Autos. Die Ummeldung ist normalerweise kostenlos, in manchen Städten wird aber eine Gebühr in Höhe von 10 € verlangt.

Vereinbare am besten schon einige Wochen vor deinem Umzug einen Termin innerhalb der Frist und vermeide so Wartezeiten. Bringe zum Termin unbedingt eine Bescheinigung deines:deiner neuen Vermieters:Vermieterin (Wohnungsgeberbescheinigung) mit. Bei dieser Gelegenheit wird dann auch die Adresse in deinem Personalausweis aktualisiert. Hast du einen Reisepass? Dann bring ihn ebenfalls mit und lass ihn direkt auf den neuesten Stand bringen.

Das Einwohnermeldeamt informiert dann das Finanzamt über deinen neuen Wohnsitz, allerdings nur, wenn du innerhalb einer Stadt umziehst. Bei Umzug in eine neue Stadt, musst du das zuständige Finanzamt vor Ort selbst in Kenntnis setzen.

Je nachdem, ob von dort Leistungen bezogen werden, musst du deine Adresse auch noch bei folgenden Behörden ändern:

  • Familienkasse/Kindergeldstelle: per Online-Formular möglich
  • Elterngeldstelle: möglichst sobald das Umzugsdatum feststeht, spätestens eine Woche nach dem Umzug
  • Agentur für Arbeit: online, telefonisch oder persönlich vor Ort
  • Jobcenter: mindestens eine Woche vor dem Umzug; ein Postnachsendeauftrag ist nicht ausreichend
  • Bafög-Amt: zeitnah nach dem Umzug; wenn sich die Höhe deiner Miete ändert, teile dies ebenfalls mit
  • Wohngeldstelle: unter Umständen musst du einen neuen Wohngeldantrag stellen

Strom und Gas

Strom- und Gasanbieter müssen rechtzeitig über einen Umzug informiert werden. Du hast die Möglichkeit, den laufenden Vertrag pünktlich zum Umzugsdatum zu kündigen oder eine Weiterbelieferung an der neuen Adresse zu vereinbaren, sofern dein Anbieter die Region beliefert.

Adressänderungen sind in der Regel per Formular auf den Internetseiten der Anbieter möglich. Gib deine Vertragsnummer an. Du findest diese auf alten Abrechnungen.

DSL

Damit du in deiner neuen Wohnung pünktlich zum Einzug mit Internet versorgt bist, solltest du deinen Internetanbieter rechtzeitig über den Umzug informieren. Ein Umzug berechtigt in einigen Fällen auch zu einer außerordentlichen Kündigung. Voraussetzung ist, dass dein Provider am Zielort keinen vergleichbaren Tarif anbieten kann.

Erfahre hier mehr über den Wechsel des Internetanbieters.

Auto

Bei der Kfz-Zulassungsstelle musst du deine Fahrzeugpapiere ändern lassen. Wichtig ist, dass du dich beim Einwohnermeldeamt bereits umgemeldet hast. In der Regel musst du dafür vor Ort persönlich erscheinen. Vereinbare am besten vorab einen Termin, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Für die Ummeldung eines Fahrzeugs wird eine Gebühr in Höhe von ca. 17 € verlangt.

Zum Termin solltest du folgende Dokumente mitbringen:

  • Anmeldebestätigung des Einwohnermeldeamtes
  • Personalausweis
  • Zulassungsbescheinigung Teil I und II (Fahrzeugschein und -brief)
Info

Du hast einen Bewohnerparken-Ausweis?

Denk daran, bei der zuständigen Stelle deinen Parkausweis zu kündigen oder deine neue Adresse mitzuteilen.
Zulassungsbescheinigung
© studio v-zwoelf/AdobeStock

Arbeitgeber

Sobald du umgezogen bist, solltest du deinen Arbeitgeber über den Wohnortwechsel informieren. Dafür reicht in der Regel ein formloses Schreiben per Post oder per E-Mail an die zuständige Stelle, z.B. die Personalabteilung. Lass dir damit nicht zu lange Zeit, da sonst deine Gehaltsabrechnung unter Umständen nicht korrekt zugestellt werden kann.

Versicherungen

Versicherungen müssen immer über deinen aktuellen Wohnsitz informiert sein. Du kannst die Änderung auch schon vor deinem Umzug mitteilen mit der Info, zu welchem Datum der Umzug erfolgt. Besonders wichtig sind dabei die Kranken- und Pflegeversicherung, die Haftpflichtversicherung, die Hausratversicherung, sowie die KfZ-Versicherung, sofern du ein Auto hast.

Weitere Versicherungen:

  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Unfallversicherung
  • Lebensversicherung
  • Rentenversicherung
Hausratversicherung

Versicherungssumme anpassen

Prüfe, ob bei deiner Hausratversicherung nach deinem Umzug die Versicherungssumme noch ausreicht. Wenn du z.B. neues Mobiliar oder neue technische Geräte kaufst, sind diese eventuell nicht von der aktuellen Versicherungssumme gedeckt.

Banken und Bausparkassen

Informiere alle Banken und Bausparkassen, bei denen du ein Girokonto, eine Kreditkarte oder einen Bausparvertrag besitzt, über deinen Umzug. Oftmals ist dies im Login-Bereich deines Online-Bankings möglich. Du kannst aber auch einfach direkt in eine Filiale deiner Bank gehen und die Adressänderung persönlich mitteilen.

Rentenkasse

Wenn du beschäftigt bist, übernimmt dein Arbeitgeber die Meldung der Adressänderung an die Rentenkasse. Selbst tätig werden musst du nur, wenn du Rentner:in, selbständig oder arbeitslos ohne Leistungsbezug bist. In diesem Fall musst du die Änderung schriftlich mitteilen. Denk daran, deine Rentenversicherungsnummer anzugeben.

Haustiere

Hunde müssen immer beim Einwohnermeldeamt registriert sein, da für sie eine Hundesteuer anfällt. Steht ein Umzug bevor, muss die neue Adresse beim Einwohnermeldeamt gemeldet werden.
Außer Hunden gibt es noch weitere meldepflichtige Tiere. Diese sind jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Informiere dich daher rechtzeitig, ob eine Meldung deines Haustieres notwendig ist.

Rundfunkbeitrag/GEZ

Die Rundfunkstelle sollte ebenfalls rechtzeitig über einen Adresswechsel informiert werden. Dazu gibt es auf der Internetseite der Rundfunkstelle ein entsprechendes Formular. Im Formular musst du u.a. deine Beitragsnummer angeben. Diese findest du auf alten Abrechnungen oder anderem Schriftverkehr der Rundfunkstelle. Wichtig: Eine Adressänderung muss auch dann mitgeteilt werden, wenn du von den Rundfunkgebühren befreit wurdest, da die Befreiung immer zeitlich befristet ist.

Mobilfunkanbieter

Damit deine Rechnungen künftig weiterhin an der richtigen Adresse ankommen, solltest du auch deinen Mobilfunkanbieter über deinen Umzug informieren. Dies ist in der Regel über das Online-Portal deines Anbieters oder postalisch an den Kundenservice möglich. Oftmals bieten Mobilfunkanbieter auch eine Chat-Funktion oder einen telefonischen Service an.

Kirche

Du bist Kirchenmitglied? Hier musst du nicht aktiv werden. Mit Ummeldung im Einwohnermeldeamt wird deine neue Adresse automatisch auch an deine zuständige Kirchengemeinde übermittelt.

Vereine und Kundenkarten

Kündige rechtzeitig deine Mitgliedschaft in Sportvereinen, im Fitnessstudio, im ADAC oder anderen Vereinen oder Verbänden. Du bleibst in der Nähe? Dann informiere die Vereine und Verbände zeitnah über deinen Adresswechsel.

Bildungseinrichtungen

Schulen und Kindergärten müssen möglichst schnell über eine Änderung der Adresse informiert werden. Das geht in der Regel formlos per E-Mail oder postalisch. Universitäten bieten meist einen Online-Service für die Adressänderung an.

Abonnements

Du hast ein Zeitungs- oder Zeitschriftenabo laufen? Du bekommst regelmäßig eine Gemüsekiste geliefert? Verpasse es nicht, deine Adresse rechtzeitig zu ändern oder den Service zu kündigen, falls der Empfang nicht mehr gewünscht wird. Wie die Adressänderung oder Kündigung erfolgt, musst du beim jeweiligen Anbieter des Abonnements erfragen.

Junge Frau nimmt eine Gemüse-Kiste in Empfang.
© Halfpoint/Adobe Stock
Tipp

Nachsendeauftrag einrichten

Richte bei der Post einen Nachsendeauftrag ein. So kommt die Post garantiert an deiner neuen Adresse an. Außerdem kannst du so sehen, wo du deine Adressänderung noch angeben musst.

Mehr über den Nachsendeauftrag erfahren

Wichtige Fragen schnell beantwortet:

Keine Sorge, du wirst auf jeden Fall beliefert werden. Dein örtlicher Grundversorger übernimmt die Versorgung, solange du keinen eigenen Vertrag abgeschlossen hast. Das solltest du aber schnellstmöglich nachholen, denn der Tarif für die Grundversorgung ist in der Regel deutlich teurer.
  • Einwohnermeldeamt
  • Kfz-Zulassungsstelle
  • Finanzamt (nur bei Umzug in eine neue Stadt)
  • Kindergeldstelle/Familienkasse
  • Agentur für Arbeit/Jobcenter
  • Familienkasse/Kindergeldstelle
  • Elterngeldstelle
  • Bafög-Amt
  • Wohngeldstelle
Nein, das übernimmt standardmäßig das Einwohnermeldeamt, sobald du dort deine neue Adresse mitgeteilt hast.
Wird ein formloses Schreiben verlangt, bedeutet das, dass kein offizielles Formular vorgesehen ist. Stattdessen kannst du die Änderung einfach in ein paar kurzen Sätzen mitteilen. Ob dies postalisch sein muss oder auch per E-Mail geht, kommt auf den Empfänger an.
Vereinbare einen Termin bei der zuständigen Kfz-Zulassungsstelle und bringe die benötigten Dokumente mit: Meldebescheinigung des Einwohnermeldeamts, Personalausweis, Fahrzeugschein und -brief.

So geht's weiter

Dein Weg ins neue Zuhause