Energieberatung – Der hilfreiche Fahrplan zum Energie sparen

In Wohngebäuden geht ein erheblicher Teil des Wärme- und Stromverbrauchs über energetische Schwachstellen, wie zum Beispiel undichte Fenster und veraltete Heizsysteme, verloren. Viele Eigentümer wissen oft jedoch gar nicht, wo diese Stellen sind und wo sich mögliche Einsparpotenziale verstecken. Hier kann eine Energieberatung Abhilfe schaffen. Dabei wird der Strom- und Heizenergieverbrauch eines Gebäudes analysiert. Dem Eigentümer werden Möglichkeiten vorgestellt, wie Energie effizienter, sparsamer und wirtschaftlicher eingesetzt werden kann.

Energieberatung Illustration

In aller Kürze

  • Energieberater analysieren bei einer Beratung den aktuellen Zustand einer Immobilie in Bezug auf die Qualität der Heizungsanlage, Fenster, Türen usw.

  • Durch effizienteren Umgang mit Energie können in einem Zweipersonenhaushalt jährlich schätzungsweise 250 Euro eingespart werden.

  • Nur durch die KfW zertifizierte Energieberater sind berechtigt, bestimmte Anträge für beschlossene Sanierungen und Fördermittel zu stellen.

Was ist eine Energieberatung und wie läuft sie ab?

Eine Energieberatung kann entweder online, telefonisch oder vor Ort stattfinden und wird von einem Experten für Energieeffizienz, dem Energieberater, durchgeführt. Die Zulassungsvoraussetzungen für Energieberater wurden 2017 erweitert, sodass auch Fachleute aus verschiedenen Branchen beraten können, sofern sie die Qualifikationsanforderungen erfüllen. Dementsprechend können Architekten, Ingenieure und Physiker als Energieberater arbeiten.

Der Ablauf einer Energieberatung

Bei einer Energieberatung analysiert und erhebt der Experte den aktuellen Zustand einer Immobilie in Bezug auf die Qualität der Heizungsanlage, Fenster, Türen und vieles mehr. Dadurch findet dieser Schwachstellen in dem Gebäude, durch die unnötig Strom- und Heizkosten verloren gehen. So erfahren Eigentümer, wo die höchsten Einsparpotenziale in einem Haushalt liegen und wie sie am besten Energiekosten reduzieren können. Ebenfalls werden sie zu Themen wie Hausmodernisierung, Erneuerbare Energien, Feuchte und Schimmel, Hitzeschutz und Fördermittel qualifiziert und individuell beraten. Der Energieberater erhebt also einen Ist-Zustand der Immobilie und kann darüber einen Energieausweis ausstellen.

Darüber hinaus gibt der Energieberater auf Basis dieser Bestandsaufnahme anschließend Empfehlungen für eine energetische Sanierung, mit der Schwachstellen beseitigt und Kosten sowie Energie eingespart werden können. Bei der Energieberatung erhalten Eigentümer also wichtige Hinweise in Bezug auf Wärmedämmung und Heizungstechnik. Zusammen mit ihnen finden dann die Energieberater individuelle Lösungen für eine effizientere Energienutzung.

Ein Mann kontrolliert eine Heizungsanlage
© Minerva Studio/AdobeStock

Hat sich der Kunde für bestimmte Sanierungsmaßnahmen entschieden, um dies umzusetzen, entwirft der Energieberater eine Detailplanung, den Sanierungsfahrplan. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass er die Umsetzung der Arbeiten überwacht und dabei die Qualität der Sanierung sichert. Die zusätzliche Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten ist jedoch teurer als eine alleinige Energieberatung und muss extra beauftragt werden.

Du musst vor allem darauf achten, ob du einen durch die KfW zertifizierten oder nicht-zertifizierten Energieberater engagierst. Der Unterschied zwischen beiden liegt nämlich nicht in ihrer Qualifikation, sondern in der Berechtigung eines zertifizierten Energieberaters, bestimmte Anträge für die beschlossenen Sanierungen und Fördermittel zu stellen.

Welche Arten der Energieberatung gibt es?

Energieberatungen können online, telefonisch, persönlich in Beratungsstellen oder vor Ort bei den Kunden zu Hause durchgeführt werden. Bei jeder dieser Arten erhält der Eigentümer verschiedene Leistungen durch den Energieberater. So kannst du für dich entscheiden, wie umfassend deine Beratung ausfallen soll.

Telefonberatung

Für kurze telefonische Beratungen gibt es oft eine Servicenummer für den Kunden. Das bietet sich vor allem für eine Kurzauskunft an, wenn du die Beratungsstelle nicht aufsuchen kannst oder eine spezifische Frage hast. Per Telefon kann die Immobilie von dem Experten nicht analysiert werden, sodass Kunden eher in Bezug auf verschiedene Themen beraten werden. Dazu gehören Energiespartipps, Heizungstechnik und Warmwasserbereitung, optimale Beleuchtung, Erneuerbare Energien und Fördermittel.

Vor-Ort-Beratung

Fällt die Anfrage des Kunden komplexer aus, kann im Anschluss eine persönliche Beratung in einer Beratungsstelle oder eine kostenpflichtige Energieberatung zu Hause durchgeführt werden. Dabei wird dir eine Analyse des Ist-Zustands deiner Immobilie mit Schwachstellen und der Energieeffizienz des Gebäudes ausgestellt. Ebenfalls erhältst du Empfehlungen für Modernisierungen und die Unterstützung bei entsprechenden Plänen, Hinweise auf Fördermittel und ein Ergebnisprotokoll.

Einzel-Checks

Wenn du zu ganz spezifischen Themen zu Hause beraten werden und eine Analyse erhalten willst, gibt es die Möglichkeit, einzelne Checks durchführen zu lassen. Dazu zählen zum Beispiel Solarwärme-Checks, Heiz-Checks, Gebäude-Checks, Beratung zu Feuchte und Schimmel und zu Solarstrom. Dank verschiedener Förderprogramme beträgt der Eigenanteil für diese Einzel-Checks jeweils nur noch 30 Euro, zum Teil 60 Euro. Für einkommensschwache Haushalte sind diese Beratungen komplett kostenfrei.

Eine Energieberaterin berät ein Paar
© SolisImages/AdobeStock

Für wen lohnt sich eine Energieberatung?

  • Professionelle Energieberatung hilft dir festzustellen, mit welchen Baumaßnahmen du die Energieeffizienz deiner Immobilie erhöhen kannst.
  • Allein durch effizienteren Umgang mit Energie können in einem Zweipersonenhaushalt jährlich schätzungsweise 250 Euro eingespart werden. Darin sind die Potenziale durch moderne Heizungsanlagen und Sanierungen noch nicht enthalten.
  • Vor allem bei der Planung eines Neubaus oder dem Kauf sowie Umbau einer bestehenden Immobilie ist die energetische Optimierung ein zentraler wirtschaftlicher Gesichtspunkt.
  • Eine Energieberatung und die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen lohnen sich vor allem aufgrund steigender Energiepreise, schwindender Rohstoffvorkommen und der hohen Belastung für das Klima und der Umwelt.
  • Mittlerweile gibt es viele Förderprogramme und Zuschüsse für Energieberatungen. Informier dich bei dem zuständigen Amt deiner Stadt oder frag einen Energieberater, welche Fördermittel dir im Fall einer energiesparenden Sanierung zustehen.

Förderprogramme für Energieberatungen

Eine Energieberatung kann schnell mal teuer werden. Sehr kostspielig wird es, wenn der Experte zu einer zusätzlichen Sanierungs- und Baubegleitung im Anschluss beauftragt wird. Um diese Kosten für die Kunden zu reduzieren, gibt es verschiedene Förderungsangebote vom Staat in Form von Einmalzuschüssen oder zinsgünstigen Darlehen. Solche Angebote bieten zum Beispiel das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert alle Beratungsangebote der Verbraucherzentrale und übernimmt dabei bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten. Dadurch sind Beratungen, wie zum Beispiel Einzel-Checks, für einen kleinen Betrag ab 30 Euro oder sogar kostenlos zu haben. Ebenfalls kostenfrei sind alle Angebote der Verbraucherzentralen für einkommensschwache Haushalte.
Nicht nur telefonische Beratungen oder Einzel-Checks, sondern auch Vor-Ort-Beratungen durch einen unabhängigen Energieberater werden gefördert. Hier gibt es verschiedene Angebote des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Voraussetzung für die Förderung ist, dass der gewählte Energieberater in der Expertenliste für die Förderprogramme des Bundes registriert ist. Erst dann vergibt das BAFA Zuschüsse bis zu 800 Euro für Ein- oder Zweifamilienhäuser und bis zu 1.100 Euro ab drei Wohneinheiten.
Besonders hoch werden die Kosten nach der Energieberatung bei Sanierungsmaßnahmen und entsprechender Baubegleitung. Dabei bietet vor allem die Kreditanstalt für Wiederaufbau verschiedene Darlehen und Investitionszuschüsse an. Voraussetzung ist auch hier, dass der Energieberater aus der Expertenliste für Förderprogramme des Bundes gewählt und der Antrag auf die Förderung im Vorfeld gestellt wird. Ist dies der Fall, übernimmt die KfW 50 Prozent der Kosten und maximal 4.000 Euro pro Vorhaben.

Energieberatung – Was geschieht vorher und nachher?

Bereits vor einer Energieberatung durch einen Experten können Eigentümer durch kleine Änderungen in ihrer Wohnung oder ihrem Haus bereits eine große Menge an Energie einsparen und so ihre Heizkosten senken. Reicht das nicht aus, lohnt sich eine professionelle Energieberatung, die du aufgrund verschiedener Förderprogramme zu einem kleinen Preis erhalten kannst.

Vor der Energieberatung

  • Oft ist die jährliche Heizkostenabrechnung der Anlass, über den eigenen Energieverbrauch nachzudenken. Wenn dir die Kosten viel vorkommen, lass dich professionell beraten.
  • Kostenlose Basis-Checks informieren dich telefonisch, online oder persönlich über Einsparmaßnahmen.
  • Weitere Tipps und Tricks sowie Anbietervergleiche helfen beim Senken des eigenen Energieverbrauchs:

Nach der Energieberatung

  • Bei einem hohen Energieverbrauch eines Gebäudes lohnt sich eine Vor-Ort-Beratung. Der Energieberater empfiehlt dem Eigentümer verschiedene Sanierungsmaßnahmen.
  • Insgesamt 70 Prozent des Energiebedarfs kann durch eine gute Gebäudesanierung eingespart werden.
  • In einem Sanierungsfahrplan werden notwendige Maßnahmen für eine Schritt-für-Schritt- oder Komplett-Sanierung zusammengefasst.
  • Dabei entsteht dann das gesamte Sanierungskonzept und die daraus resultierenden Berechnungen der Energieeinsparungen.

Wichtig:

Wenn du dich nach einer Energieberatung für Sanierungsmaßnahmen entscheidest, ist es besonders empfehlenswert, genaue Absprache mit deinem Energieberater zu halten und ein detailliertes Konzept für eine Umsetzung auszuarbeiten.
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