Ghosting, Breadcrumbing und Co – Wenn dein Date von der Bildfläche verschwindet

Alles schien gut zu laufen. Heute wäre eigentlich euer nächstes Date – eigentlich. Aber der andere meldet sich einfach nicht mehr. Auch am nächsten und übernächsten Tag: keine Antwort. Wurdest du etwa gerade geghostet? Was genau hinter diesem Phänomen steckt und was du dagegen tun kannst, erfährst du hier.

Junge mit Fragezeichen und Frau versteckt sich hinter einem Busch

Was ist Ghosting?

Das Ghosting ist ein Phänomen, bei dem der Dating-Partner ganz plötzlich ohne jegliche Vorwarnung “wie ein Geist” aus dem Leben der anderen Person verschwindet. Von heute auf morgen kommt es zu einer absoluten Funkstille ohne Erklärung. Danach gibt es oft keine Lebenszeichen oder Reaktionen mehr. Diese abrupte und respektlose Art und Weise, sich aus dem Staub zu machen, ist in den letzten Jahren zum Trend geworden.

Ghosting als Dating-Phänomen

Ghosting kann natürlich auch in Beziehungen und in Freundschaften auftreten. Beim Dating ohne Verpflichtungen, trifft man besonders häufig auf Ghoster. Wir wollen uns nicht mehr fest binden, nur noch unverbindlich und locker herumdaten und die vielen anderen Möglichkeiten ausnutzen. Damit geht die Verantwortung und auch das Gefühl der moralischen Pflicht flöten, offen zu sagen, dass es vorbei ist. In Großstädten scheint die Hemmschwelle fürs Ghosten niedriger zu liegen. Durch das geringere Risiko, jemanden wiederzutreffen, können wir uns eher leisten, jemanden einfach mal so zu löschen, zu blockieren und uns nie wieder zu melden.

Weitere Schlussmach-Trends

Breadcrumbing
Dem Dating-Partner werden immer nur kleine Brotkrümel, also kurze Textnachrichten, hingeworfen, ohne jemals wirklich auf eine Nachricht einzugehen, geschweige denn eine Verabredung vorzuschlagen. Man wird einfach bloß warm gehalten.


Benching
Wie der Spieler auf der Ersatzbank, hält sich der eine Dating-Partner den anderen – nur um nie allein sein zu müssen – warm und datet fleißig weiter. Die Liste der Möglichkeiten, jemandem auf eine miese Art einen Korb zu geben, ist lang.


Warum ghostet man? – 5 Gründe

Grundsätzlich kennt den genauen Grund nur der Ghoster selbst und meist liegt das Problem bei ihm. Wir haben für dich einige Beweggründe und Motive herausgefunden, um das Verhalten etwas verständlicher zu machen und hinter die Fassade des Ghosters zu blicken:

1. Verdrängung

Nach Sigmund Freud sind die Gründe für das Ghosting völlig unbewusst und dienen dem bloßen Selbstschutz. Aus Angst sich seinen eigenen Gefühlen zu stellen, werden so auch gerne mal unangenehme Dinge weggeschoben und verdrängt. Im Falle unseres Ghosters hat dieser also oft selbst keine Ahnung, warum er den Kontakt abbricht.

2. Bindungsangst

Der starke Unabhängigkeitsdrang wirkt sich auch auf das Eingehen einer ernsthaften Beziehung aus. Diese wird oft als Verpflichtung oder Einschränkung wahrgenommen. Die Angst vor Nähe und davor, verletzt zu werden, kann also der Grund für das Streben nach dem ewigen Junggesellen-Leben sein.

3. Angst vor dem Konflikt

Auch hierbei fürchtet sich der Ghoster vor seinen eigenen Gefühlen, aber auch vor denen der anderen Person bei einer offenen Ansprache. Aus Angst vor einer negativen Reaktion des Dating-Partners, sich zu blamieren oder Schwäche zu zeigen, geht der Ghoster lieber den bequemen Weg des geringsten Widerstandes und taucht ab. Auch hier wird klar: es liegt nicht am Opfer, sondern einfach an der Feigheit des Ghosters.

Paar streitet in der Küche miteinander
© WavebreakmediaMicro/Fotolia

4. Mehrgleisiges Fahren

Ob klassische Affäre oder typisches Bachelor-Phänomen – sich andere Möglichkeiten offen zu halten ist auch dank Online-Dating fast schon zur unangenehmen Realität geworden. Statt die Sache klar und ausgesprochen zu beenden, hält sich der Ghoster weiterhin eine Tür offen, um dann vielleicht irgendwann doch noch mal mit “Hey, sorry hatte so viel zu tun.” um die Ecke kommen zu können.

5. Charakter

Besonders gefühlskalte und empathielose Menschen neigen dazu, die Gefühle anderer Personen auszublenden und nur die eigenen Gefühle in den Mittelpunkt zu stellen. Dass hier dann einfach mal geghostet wird, wundert also wenig. Ein Glück aber, dass sich Charaktereigenschaften recht gut erkennen lassen und du dich so vor einem Reinfall beim Daten bewahren kannst.


Was kann ich dagegen tun?

Die Folgen des Ghostings machen es vor allem dem Zurückgelassenen schwer zu akzeptieren, dass man sitzengelassen worden ist. Was hat man falsch gemacht? Warum meldet sich der andere denn nicht mehr? Ist vielleicht sogar etwas Schlimmes passiert? All das schwirrt dir vermutlich gerade im Kopf herum, wenn dein Dating-Partner wie aus dem nichts den Kontakt abgebrochen hat. Wir verraten dir, wie du damit abschließen kannst und auch in Zukunft einen Ghoster rechtzeitig entlarvst.

Präventive Maßnahmen: Die Anzeichen

Dein Dating-Partner...

  • ist selten erreichbar,
  • hat fast nie Zeit,
  • sagt oft Treffen ab,
  • schreibt kurz angebunden,
  • und/ oder zeigt wenig Eigeninitiative.
Junger Mann schaut grübelnd auf sein Smartphone
© kal-visuals/unsplash

Erkennst du dich darin wieder?

Dann versuche deinen Dating-Partner darauf anzusprechen. Mit folgenden Fragen kannst du schnell herausfinden, woran du bist und bestehende Zweifel (wenn sie unbegründet sind) schnell aus dem Weg räumen.

  • "Hey, sag mal, ist zwischen uns alles in Ordnung?"
  • “Ich habe das Gefühl, du hast nicht mehr so viel Interesse daran, diese Sache zu verfolgen. Könnte da etwas dran sein?”

Hör auf dein Bauchgefühl

Vertraue deinem Bauchgefühl und äußere deine Bedenken. Wenn du klar machst, wie du dich fühlst und was du dir eigentlich erhoffst, fällt es auch deinem Dating-Partner leichter auf deine Bedürfnisse zu reagieren und mit eventuellen Missverständnissen aufzuräumen oder vorhandene Differenzen anzusprechen.

Dein Date spielt alles herunter?

Und auch zukünftig scheint sich nichts an der Situation zu ändern oder alle oben genannten Punkte verdeutlichen sich nur noch? Dann solltest du nicht darauf warten, dass der andere dich ghosten kann, sondern selbst die Reißleine ziehen – verschwende nicht deine Zeit!

Du wurdest geghostet – was jetzt?

Person schreibt mit Kugelschreiber etwas auf einen Block
© fotografierende/unsplash

Es ist geschehen: Du wurdest geghostet. Wohin mit den ganzen negativen Gefühlen und Gedanken, wenn sich der andere einfach nicht mehr meldet? Es ist völlig normal und nachvollziehbar, dass du geknickt bist und du solltest deine Gefühle nicht ignorieren. Wir haben 4 Tipps für dich, wie du es schaffst, den Schock zu überwinden.

1. Akzeptieren & Abhaken

Auch wenn es dir schwer fällt, musst du jetzt stark sein und die Situation akzeptieren und einen Strich ziehen. Den wahren Grund für das Ende kennt nur dein Ghoster und dieser hat sich einfach aus dem Staub gemacht. Einer solchen Person solltest du nicht hinterherlaufen.

2. Mit Freunden darüber reden

Sprich über das Gefühlschaos. Schnapp dir deine Freunde und sprich alles aus, was du auf der Seele hast. Meistens können sie dir auch schon gute Tipps oder einen neuen Blickwinkel auf die Situation geben.

3. Ganz klassisch: Schreibe einen Brief

Mit einem kleinen psychologischen Trick kannst du deinem Gehirn vorgaukeln, dass ein klärendes Gespräch doch stattgefunden hat – indem du einen Brief schreibst und diesen an den Ghoster adressierst. Schreibe ihn, lies ihn dir noch durch und zerreiße ihn. Damit fällt es dir ein Stückchen leichter, damit abzuschließen.

4. In die Offensive gehen

Wenn du deinem Ghoster doch noch einmal schreiben möchtest, dann achte am besten darauf, nur eine kurze Nachricht zu schicken. Dabei solltest du dir aber keine Hoffnungen auf eine Antwort machen und selbst wenn eine kommt, nicht wieder darauf eingehen, denn sonst geht das ganze Spiel wieder von vorne los.

Du bist über deinen Ghoster hinweg? Wage dich in ein neues Date:

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Schritt 1 von 5

Wie geht richtig Schlussmachen?

Hast du einfach gemerkt, dass es zwischen dir und deinem Date doch nicht so ganz passt? Dann solltest du spätestens jetzt wissen, dass Ghosting, Breadcrumbing und Co. nicht die feine Art sind, sich von einem anderen Menschen zu trennen. So wie in jeder Beziehung oder Dating-Phase, sollte auch danach die andere Person immer respektvoll behandelt werden. Und dazu gehört auch die Art, wie man sich trennt.

Sei kein Ghost

Auch wenn Ghosting manchmal reizvoll ist, um einem unangenehmen Gespräch aus dem Weg zu gehen, solltest du der anderen Person und auch dir selbst die Chance dazu geben, Dinge loszuwerden und auszusprechen. Denn Unausgesprochenes kann schnell zur seelischen Last werden und sich auch ins nächste Date einschleichen.

Ehrlich währt am längsten

Sei am besten einfach ehrlich und sage der anderen Person in einem persönlichen Gespräch, was dich zu deiner Entscheidung bewegt hat. Auch wenn es im ersten Moment brutal erscheint und dein Gegenüber traurig ist, dauert der Schmerz darüber nicht annähernd so lang wie das Verarbeiten eines Ghostings.

Unsicherheiten und Nervosität beim Daten bekämpfen: