So beantragst du Wohngeld

In Deutschland ist es möglich staatlich unterstütztes Wohngeld zu beantragen – egal, ob du in einer Wohnung zur Miete oder im Eigenheim wohnst. Demnach ist es entweder ein Mietzuschuss oder ein Lastenzuschuss. Aber wo und wie kannst du diesen Zuschuss beantragen und welche Unterlagen brauchst du dafür? Wir haben dir die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Wohngeld Illustration

In aller Kürze

  • Für deinen Antrag brauchst du sämtliche Unterlagen, die dein Einkommen und deine Wohnsituation betreffen.
  • Stimmt der Wohngeldbescheid nicht, kannst du Widerspruch einlegen.
  • Der Anspruch auf Wohngeld wird aus der Höhe der Miete, der Anzahl der Haushaltsangehörigen und dem Haushaltseinkommen berechnet.

Wo kann ich den Antrag auf Wohngeld stellen?

Du stellst den Antrag auf Wohngeld bei der Wohngeldbehörde deiner Stadt oder Gemeinde. Es gibt dort entsprechende Antragsformulare. Wird der Antrag genehmigt, so wird das Wohngeld monatlich ab dem Monat der Beantragung ausgezahlt, nicht rückwirkend. Der Zuschuss wir meist für 12 Monate bewilligt. Ausgenommen sind Auszubildende und Studierende während ihrer ersten Berufsausbildung, Wehrpflichtige und Zivildienstleistende.

Liegt dein Haushaltseinkommen unter einer bestimmten Einkommensgrenze, kannst du in der Wohngeldstelle ebenfalls einen Wohnberechtigungsschein beantragen. Dieser berechtigt dich dazu, eine Sozialwohnung zu mieten.

Checkliste für die Antragsstellung

Für die Beantragung des Wohngeldes werden einige Unterlagen benötigt, die Auskunft über deine momentane Lebenssituation geben. So kann die Wohngeldstelle berechnen, ob du Wohngeld erhalten darfst oder nicht. Untenstehend findest du eine kleine Zusammenfassung der benötigten Unterlagen.

Einkünfte

  • Aktuelle Verdienstabrechnung (Brutto)
  • Rentenbescheide / Änderungsmitteilung
  • Kindergeld-Nachweis
  • Kopie der letzten Einkommenssteuererklärung
  • Zinseinnahmen aus Sparbuch und anderen Kapitalvermögen

Wohngeld für Mietwohnungen

  • Mietvertrag / Untermietvertrag
  • Vermieterbescheinigung
  • Mietänderungsschreiben
  • Nachweis über Mietzahlung z. B. Kontoauszug
  • Meldebescheinigung

Wohngeld für das Eigenheim

  • Grundbuchauszug
  • Meldebescheinigung
  • Grundsteuerbescheid
  • Nachweis über Erbbauzins
  • Kauf- bzw. Kaufanwärtervertrag

Freibeträge und Pauschalen

  • Bescheinigung des Finanzamtes
  • Nachweis über freiwillige/private Krankenversicherung
  • Sterbeurkunde
  • Bescheid über Pflegegeld
  • Schwerbehindertenausweis
  • Trauschein

Übrigens:

Bei Änderungen deiner Lebens- oder Einkommensverhältnisse solltest du möglichst zeitnah die Wohngeldbehörde informieren, um hohe Rückforderungen zu vermeiden.

Was tun wenn der Antrag auf Wohngeld abgelehnt wurde?

Wurde dein Antrag auf Wohngeld abgelehnt, kannst du innerhalb von 4 Wochen Widerspruch einlegen. Auch wenn zu wenig Wohngeld oder Lastenzuschuss bewilligt wurde, solltest du von diesem Recht Gebrauch machen. Der Wohngeldbescheid wird dann noch einmal geprüft. Bei Streitigkeiten zum Wohngeld ist das Verwaltungsgericht zuständig. Personen mit geringem Einkommen können Prozesskostenhilfe beantragen.

Wer hat Anspruch auf Wohngeld?

Ob und wie viel Wohngeld du bekommst, hängt grundsätzlich von 3 Dingen ab:

Grundlage für die Höhe des Wohngeldes ist die Bruttokaltmiete, also die Grundmiete mit allen kalten Nebenkosten wie Wasser, Abwasser und Müllabfuhr. Warme Nebenkosten wie Heizung, Strom usw. zählen nicht dazu.
Deine Stadt oder Gemeinde ist je nach Niveau der Mietpreise einer Mietenstufe zugeordnet. Diese reichen von Stufe I für ein niedriges Preisniveau z.B. auf dem Land bis zu Stufe VII für ein sehr hohes Preisniveau z.B. in Großstädten wie München. Je höher die Stufe, desto höher können die Zuschüsse ausfallen. Die Mietkosten, welche beim Wohngeld angerechnet werden, sind dabei nach oben gedeckelt. Bei einem Einpersonenhaushalt liegt der Grenzwert zum Beispiel bei 338 Euro für Mietenstufe I und 633 Euro für Mietenstufe VII.
Nach der Anzahl der Personen im Haushalt richten sich die beim Wohngeld angerechneten Mietkosten und somit die Höhe des Zuschusses. Als Haushaltsangehörige gelten Personen, die gemeinsam dauerhaft in einer Wohnung leben und entweder Lebenspartner oder miteinander verwandt sind. Mitbewohner wie die in einer Wohngemeinschaft zählen also nicht zum Haushalt dazu.
Auch für das Wohngeld gibt es bestimmte Einkommensgrenzen, ähnlich wie beim Wohnberechtigungsschein. Diese werden abhängig von der Mietenstufe und der Anzahl der Personen im Haushalt berechnet. Wenn das Einkommen zu hoch ist, wird kein Wohngeld bewilligt. Aber auch bei einem zu niedrigen Einkommen wird ein Antrag auf Wohngeld abgelehnt. Grund dafür ist, dass die betreffenden Personen Anspruch auf Grundsicherung (Arbeitslosengeld II) haben und dieses das Wohngeld bereits beinhaltet.
Zum Einkommen zählen die Einkünfte aller Haushaltsmitglieder in Summe, abzüglich Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Kindergeld oder Kinderzuschlag gehören nicht dazu.

Das BMI (Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat) stellt zur ersten Orientierung einen Wohngeldrechner bereit. Weitere Beratung dazu erhältst du in der Wohngeldstelle vor Ort.

Gut zu wissen

Empfängst du bereits andere Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld II oder BaFöG, ist der Wohngeld-Anteil darin schon enthalten. Das bedeutet, dass du kein zusätzliches Wohngeld mehr beantragen kannst.
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