Partnertausch - Alles zum erotischen Erlebnis zu viert

Das Problem eines eingeschlafenen Sexlebens kennen viele Paare. Der Partnertausch kann eine tolle Möglichkeit sein, um das Liebesspiel neu zu entfachen. Was die Grundlage dafür ist, wie ihr das Ganze in die Tat umsetzen könnt und welche Mythen über Swingerclubs tatsächlich der Wahrheit entsprechen, erfährst du auf dieser Seite.

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Ein Pärchen liegt leicht bekleidet auf einem Bett und küsst sich.
© eclipse_images/iStock

Es ist ein Thema, das in vielen langfristigen Beziehungen zu einer Art Problem heranwächst: Sex. Menschen, die bereits über einen langen Zeitraum mit ihrem Partner zusammen sind, berichten häufig von einer sich einstellenden Eintönigkeit im Bett. Die aufregende Leidenschaft der Anfangszeit hat sich gelegt und stattdessen hat sich Routine ins Sexleben eingeschlichen. Routine ist nicht zwingend etwas Schlechtes, kann allerdings auf Dauer sexuelle Unzufriedenheit nach sich ziehen. Stellt sich diese ein, ist sie häufig verbunden mit dem Bedürfnis nach neuen erotischen Reizen.

Die Lösung dieses Problems kann unterschiedliche Formen annehmen. Es gibt Paare, die über das Thema offen reden und sich gegenseitig erklären, was sie sich wünschen würden. Häufig lässt sich durch eine derartige, offene Kommunikation gegen ein eingeschlafenes Sexleben vorgehen. Neue Dinge wie Sexspielzeug oder auch unterschiedliche Orte können für Abwechslung sorgen. Eine weitere, etwas komplexere Möglichkeit stellt der Partnertausch dar.

Zur Idee des Partnertausches - Die Grundlagen

Das Prinzip der Monogamie findet in westlichen Gefilden bei den meisten Menschen Anklang und wird dementsprechend auch gelebt. Dies bedeutet schlussendlich, dass man sich auf einen Partner festlegt und einzig mit diesem sexuell aktiv wird. Bei einem Partnertausch wird die Idee der Monogamie über Bord geworfen und es kommen weitere Personen hinzu. Die sich innerhalb einer Beziehung befindenden Personen begeben sich dabei auf die Suche nach neuen Sexualpartnern, beispielsweise innerhalb von Swingerclubs.

Dieser Gedanke löst bei vielen vergebenen Männern und Frauen bereits leichte Schweißausbrüche aus, schließlich passt er so gar nicht in das gesellschaftlich anerkannte Prinzip der Monogamie. Die Vorstellung, dass der eigene Partner anderen Menschen sexuell näher kommt, ist keine einfache. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens sollte vor diesem Hintergrund gut überlegt und an folgende Grundvoraussetzung gekoppelt sein:

Eine stabile, von Ehrlichkeit geprägte Beziehung!


Eine gewisse Stabilität innerhalb eurer Beziehung sollte in Bezug auf einen möglichen Partnertausch gegeben sein. Wenn diese nicht vorhanden ist und du deinen Partner mit dem Wunsch konfrontierst, sexuelle Kontakte mit anderen eingehen zu wollen, kann dies böse Konsequenzen haben. Behalte das also stets im Hinterkopf. Führt ihr hingegen eine stabile, von Vertrauen geprägte Beziehung, dann ist dies eine gute Grundlage, um mutig zu sein und über die eigenen Wünsche hinsichtlich eines Partnertausches zu sprechen. Dabei existiert keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du deinen Partner am besten darauf ansprichst. Nähere dich am besten langsam an, sprecht über euer Sexleben im Allgemeinen und über Dinge, die ihr euch wünschen würdet. Vielleicht kommt ihr durch ein derartiges Gespräch ja ganz automatisch auf das Thema Partnertausch zu sprechen.

Sobald ihr euch beide mit dem Gedanken eines Partnertausches anfreunden könnt, gilt es, die Wünsche und vor allen Dingen auch Grenzen zu besprechen. Ehrlichkeit ist hier das Stichwort. Haltet euch mit euren Wünschen nicht zurück, sondern teilt sie eurem Partner ehrlich mit. Ihr solltet euch beide darüber einig sein, was ihr von einem Partnertausch erwartet und wie weit das Ganze gehen soll. Wenn ihr diese Basis geschaffen habt, steht euch und euren ersten Erfahrungen im Bereich des Swingens nichts mehr im Weg.

Ein Pärchen liegt eng umgschlungen und in Unterwäsche bekleidet auf dem Bett.
© miljko/iStock

Neue sexuelle Impulse...

...können einer langjährigen Beziehung frischen Wind einhauchen und die Verbindung zueinander stärken. Die Grundlage dafür sind gegenseitiges Vertrauen und uneingeschränkte Offenheit.


Casual Dating

Ihr habt über das Thema Partnertausch gesprochen und seid auf einen gemeinsamen Nenner gekommen – damit habt ihr die größte Hürde bereits gemeistert, Glückwunsch! Nun geht es darum, ins Handeln zu kommen und die theoretische Idee in die Praxis umzusetzen. Wie geht ihr das am besten an?

Um andere Paare für einen Partnertausch zu finden, bietet das Internet unzählige Angebote im Bereich des Casual Datings. Beim Casual Dating geht es im Kern um erotische Beziehungen, die frei von jeglichen Verpflichtungen geführt werden. Dabei könnt ihr entweder selbst eine Kontaktanzeige schalten oder durch die Anzeigen anderer Paare stöbern. Derartige Plattformen bieten den Vorteil, dass etwaige Wünsche und Grenzen direkt kommuniziert und festgelegt werden können. Dadurch fällt es deutlich leichter, Paare mit einer ähnlichen Einstellung zu dem sexuellen Abenteuer zu finden. In einem ersten Treffen geht es dann vor allen Dingen darum, sich kennenzulernen und herauszufinden, ob die Chemie zwischen euch passt.

Allein die Anwesenheit anderer Personen kann dem eigenen Sexleben
neue Intensität verleihen.

Wenn im Laufe dieses Kennenlernens sexuelle Anziehungskraft zwischen euch aufkommt, dann steht die Tür zu erotischen Abenteuern weit offen. Dabei muss es nicht zwingend immer direkten sexuellen Verkehr mit dem anderen Paar geben. Insbesondere am Anfang fühlen sich viele Paare bereits durch den Faktor erregt, dass ihnen andere beim Liebesspiel zuschauen. Allein die Anwesenheit anderer Menschen kann das eigene Sexleben zu einem Abenteuer machen.

Swinger- und Pärchenclubs

Eine zweite Möglichkeit, um sein Interesse für den Partnertausch auszuleben, stellt der Swingerclub dar. In derartigen Etablissements treffen sich Menschen, die Interesse an sexuellen Erlebnissen mit wechselnden Personen haben. Diese Personen werden auch als Swinger bezeichnet und sind schlussendlich Singles oder auch Paare, die zwischen verschiedenen Sexualpartnern “schwingen”. Unter einem Swingerclub stellen sich viele Menschen einen verruchten Ort vor, an dem jegliche Regeln der monogamen Gesellschaft außer Kraft gesetzt werden und jeder mit jedem Geschlechtsverkehr hat. Vorneweg: Dem ist nicht so.

Auch in Swingerclubs gibt es Regeln und wenn du mit deinem Partner einen derartigen Club besuchst, musst du natürlich nicht zwingend Sex haben. In erster Linie geht es in einem Swingerclub darum, Menschen zusammenzubringen, die an einem offenen Austausch zum Thema Sex interessiert sind. Menschen, die neue sexuelle Reize in ihrem Leben und vielleicht auch innerhalb ihrer Partnerschaft setzen möchten. Ein Swingerclub bietet Leuten mit einer derartigen Einstellung die Möglichkeit, sich zu entfalten. Wie diese Entfaltung im Einzelnen aussieht, ist nicht definiert und jedem selbst überlassen.

Wissenswertes zu Swingerclubs

  • Swingerclub: Sowohl Paare als auch Single-Frauen und Single-Männer haben hier Zutritt.
  • Pärchenclub: Ausschließlich Paare und in manchen Fällen auch Single-Frauen. Single-Herren haben keinen Zutritt. Gerade für Einsteiger ergibt es Sinn, den Pärchenclub einem Swingerclub vorzuziehen.
  • Alles kann, nichts muss. Wenn du mit deinem Partner einen Swingerclub besuchst, seid euch dessen bewusst. Ihr unterliegt keinen Zwängen und könnt euch alles in Ruhe anschauen. Und wenn ihr doch keine Lust auf mehr verspürt, könnt ihr euch einfach einen netten Abend an der Bar machen.
  • Eintritt: Der Eintrittspreis ist für Frauen oftmals geringer als für Männer. Hintergrund: Die Männerquote in Swingerclubs ist chronisch erhöht.
  • Duz-Kultur: In Swingerclubs spricht man sich mit Vornamen an und duzt sich.
  • Keine Prostitution: Ein Swingerclub ist kein Bordell! Für Sex wird nicht bezahlt und er basiert ausschließlich auf freiwilliger Basis!

Möglicher Ablauf eines Besuchs

Viele haben vor ihrem ersten Besuch im Swingerclub aus unterschiedlichen Gründen großen Respekt. Männer beispielsweise verspüren häufig eine Form der Versagensangst und haben die Befürchtung, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes nicht ihren Mann stehen. Leistungsdruck ist ein absoluter Libido-Killer. Demgegenüber beschäftigen sich Frauen oftmals mit ihrem eigenen Aussehen und fühlen sich zu unattraktiv, um sich freizügig vor Fremden zu zeigen. Derartige Gedanken sind verständlich und sollten auf keinen Fall verharmlost und ignoriert werden. Respekt und Angst vor Dingen, die man noch nie gemacht hat, sind absolut menschlich – insbesondere wenn diese Dinge äußerst intimer Art sind.

Mache dir in erster Linie einmal klar, dass du in einem Swingerclub nicht auf außergewöhnliche Übermenschen mit perfekten Körpern treffen wirst. Vielmehr sind auch die Swinger wie du und ich, normale Menschen mit Stärken und Schwächen. Neben diesem Gedankengang kann ein offenes Gespräch mit deinem Partner über etwaige Ängste ebenfalls helfen, ein wenig entspannter an die Sache heranzugehen.

Schlussendlich wirst du deine Bedenken in Bezug auf Swingerclubs allerdings nur bekämpfen können, indem du dich überwindest und es einfach ausprobierst. Natürlich unterscheiden sich die Abläufe von Club zu Club, sodass kein allgemein gültiger Ablaufplan existiert. Im Folgenden findest du demnach nur einen beispielhaften Ablaufplan, sodass du eine Idee davon bekommst, wie ein Besuch im Swingerclub aussehen könnte.

1. Ankommen und vorbereiten

  • Zu Anfang gibt es meist eine Begrüßung durch den Betreiber und eine kurze Führung durch den Club.
  • Anschließend kannst du in der Umkleide deine Straßenkleidung ablegen und duschen. Hygiene wird in Swingerclubs groß geschrieben.
  • Es gibt keine festgelegte Kleiderordnung, es sollte allerdings sexy sein. Dessous, Miniröcke oder auch Kleider sind eine gute Wahl. Bei Männern tun es Shorts.
  • Den Schlüssel für deinen Spind gibst du an der Bar ab.

2. Kontakte knüpfen

  • Der eigentliche Abend beginnt dann zumeist an der Bar. Hier gibt es Getränke und teilweise auch etwas zu essen.
  • Im Bar- und Tanzbereich solltet ihr als Paar oder auch unabhängig voneinander versuchen, erste Kontakte zu anderen zu knüpfen. Bei einem leckeren Drink könnt ihr so völlig ungezwungene Gespräche führen.
  • Auf diese Weise findet ihr vielleicht schon sexuell attraktive Personen und könnt mit ihnen gemeinsam zum dritten Schritt übergehen.

3. Sexuelle Begegnungen

  • Sex an der Bar ist tabu. Dafür gibt es extra vorgesehene Bereiche. Begibst du dich in diesen Bereich, wirst du reichlich Kondome vorfinden. Diese sind zwar häufig kunterbunt, sollten allerdings nicht als Deko betrachtet werden.
  • Die Räumlichkeiten für sexuelle Aktivitäten sind meist unterteilt in unterschiedliche Bereiche. Diese könnten wie folgt aussehen:
    • Wellness: Viele Clubs bieten mittlerweile umfangreiche Wellnessbereiche mit Sauna, Whirlpool und Dampfbad. Hier kann jener Lust nachgegangen werden, die viele beim Besuch einer öffentlichen Therme empfinden, allerdings nicht ausleben dürfen.
    • Voyeure: Leute, die anderen beim Sex zuschauen möchten, finden dafür geeignete Abschnitte mit entsprechenden Gucklöchern.
    • Gruppensex: Egal, ob drei, vier oder noch mehr Personen. In diesem Bereich findet man Spielwiesen für Gruppensex.
    • Rückzugsorte: Auch im Swingerclub kann man intime Stunden zu zweit verbringen. Oftmals gibt es auch abschließbare Räume für Leute, die ganz bewusst unter sich bleiben und nicht gestört werden wollen.
  • In diesen Räumlichkeiten könnt ihr euch sexuell austoben. Wenn ihr bei anderen mitmachen wollt, fragt sie entweder höflich oder findet es durch diskrete Annäherung heraus. Ein Nein ist dabei stets zu akzeptieren!

Wichtig: Nach dem Partnertausch

Zu Anfang dieses Artikels war die Rede von einigen Voraussetzungen, die erfüllt werden sollten, bevor man sich an einen Partnertausch heran wagt. Offene Kommunikation über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse, eine stabile und gefestigte Beziehung, Akzeptanz der Grenzen des Partners. Es ist wichtig, dass ihr diese Punkte auch nach eurem ersten Erlebnis im Bereich des Partnertausches beherzigt. Wart ihr erstmals in einem Swingerclub, dann solltet ihr nach dieser Erfahrung darüber sprechen. Wie war euer Gefühl, als euer Partner körperlichen Kontakt zu anderen Menschen aufgenommen hat? Wie stand es um eure Eifersucht? Gab es vielleicht Dinge, die zu weit gingen?

Nur durch derart offene Gespräche und das Reflektieren eurer persönlichen Empfindungen und Eindrücke des Partnertausches, kann diese Form der Sexualität auf Dauer funktionieren. So kann es durchaus sein, dass du vorher dachtest mit der Situation klarzukommen, sich deine Meinung im Nachhinein allerdings verändert hat. In deinem als auch im Sinne deines Partners solltet ihr über derartige Gedanken sprechen.