Zweckentfremdungsverbot – So vermieten Sie Ihre Wohnung trotzdem problemlos

Die eigene Wohnung als Ferienwohnung zu vermieten wird immer beliebter, sorgt jedoch aufgrund des Wohnungsmangels in den Großstädten Deutschlands für Diskussionen. Falls Sie Ihre Wohnung vermieten wollen, finden Sie hier alles zum Thema Wohnraumschutz, Zweckentfremdung und zur richtigen Absprache mit Ihrem Vermieter.

Gemütliches Wohnzimmer in einer Altbauwohnung
© CreativaStudio/iStock

So wird Ihre Wohnung zur Ferienwohnung

Ihre Wohnung steht leer. Entweder Sie gönnen sich selbst ein paar Tage Urlaub oder sind aus beruflichen Gründen unterwegs. Um keine Miete zu verschwenden, sind Sie sicher auch schon einmal auf die Idee gekommen Ihre Wohnung als Ferienwohnung zu vermieten. Doch wie geht das und ist das überhaupt erlaubt?

Airbnb und Co.

Mithilfe von Internet-Plattformen können Sie Ihre eigene Wohnung als Privatperson für einen gewissen Zeitraum an Touristen vermieten. Ihnen ist dabei offen gelassen, ob Sie die ganze Wohnung oder nur einzelne Zimmer vermieten.
Die Angebote von Airbnb und Co. gelten weltweit und bieten Reisenden eine gute Alternative zu Hotels. Bevor Sie jedoch Ihre Wohnung inserieren, behalten Sie die verschiedenen Vorschriften und Gesetze im Blick.

Wohnraumschutz – Was ist das?

Aufgrund des mangelnden Wohnraums führen insbesondere große Städte Deutschlands, wie Hamburg, Berlin oder Köln die Wohnraumschutzsatzung ein. Ziel ist, dass freie Wohnungen bevorzugt an Wohnungssuchende und nicht an Touristen vermietet werden. Seitdem gelten strengere Regeln, was das Vermieten der eigenen Wohnung betrifft. Privatpersonen dürfen ihre Wohnung nur noch für eine bestimmte Zeit vermieten und sind verpflichtet eine Wohnraumschutz-Nummer zu beantragen, falls die Wohnung als Ferienwohnung angeboten wird.

Die Wohnraumschutz-Nummer

Um Ihre Wohnung gesetzlich korrekt als Ferienwohnung anbieten zu können, benötigen Sie eine Wohnraumschutz-Nummer. Diese geben Sie in Ihren Online-Inseraten an, um den Bezirksämtern zu helfen, eventuelle Verstöße zu erkennen.

Die Wohnraumschutz-Nummer

  • wird bei Ihrem zuständigen Bezirksamt beantragt
  • ist kostenlos
  • brauchen Sie auch dann, wenn die Räume kostenfrei überlassen werden
  • muss bei jeder Anzeige für Ihre Wohnung gut sichtbar angegeben werden

Das Zweckentfremdungsverbot

Wohnviertel aus der Vogelperspektive
© jonas-allert/unsplash

Eine Zweckentfremdung des Wohnraums besteht, wenn Ihr Wohnraum…

  • für mehr als 3 Monate leer steht
  • für gewerbliche oder berufliche Zwecke genutzt wird
  • baulich derart verändert wird, dass er nicht mehr bewohnbar ist
  • über gewerbliche Portale als Ferienwohnung angeboten wird

Gut zu wissen:

Zwar stellt jede Stadt ihre eigenen Regelungen auf, doch sind diese sich insgesamt sehr ähnlich. Über örtliche Besonderheiten und die aktuelle Gesetzeslage informieren Sie sich am besten direkt bei Ihrem zuständigen Bezirksamt in Ihrer Stadt.

Eine Zweckentfremdung kann genehmigt werden, wenn…

  • Sie gleichwertigen Ersatz-Wohnraum schaffen
  • schutzwürdiges und privates Interesse gegeben ist. Dies bedeutet, dass
    • Ihre wirtschaftliche Existenz gefährdet wäre
    • Ihr Wohnraum nicht mehr erhaltungswürdig ist
    • Ihr Wohnraum nur in Zeiten Ihrer Abwesenheit anderweitig verwendet wird, sonst jedoch weiterhin Ihren Lebensmittelpunkt darstellt

Eine Zweckentfremdung des Wohnraums besteht nicht, wenn…

  • Sie Ihre Wohnung nicht für mehr als 8 Wochen innerhalb eines Kalenderjahres vermieten
  • Sie mehr als 50 Prozent als regulären Wohnraum nutzen (z.B. die Vermietung eines einzelnen Zimmers)

Halten Sie sich an die Regelungen, denn sonst wird es teuer! Nutzen Sie Ihren Wohnraum zu anderen als Wohnzwecken, warten auf Sie Bußgelder in Höhe von bis zu 500.000 Euro.

Das müssen Sie vor der Vermietung klären


Der Unterschied zur Zwischenmiete

Zwischenmiete

  • auch bekannt unter dem Begriff Untermiete
  • erfordert einen Untermietvertrag
  • für eine langfristige Vermietung gedacht (dauerhafte Vermietung ab 6 Monaten)

Kurzfristige Vermietung

  • kein Untermietvertrag notwendig
  • erfordert eine schriftliche Erlaubnis des Vermieters
  • Einhalten von Gesetzesregelungen

Sprechen Sie mit Ihrem Vermieter!

Werfen Sie einen Blick in Ihren Mietvertrag. Sind bereits Regelungen zur Untermiete festgelegt worden? Falls nicht, halten Sie Absprache mit Ihrem Vermieter. Denn um Ihre Wohnung online als Ferienwohnung anzubieten, ist zwar kein Untermietvertrag notwendig, doch Sie müssen die Erlaubnis Ihres Vermieters einholen. Andernfalls droht eine fristlose Kündigung.

Handelt es sich um die Vermietung Ihrer kompletten Wohnung, darf Ihr Vermieter Ihre Anfrage ohne weitere Gründe ablehnen. Das heißt aber nicht, dass dies ein endgültiges “Nein” ist. Eine erneute Anfrage zu einem späteren Zeitpunkt ist trotzdem möglich. Vielleicht haben Sie Glück und Ihr Vermieter ändert seine Meinung.

Akzeptiert er Ihre Anfrage, halten Sie die Bestätigung am besten schriftlich fest.

Sobald Ihr Vermieter Ihnen grünes Licht gibt, sind Sie auf der sicheren Seite und können Ihre eigene Wohnung als Ferienwohnung zur Verfügung stellen.

Fazit

Die eigene Wohnung als Ferienwohnung anbieten: Klingt verlockend, birgt aber einige Tücken. Bei längerer Abwesenheit verlieren Sie keine Miete und bieten Touristen eine angenehme Alternative zum Hotel. Allerdings fördern kurzfristige Vermietungen unter bestimmten Umständen den Wohnungsmangel und sind daher nicht immer rechtmäßig. Beachten Sie jedoch die richtigen Vorschriften und handeln Sie überlegt, steht der Vermietung Ihrer Wohnung nichts mehr im Weg!