Souterrainwohnung

Das Souterrain, auch unter dem Begriff Tiefparterre bekannt, bietet eine günstige Wohnmöglichkeit, selbst in der Innenstadt. Trotzdem sind entsprechende Wohnungen eher unbeliebt. Im folgenden gibt es Antworten zu Fragen wie: Was ist überhaupt eine Souterrainwohnung? Wie richtet man so eine Wohnung am besten ein? Für Hauseigentümer könnte es interessant sein zu wissen, ob man jeden Keller in ein Souterrain umwandeln kann oder nicht. Potentielle Mieter fragen sich hingegen, ob es nicht möglicherweise Probleme mit Schimmel in solchen Wohnungen gibt und ob man daher vielleicht grundsätzlich Abstand von einer Souterrainwohnung nehmen sollte. Dazu haben wir einige Vorzüge und Nachteile aufgelistet. Nach einem Überblick über den Immobilienmarkt, informieren wir außerdem über die Berechnung der Wohnfläche bei Souterrainwohnungen.

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Helle, warme Souterrainwohnung
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Was ist eine Souterrainwohnung?

Die Konzipierung einer Souterrainwohnung ist so ausgelegt, dass sich die Wohnung im Unter- bzw. im Kellergeschoss des Wohnhauses befindet. Dadurch liegt eine Souterrainwohnung zumindest zu einem Teil unterirdisch und unter dem Erdgeschoss. Bei dem Stichwort Souterrain haben viele das Vorurteil, dass es sich bei dem Wohnungstyp um eine düstere und ungemütliche Wohnung handelt. Dem ist nicht so, denn die meisten Souterrainwohnungen wurden direkt als Wohnung konzipiert und besitzen jeglichen Wohnkomfort. Trotzdem ist eine Wohnung unter Geländeniveau oft durch niedrige Decken und kleine Fenster charakterisiert. Eine kleine Treppe führt meist nach unten und bietet den Zugang in den Wohnbereich. Dadurch ist eine Souterrainwohnung normalerweise nicht barrierefrei.

Gestaltungstipps - So wird es gemütlich

Einer der wichtigsten Einrichtungstipps beim Einrichten einer Souterrainwohnung ist das vorhandene Licht voll auszunutzen. Hier eignen sich vor allem gut platzierte Spiegel. Die Spiegel reflektieren vom Fenster aus das Sonnenlicht in die Tiefe der Räume. Man sollte zudem unbedingt auf dicke Vorhänge und dichte Pflanzen vor den Fenstern verzichten. Besser geeignet sind insbesondere leichte Gardinenschals oder Plissees.
Um die Wohnung noch heller wirken zu lassen, eignen sich Lichtinseln, die sich gegenseitig ergänzen und die Wohnung erstrahlen lassen. Verwenden Sie Fluter, die nach oben zur Decke strahlen und lassen Sie die Decke zu einem großen Lichtkörper werden. Auch indirekt beleuchtete Möbel oder Lichtwände als Raumtrenner, eignen sich gut für eine Souterrainwohnung. Auf Hängeleuchten sollten Sie demgegenüber lieber verzichten.
In der Souterrainwohnung sollten die Wände in hellen Tönen wie weiß oder gelb gehalten werden, da die Räume so freundlicher und großzügiger wirken. Es können jedoch, durch knallige Farben, auch Akzente gesetzt werden. Diese sollten aber in Maßen eingebunden werden. Milchige Farben wie Pastelltöne sollten besser vermieden werden, da sie in eher dunklen Räumen nicht wahrgenommen werden.
Beim Fußboden gilt das Gleiche wie bei den Wänden, nämlich auf dunkle Töne zu verzichten. Es ist ratsam helles Laminat bzw. helle Fußbodenbeläge zu verwenden. Parkettboden aus hellem Holz kann einen Raum wärmer und gemütlicher wirken lassen. Somit wären Holzdielen oder ähnliches gut geeignet für die Tiefparterre. Bei einem großflächigem Teppichboden sollte beachtet werden, dass er den Raum kleiner macht und staucht. Setzen Sie mit kleineren Teppichen in freundlichen Farben Akzente. Vorsicht bei Fliesen. Diese könnten zu schnell an einen Keller oder Waschraum erinnern.
Das Grundproblem einer Souterrainwohnung, die niedrige Decke, kann auch durch die richtigen Möbel kaschiert werden. Versuchen Sie durch Ihre Möbelauswahl eine optische Täuschung zu schaffen, indem Sie die Vertikale der Wohnung betonen. Dadurch wirken die Decken höher. Geeignet sind Möbel, die entweder sehr schmal und hoch sind und so einen Ausgleich zu der starken Horizontalen des Raumes bieten oder sehr flache Möbel. Diese haben einen besonders großen Abstand zur Decke und lassen diese somit höher wirken.
Wenn Sie Ihr zu Hause einrichten, achten Sie darauf, dass die Möbel keine Schatten in die Wohnung werfen. Von Vorteil ist es außerdem, sich für klare Linien und wenig Verzierungen bei seinen Möbeln zu entscheiden. Auch die Polstermöbel wirken besser, wenn sie einfarbig sind. Entsprechend sollte die Souterrainwohnung auch nicht zu stark dekoriert werden. Hier ist weniger auf jeden Fall mehr. Der Fokus sollte so gestaltet werden, dass dieser auf dem Freiraum im Raum liegt. Dezente Farbakzente sind natürlich trotzdem gut möglich.
Helle, kühle Souterrainwohnung
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Kann jeder Keller in eine Souterrainwohnung umgewandelt werden?

Eine Baugenehmigung für den Umbau eines Kellers in eine Wohnung brauchen Sie nur, wenn Sie vorhaben den neu entstandenen Wohnraum zu vermieten. Planen Sie den Umbau ausschließlich für den Eigenbedarf, ist dies in der Regel nicht notwendig.
Wollen Sie den Wohnraum allerdings als Souterrainwohnung vermieten, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Genaue Informationen finden Sie in der Landesbauordnung (LBO) Ihres Bundeslandes. Dort finden Sie alles, was Sie beachten müssen, wenn Sie Ihren Keller oder Halbkeller in eine Souterrainwohnung umbauen wollen.

In den meisten Bundesländern wird zum Beispiel eine Deckenhöhe von mindestens 2,30 m verlangt. Bestimmte Bundesländer wie Bayern oder NRW verlangen eine Deckenhöhe von 2,40 m. In Berlin ist es sogar so, dass der umgebaute Kellerraum erst als Wohnung bezeichnet kann, wenn die Decke eine Höhe von 2,50 m misst.
Der Wohnraum muss außerdem über eine gewisse Ausstattung wie eine Heizung verfügen, die bestimmte Vorgaben erfüllt. Diese muss der Energieeinsparverordnung (EnEV) entsprechen. Denkbar für Räumlichkeiten im unteren Geschoss ist zum Beispiel auch eine Fußbodenheizung.

Gibt es Probleme mit Schimmel in Souterrainwohnungen?

Achten Sie bei der Besichtigung auf das Raumklima. Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn man die Feuchtigkeit in den Wänden riechen kann. Ansonsten kann man Schimmel gut vermeiden wenn man jeweils morgens und abends einmal alle Fenster öffnet, um gründlich querzulüften. Informieren Sie sich ob der Raum mithilfe einer Rückstausicherung vor Überschwemmung geschützt ist. Starker Regen kann bei unzureichender Sicherung ein Problem für Wohnungen im Souterrain darstellen.

Sollte man von Souterrainwohnungen grundsätzlich Abstand nehmen?

Souterrainwohnungen geht ihr schlechter Ruf weit voraus. Trotzdem sollte man nicht grundsätzlich jede Wohnungsanzeige für diese überspringen. Eine Besichtigung kann sich durchaus lohnen. Besonders beachten sollten Sie dann, ob Sie in der Wohnung einen Feuchtigkeitsgeruch wahrnehmen. Ist dies der Fall, besteht Schimmelgefahr. Achten Sie außerdem darauf, wie es vor den Fenstern der Wohnung aussieht. Gehen diese auf eine Straße raus, sollten Sie Ihr Augenmerk auf einen entsprechenden Sichtschutz, Probleme mit Müll oder ähnliches richten. In manchen Fällen geht eine große Glasfront in Richtung einer Grünfläche auf der Gebäuderückseite. Dies hat viele Vorteile, da die Wohnung so nicht nur heller sondern auch insgesamt wohnlicher wird. Achten Sie trotzdem auf Feuchtigkeit an den Fensterrahmen.

Vorteile einer Souterrainwohnung

  • Angenehmes Raumklima: Durch ihre Bodennähe sind Souterrains besonders gut isoliert. Im Sommer heizen die Räume nicht so stark auf, im Winter kühlen sie durch die Nähe zum Erdreich weniger stark aus.
  • Angepasste Preise: Die geringe Beliebtheit und die Nachteile einer Tiefparterre reduzieren die Mietkosten und ermöglichen günstigeres Wohnen auch in der mitunter teuren Innenstadt.
  • Wenig Treppensteigen: Durch die Lage im Haus sparen Sie sich auch in Mehrfamilienhäusern ohne Aufzug tägliches Treppensteigen.
  • Eigene Grünfläche: Was bei einer Wohnung in höheren Etagen der Balkon ist, ist in der Tiefparterre häufig eine eigene Ter­ras­se mit eigenem kleinen Garten.

Nachteile einer Souterrainwohnung

  • Wenig Tageslicht: Dadurch, dass eine Souterrainwohnung zu einem großen Teil unter dem Straßenniveau liegt, verfügt sie meist nur über kleine Fenster.
  • Niedrige Wände: Da es sich bei der Tiefparterre oft um umgebaute Keller oder Lager handelt sind die Wände in der Regel nicht höher als 2,40 m.
  • Nicht Barrierefrei: Der Eingang zur Souterrainwohnung liegt oft unter Bodenniveau, daher bedarf es einer Treppe um in die Wohnräume zu gelangen.
  • Hohe Heizkosten: Da man nicht von einem heizenden Mieter in der Wohnung unter der eigenen profitieren kann, ergeben sich zum Teil höhere Heizkosten.

Wie wird die Wohnfläche im Souterrain berechnet?

Die Wohnfläche wird nach der Verordnung zur Berechnung der Wohnfläche (Wohnflächenverordnung - WoFlV) berechnet. Demzufolge wird die Wohnfläche einer Souterrainwohnung voll und wie bei einer normalen Wohnung berechnet. Nur bei einer Deckenhöhe von nicht weniger als 1 m und nicht mehr als 2 m wird der entsprechende Wohnraum halbiert. Haben also 10 qm Ihrer Wohnung eine Deckenhöhe zwischen 1 m und 2 m und Sie zahlen 6 Euro je qm, kostet Sie der Bereich nicht 60 Euro sondern nur halb so viel, also 30 Euro. Da nicht jeder Keller in eine Souterrainwohnung umgebaut werden kann und unter anderem eine Deckenhöhe von 2,30 m bis 2,40 m verbindlich ist, greift diese Rechnung nicht. Darüber hinaus wirken sich allerdings noch andere Aspekte auf Ihre Miethöhe aus, zum Beispiel Lage, Bauart und Zimmerzahl. Was eine Souterrainwohnung im Vergleich zu anderen Wohnungen so günstig macht, ist unter anderem das mangelnde Tageslicht und andere Faktoren wie die niedrige Deckenhöhe. Dadurch sind viele Leute abgeschreckt, was diese Wohnung unbeliebt werden lässt. Dies wird mit dem günstigen Preis ausgeglichen.