Bauen mit Architekten – Ihr Traumhaus vom Experten

Sie überlegen, einen Architekten als Baupartner zu engagieren? Er liefert ein individuelles, auf Ihre Vorstellungen zugeschnittenes Haus und ermöglicht es Ihnen, sich als privater Bauherr aktiv in das Bauprojekt einzubringen. Lesen Sie hier nach, was Sie außerdem über die Leistung eines Architekten wissen sollten, welche Kosten Sie erwarten und vieles mehr.

Architekt beim Hausbau auf Baustelle

Finden Sie den richtigen Architekten

Tatsächlich war es noch vor einigen Jahrzehnten für private Bauherren üblich, mit Architekten zu kooperieren. Bevor Fertighäuser und Bauunternehmen den Markt eroberten, legte man Wert auf Individualität und Mitspracherecht beim Hausbau. Auch heute ist für Menschen, die gern kreativ arbeiten, ein Architektenhaus eine attraktive Option – allerdings gilt es hierbei, mit höheren Kosten zu kalkulieren und sich vorab über die rechtmäßige Arbeit eines Architekten schlau zu machen.

Qualifikation und Referenzen sind das A und O

Zunächst stellt sich jedoch die Frage, wie Sie einen Architekten finden, der genau Ihren Vorstellungen entsprechend das Bauvorhaben umsetzt. Die Berufsbezeichnung des Architekten ist streng geschützt, ein Eintrag ins Verzeichnis der Landesarchitektenkammern erfordert neben dem akademischen Grad mehrere Jahre Berufserfahrung.

Schauen Sie bei der Suche also unbedingt auf die Referenzen Ihrer Favoriten. Wenden Sie sich hierfür am besten an die Kammern selbst, zusätzlich können Empfehlungen in Zeitschriften und auf einschlägigen Blogs hilfreich sein. Am alljährlichen “Tag der Architektur” können Sie außerdem ausgewählte Objekte verschiedener Architekten in einer Ausstellung besichtigen.

In der Praxis: Arbeit und Leistungsphasen

Zu den Aufgaben eines Architekten gehört nicht nur der Entwurf eines Hauses, sondern auch die Planung sowie Organisation und Kontrolle des gesamten Projekts. Der grundsätzliche Unterschied zum Hausbau mit einem Bauunternehmen oder in Eigenregie liegt darin, dass Sie einen professionellen Partner haben, der Sie aktiv in Planung und Umsetzung integriert, Ihren Interessen verpflichtet ist und alle Prozesse überwacht; dazu gehört die Koordination aller beteiligten Subunternehmen, etwa mit Handwerkern. Hier agiert ein Architekt als zuverlässige Schnittstelle. Während des Projekts bleiben Sie Bauherr.

Die Arbeit Ihres Architekten wird sich in insgesamt 9 Leistungsphasen gliedern. Wie die jeweiligen Phasen ablaufen, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.

In der ersten Phase werden die Rahmenbedingungen für den Hausbau geklärt. An dieser Stelle ist der Architekt dazu verpflichtet, Sie ausgiebig zu beraten. Dazu gehört, im Zweifelsfall einen Fachplaner mit benötigter Spezialisierung einzubeziehen.
Auf Basis der ermittelten Grundlagen werden in der zweiten Phase die Kosten für das Bauprojekt abgeschätzt. Ein Planungskonzept benennt alle Randbedingungen und möglichen Probleme. Zusätzlich verhandeln Sie gemeinsam die Genehmigungsfähigkeit des Bauvorhabens mit Behörden und Fachplanern. Der Architekt ist hier als Vermittler tätig. Wichtig: dokumentieren Sie alle Ergebnisse!
Zentral in der dritten Phase sind die Ausarbeitung einer konkreten Bauskizze und die Kostenabrechnung. Die Phase endet mit einer fertigen Skizze im Maßstab 1:100. Davor steht weiterhin die Zusammenarbeit mit Fachplanern und Behörden. Im endgültigen Entwurf sollten alle Vorgaben der Behörden und Fachplaner enthalten sein. Alle Materialien für den Bau werden festgelegt, da am Ende der Phase auch die zu erwartenden Gesamtkosten ermittelt werden sollten.
Die Genehmigung reicht der Architekt in der vierten Phase bei den entsprechenden Behörden ein, nachdem er alle wichtigen Unterlagen zusammengestellt hat.
Die fünfte Phase ist die der Ausführungsplanung, auch Werkplanung genannt. Die in dieser Phase entstandenen Pläne für die Bauausführung sind die Vorlage für den Bau Ihrer Immobilie. Alle relevanten Detailzeichnungen werden zusammen mit Fachplanern angefertigt. Bereits während der Wartezeit für das Erstellen der Baugenehmigung kann die Planung starten.
In der sechsten Phase bereitet der Architekt die Vergabe der Bauleistung vor. Hierfür erstellt er ein Leistungsverzeichnis, in welchem alle Informationen zu finden sind, die für die Bauunternehmer benötigen. Die Arbeitsfelder werden in Gewerke unterteilt und ermöglichen so einen Überblick über alle Aufgaben und deren Koordination.
In dieser Phase geht es darum, verschiedene Angebote bei unterschiedlichen Anbietern einzuholen und das beste Preis-Leistungsverhältnis zu finden. Je nach Auftragslage kann der Architekt darüber hinaus Preisverhandlungen mit den Bietern führen. Der zuvor abgesprochene Preis sollte dabei möglichst eingehalten werden.
Wenn die Bauarbeiten beginnen, ist es die Aufgabe des Architekten, die Baustelle zu überwachen. Dazu gehört das Überprüfen aller Rechnungen vor der Zahlung. Auch die Arbeiten der Handwerker am Gebäude während des Baus und in der Abnahme behält er im Auge.
In der letzten Phase erfolgt eine sogenannte Objektbegehung nach Abnahme der Immobilie. Aufgetretene Mängel werden in diesem Zusammenhang dokumentiert. Der Architekt ist verpflichtet, diesbezüglich Gewährleistungsansprüche geltend zu machen. Die Mängel werden im Anschluss unter Überwachung des Architekten beseitigt. Abschließend können Sie eine Dokumentation Ihres Hausbaus erwarten. In dieser sind alle Pläne und Berechnungen enthalten.

Skizze Grundriss eines Hauses
© Daniela Stärk/AdobeStock

Die Kosten

Bei der Bezahlung müssen Sie sich an der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) orientieren. Sie gibt Mindest- und Höchstsätze vor, sprich einen Rahmen, in dem die Vergütung verhandelt werden kann. Achten Sie unbedingt zu Beginn darauf, dass Kosten und Leistungen in einem schriftlichen Vertrag festgelegt werden. Genaueres zum Vertrag können Sie den oben genannten Leistungsphasen entnehmen.

Abgeschlossene Leistungsphasen rechnet man in Teilzahlungen ab, am Ende der Zusammenarbeit ist es üblich, eine Schlussrechnung zu erstellen. Einen Architekten nicht für alle 9, sondern nur für bestimmte Leistungsphasen zu engagieren, ist denkbar, jedoch nicht die Regel. Die prozentual errechnete Höhe der Zahlung ist dabei abhängig von:

  • der Komplexität des Bauwerks;
  • den Baukosten;
  • dem Umfang der erbrachten Leistung.


Rechnen Sie mit einem Honorar, das insgesamt etwa 10 bis 15 Prozent der insgesamten Baukosten entspricht. Wenn das Bauvorhaben Sie beispielsweise 250.000 Euro kostet, zahlen Sie demnach mindestens 25.000, höchstens 37.500 Euro zusätzlich an Ihren Architekten.

Unser Fazit: Darum ist ein Architekt empfehlenswert

Das Projekt ist zwar ein teurer Spaß, jedoch sollten Sie bedenken, dass die dank der eingebrachten Expertise und Erfahrung eine ordentliche Geldsumme sparen können. Wenn Sie zum Beispiel in Eigenregie Baufehler begehen, drohen Extrakosten – dieses Risiko verringert sich maßgeblich, wenn Sie das Projekt einem erfahrenen Architekten anvertrauen.

Frau und Mann vor Bauplan
© solisimages/iStock
Wenn Sie den Hausbau allerdings möglichst günstig und schnell erledigen möchten, sollten Sie sich nach einer Alternative umschauen. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen? Lesen Sie in unserem Ratgeber alles Wichtige über weitere mögliche Bauformen nach, zum Beispiel über den Bau mit Bauträger oder in Eigenregie.