Doppelhaushälfte – Zwei Häuser unter einem Dach

Eine Doppelhaushälfte bietet Ihnen viel Wohnraum für einen vergleichbar günstigen Preis. Das Besondere an einem Doppelhaus ist die eine Wand, die sich beide Abschnitte des Hauses teilen. An dieser Stelle wird zwar im Alltag Heizenergie eingespart, allerdings ist dies auch die Wand, die sich durch eine besonders gute Schallisolierung auszeichnen sollte. Mit einer guten Isolierung kann bei dieser Bauform bereits der Grundstein für ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis gelegt werden.

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Doppelhaus
© Ilhan Balta/AdobeStock

Was genau ist eine Doppelhaushälfte?

Ein Doppelhaus ist ein Gebäude, das sich in zwei vollwertige Wohnhäuser aufteilen lässt. Diese teilen sich meist nur eine gemeinsame Hauswand. Eingänge und Garagen sind separat. Der Garten wird normalerweise ebenfalls aufgeteilt.
Das Grundstück mit Zaun und das Gebäude mit Dach und Fassade werden geteilt. Das bedeutet, dass bei einer Doppelhaushälfte zwar jeder seine Seite hat, aber trotzdem ein Mitspracherecht auch bei baulichen Änderungen auf der jeweils anderen Seite besteht.
Entscheiden Sie sich also Ihr Haus in irgendeiner Form zu erweitern, zum Beispiel mit einem Balkon oder einem Kamin, muss dies zuvor abgesprochen werden.
Im Normalfall gehört jedem Eigentümer seine eigene Hälfte, was es unmöglich macht eine Sanierung zu erzwingen, auch bei jahrelangem Leerstand. Darum ist es gerade bei Doppelhaushälften enorm wichtig herauszufinden mit wem man sich sein Gebäude teilt.

Vor- und Nachteile einer Doppelhaushälfte

Vorteile

  • Günstiges Eigenheim, da Kosten bei Planung und Bau gespart werden und die Summe durch zwei geteilt wird.
  • Energiesparender als ein freistehendes Haus, da sie sich eine Wand teilen und hier kaum Energie verloren geht.
  • Weniger Nachbarn als bei einem Reihenhaus oder einer Wohnung. Dadurch fallen viele der typischen Probleme mit den lieben Nachbarn weg.

Nachteile

  • Abstimmung mit Nachbarn bei allen Änderungen am Gebäude. Dazu gehören auch Instandhaltungsarbeiten und Renovierungen wie das streichen der Fassade.
  • Enge Nachbarschaft im Vergleich zu Einfamilienhäusern.
  • Relativ hohes Streitpotential da Ihnen Gebäude und Grundstück nicht allein gehören und Rücksichtnahme gefragt ist.

Fassade umgestalten – Ohne Abstimmung mit dem Nachbarn?

Die Gestaltung der Fassade ist Ihnen tatsächlich selten selbst überlassen. Auch wenn Sie ein Einfamilienhaus bauen oder umgestalten möchten, gibt es dafür bestimmte Regeln. Im Falle eines Einfamilienhauses stellt der Bebauungsplan diese Grenzen dar. Bei einer Doppelhaushälfte kommt dazu noch das Mitspracherecht Ihres Nachbarn. Aber hier gilt es auf Feinheiten zu achten.

Blick in den Bebauungsplan

Erweitern, umbauen oder streichen des Hauses – damit beginnen Sie am besten erst nach dem Blick in den Bebauungsplan. Diesem können Sie entnehmen, welche Veränderungen an Ihrer Fassade erlaubt sind und welche nicht. In manchen Bebauungsplänen ist zum Beispiel vorgegeben, dass alle Häuser in dieser Gegend eine weiße Fassade haben müssen. Eine andere Möglichkeit ist, dass nur bestimmte Farben ausgeschlossen sind oder kleinere Veränderungen wie farbliche Akzente, die das Gesamtbild des Hauses stark von den anderen abheben.

Abstimmung mit dem Nachbarn

Gemeinschaftseigentum bedeutet, dass alle Eigentümer mitentscheiden dürfen, was verändert wird. Demnach müssen alle Veränderungen besprochen werden. Die einzige Ausnahme ist, dass Sie Ihre Fassade ungefragt neu streichen dürfen, wenn dadurch das Gesamtbild des Gebäudes nicht verändert wird.


  • Bei Sanierungen wie der Dämmung der Fassade braucht es eine Zweidrittelmehrheit.
  • Beim Streichen der Fassade müssen alle Eigentümer einverstanden sein.
Eine Fassade wird gestrichen.
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Fassade wird renoviert
© Hoda Bogdan/AdobeStock

Wie viel kostet eine Doppelhaushälfte?

Baut man eine Doppelhaushälfte kann man mit Preisen zwischen 350.000 und 400.000 Euro für das gesamte Gebäude rechnen. Da Sie sich den Preis mit Ihren zukünftigen Nachbarn teilen fällt entsprechend die Hälfte an.

Beim Kauf schwanken die Preise stark. Je nach Lage und Zustand kann es enorme Preisunterschiede geben. So gibt es Doppelhaushälften für Kaufpreise ab 170.000 Euro bis hin zu einer Hälfte für 500.000 Euro oder mehr. Allerdings kann eine Doppelhaushälfte bis zu 50.000 Euro – in seltenen Fällen kann es sogar darüber hinaus – günstiger sein, als ein Einfamilienhaus mit gleicher Wohnfläche, vergleichbarer Lage und vergleichbarem Zustand.
Sie wollen kein Fertighaus? Dann kommen an großen Kosten Rohbau, Innenausbau, Dach, Grundstück und eventuelle Außenarbeiten auf Sie zu. Dazu kommt ein nicht zu verachtender Anteil an Kosten zur Abdeckung von Formalitäten und Sonstigem.

Wo wird gespart?

Bereits die Grundstücksgröße kann kleiner ausfallen als die Grundstücksgröße für ein Einfamilienhaus. Es fallen nämlich Abstände zwischen den Häusern weg, was Platz spart. Außerdem ist es zwar teurer ein Doppelhaus zu bauen als ein einzelnes Einfamilienhaus, aber es ist deutlich günstiger als zwei freistehende Häuser bauen zu lassen.
Der Wiederverkaufswert ist höher als zum Beispiel für ein Reihenhaus. Durch die geteilte Hauswand ergeben sich Einsparungen bei den Energiekosten und bei den Baukosten, da hier auch ohne weitere Isolierung kaum Energie verloren geht.

Familie auf einem Sofa
© Monkey Business/Fotolia

Für wen eignet sich eine Doppelhaushälfte?

Geeignet ist diese Bauform besonders für Familien. Dadurch, dass für vergleichbar wenig Geld viel Platz für Kinderzimmer und Stauraum zur Verfügung steht. Dies ist bei einem Reihenhaus weniger gegeben. Auch gibt es oft einen Garten in dem Sie mit Ihrer Familie Zeit verbringen können. Hier liegt der große Vorteil zu einer Wohnung.
Für Singles oder Paare denen viel Platz wichtig ist, kann eine Doppelhaushälfte ebenfalls das Richtige sein. Besonders wenn Sie planen in Zukunft eine Familie zu gründen, legen Sie mit einem kosteneffizienten Haus einen soliden Grundstein.
Senioren könnten sich im laufe der Zeit durch die Größe des Hauses überfordert fühlen. Besonders wenn noch Gartenarbeit hinzu kommt. Weitere Probleme sind Treppen die im Alter zum Problem werden. Lebt eine Familie in der anderen Haushälfte könnte es auch sein, dass Sie sich durch spielende Kinder gestört fühlen. Das heißt aber nicht, dass Sie im Alter auf ein Haus verzichten müssen. Finden Sie hier Informationen zum Haustyp Bungalow.

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