Massivhaus – Der beliebte Haustyp

Stein auf Stein – so soll es sein? Wer sich beim Traum vom eigenen Haus für ein Massivhaus entscheidet, hat die Möglichkeit, sein Eigenheim frei und individuell zu gestalten. Das aus Beton bzw. Stahlbeton bestehende Gebäude bringt viele Vorteile mit sich und ist nicht nur wegen seiner Stabilität beliebt. Erfahre hier, worauf du bei der Wahl eines Massivhauses achten solltest, welche Vor- und Nachteile es gibt und wie du bei der Planung in keine Stolperfallen trittst.

Lesedauer: 7 Minuten

Massivhaus
© in4mal/iStock

In aller Kürze

  • Du kannst bei Massivhäusern zwischen verschiedenen Haustypen und Rohstoffen wählen.
  • Jeder Haustyp kann als Massivhaus konstruiert werden.
  • Informiere dich über den Leistungsumfang verschiedener Bauunternehmen, bevor du dich für eins entscheidest.
  • Aufgrund der verschiedenen Bauarten, individuellen Gestaltungsmöglichkeiten und Umfang der Leistungen, kann der Preis von Massivhaus zu Massivhaus variieren
  • Die ideale Wahl für ein Eigenheim, wenn du auf lange Sicht in einem Haus leben möchtest

Was ist ein Massivhaus?

Das Massivhaus ist einer der beliebtesten Bautypen Deutschlands. Auch wenn immer mehr Fertig- und Holzhäuser im Trend sind, so ist und bleibt das Massivhaus auf Platz Eins der beliebtesten Immobilienarten, denn mehr als 80 Prozent der Deutschen, die ein Haus bauen (lassen) möchten, entscheiden sich für ein Massivhaus.

Und warum genau?

Das Besondere an Massivhäusern ist die Bauweise. Das Mauerwerk besteht aus soliden, standhaften Baustoffen und wird Stein für Stein gebaut. Das bedeutet, dass es keine bauliche Trennung der einzelnen tragenden Komponenten des Hauses gibt. Wenn du dich für ein Massivhaus als Bautyp entschieden hast, heißt es nicht, dass alles direkt in Stein gemeißelt ist. Denn heutzutage kannst du bei Massivhäusern zwischen verschiedenen Haustypen und sogar Rohstoffen wählen – das Massivhaus muss nicht zwangsweise aus Stein, Beton und Lehm bestehen. Mittlerweile gibt es auch Massivhäuser aus Holz. Ebenso kannst du einen Architekten engagieren und von Grund auf den Grundriss und jegliche Einzelheiten mit ihm gemeinsam planen. So kommst du dem Traum vom individuellen Eigenheim näher.

Jedes Haus kann ein Massivhaus sein

Das Tolle an einem Massivhaus ist, dass alle Haustypen umgesetzt werden können: Egal ob Mehrfamilienhaus, Einfamilienhaus, Bungalow, Stadtvilla, Stadthaus, Reihenhäuser, Doppelhäuser oder Landhäuser – jeder dieser Haustypen kann als Massivhaus konstruiert werden. Ihre Gemeinsamkeit? Sie sind stabil, solide und individuell.

Person zeigt mit Finger auf einen Bauplan
© vadimguzhva/iStock

Der Bau steht an: Die richtige Planung

Die Entscheidung für ein Eigenheim ist eine große. Deshalb sollte die darauffolgende Vorbereitung und Planung für die einzelnen Bauphasen gut durchdacht sein.
Beim Bau eines Massivhauses bist du der Bauherr – unabhängig davon, ob du das Haus bezugs-/schlüsselfertig betreten oder beim Bau selbst aktiv werden möchtest. Doch was für ein Typ bist du? Was für ein Grundstück benötigst du und welche Schritte sind vor dem Bau und während der einzelnen Bauphasen nötig?

Schau dir die folgenden Checklisten und Punkte an, um bestens vorbereitet zu sein:

Das Grundstück

  • Lage und Infrastruktur: Kannst du dir vorstellen, eine längere Zeit in der ausgesuchten Gegend zu leben? Passt die Umgebung zu dieser Vorstellung? Was brauchst du alles in der Nähe deines Eigenheims, um glücklich zu sein? Schau bei der Suche also auch darauf, dass die Umgebung inkl. verschiedener Einrichtungen (Supermarkt, Kindergärten, Schulen etc.) passt.
  • Lärmquellen: Manche Grundstücke haben einen auffällig niedrigen Preis, da sie gleich neben unangenehmen Lärmquellen sind. Achte also darauf, dass es keine Flughäfen, Autobahnen oder lauten Bahnschienen in der Nähe gibt, die stören könnten.
  • Grundbuch: Wenn du ein bestimmtes Grundstück ins Auge gefasst hast, solltest du alle Daten im Grundbuch überprüfen. Mögliche Belastungen sind dort vermerkt und du kannst nachschauen, ob die Stadt oder die Gemeinde sich die Fläche nicht für andere Planungen reserviert hat.
  • Bodengutachten: Wenn nicht schon vorher geschehen, solltest du als zukünftiger Besitzer den Boden begutachten lassen, denn das ist vor dem Kauf Pflicht: Ein Gutachter sollte sich das Leben unter dem Boden anschauen. Ist ein Kellerbau möglich? Wie hoch steht das Grundwasser? Gibt es nicht sogar irgendwelche giftige Altlasten?
  • Erschließung: Ist das Grundstück an das öffentliche Straßennetz angeschlossen? Gibt es dort Strom und Wasser? In der Regel ist das der Fall, doch wenn nicht, so musst du hier mit höheren Kosten rechnen, da die Erschließung selten von den Kommunen übernommen wird.
  • Bebauungsplan: Hier sind alle bautechnischen Details geregelt. Regelungen zu Themen wie die Höhe der Dachform, der Mindestabstand zu den Nachbargrundstücken und die Anzahl der zugelassenen Stockwerke sind hier zu finden. Sei bestens vorbereitet, so dass dein Bau problemlos genehmigt werden kann.
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Bauarten

Schlüsselfertiges Haus – Bezugsfertig einziehen

Du willst bei der Planung des Grundrisses dabei sein, kannst und willst die Arbeit aber den Experten in Sachen Hausbau überlassen? Dann entscheide dich für die schlüsselfertige Variante und engagiere einen Bauträger. Das heißt, dass du dich vorab für die zu erbringenden Leistungen der Baufirma entscheidest, bei der Planung dabei bist, die Baustelle und das Arbeiten der Baufirma/dem Bauträger überlässt. Wenn das Haus dann bezugsfertig ist (ein anderes Wort für schlüsselfertig), liegt der Rest in deinen Händen. Deshalb musst du zuvor bei der Leistungsbeschreibung darauf achten, was die Bauträger alles anfertigen und erledigen sollen. Nach der Bauphase kann es nämlich passieren, dass du noch weitere Tätigkeiten erledigen musst, für die du verantwortlich bist und weitere Kosten tragen musst.

Massivhaus im Rohbau - Blick auf Dachstuhl
© Capri23auto/Pixabay
Das schlüsselfertige Haus ist außerdem ein guter Kompromiss zwischen Massivhaus und Fertighaus. Du bist zwar der Bauherr und in der Planung involviert, musst dich aber um nichts intensiver kümmern. Wenn du etwas individuell gestalten lassen willst, kann das berücksichtigt werden, das Haus an sich wird aber von Experten gebaut.

Ausbauhaus – Die Mischung machts

Hierbei kannst du dir die Hände schmutzig machen. Du hast einen professionellen Ansprechpartner, der sich um den Rohbau kümmert. Jedoch hast du bei der Variante “Ausbauhaus” nach der ersten Bauphase die Möglichkeit, dich um das Streichen, Tapezieren und weitere innenarchitektonische Planungen zu kümmern. Demnach übernimmst du nicht alle Aufgaben, kannst aber deine Fähigkeiten als Heimwerker ausnutzen. Der Vorteil ist, dass diese Variante deutlich günstiger ist – sollte jedoch etwas schief gehen, musst du die Kosten wiederum für Handwerker ausgeben.

Bausatzhäuser – Eigenleistung erbringen

Wer frei von Bauträgern sein möchte, kann sich als Bauherr auch an ein Bausatzhaus wagen. Wenn du in einem Massivhaus leben möchtest – und das in der Tat selber bauen willst – dann hast du damit die Möglichkeit dazu. Natürlich brauchst du hier Unterstützung in Sachen Maurer, Elektriker etc., da bestimmte Tätigkeiten beim Hausbau nur von Spezialisten durchgeführt werden dürfen. Du erhältst jedoch bei dieser Hausbauart eine bestimmte Anleitung und hast sogar die Möglichkeit, vorher Seminare oder Workshops zu besuchen, um bestens vorbereitet zu sein. Das spart natürlich Kosten. Jedoch solltest du dir diese Entscheidung gut überlegen. Wenn du dich handwerklich nicht auskennst, ist die Schlüsselvariante die Sicherste, auch wenn eventuell höhere Kosten aufkommen können. Doch da kannst du sicher sein, dass der Bau gelingt.

Weißes Einfamilienhaus mit vielen Fenstern
© 130902/Pixabay
Spielstraße mit verschiedenen Einfamilienhäusern
© eyewave/iStock

Bauunternehmen

Stell dir bei der Suche nach dem passenden Bauunternehmen folgende Fragen, um während des Baus den besten und passendsten Ansprechpartner zu haben:

  • Wird dein favorisierter Haustyp dort überhaupt angeboten?
  • Kannst du Referenzobjekte besichtigen?
  • Hast du als Bauherr die Möglichkeit, auch Eigenleistungen zu erbringen?
  • Können Grundriss und die Raumaufteilung individuell angepasst werden?
  • Gibt es einen festen Ansprechpartner?
  • Ist im Leistungsumfang auch die Qualitätssicherung mit inbegriffen?
  • Erhältst du eine ausführliche Leistungsbeschreibung?

Kosten

Eine pauschale Kostenaufstellung für Massivhäuser gibt es nicht. Aufgrund der verschiedenen Bauarten, individuellen Gestaltungsmöglichkeiten und Umfang der Leistungen, kann der Preis von Massivhaus zu Massivhaus variieren:

  • Aus folgenden Kosten setzt sich der Preis zusammen: Baunebenkosten, Grundstückskosten, Grundstücksnebenkosten, Grunderwerbssteuer, Erschließungskosten, Außengestaltung, Technik, Baukonstruktion, die Innenausstattung und natürlich die individuellen Wünsche,
  • Kosten sind zudem abhängig von den Leistungen: Je nachdem, für welche Bauart und Haustypen du dich entscheidest,
  • Sparmöglichkeit: Du sparst, wenn du beim Hausbau vieles selber in die Hand nimmst. Bei einem Bau eines Massivhauses solltest du aber vorsichtig sein, denn für den Bau an sich benötigst du für bestimmte Tätigkeiten Experten.
  • Allgemein kann mit einem Preis von 1.000 bis 1.700 Euro je Quadratmeter Wohnfläche gerechnet werden. Aufgrund der Individualität bei Massivhäusern ist das nur ein Richtwert!

Vorteile und Nachteile eines Massivhauses

Als Liebling unter den Deutschen in Sachen Haustyp bringt das Massivhaus natürlich viele Vorteile mit sich. Jedoch gibt es auch ein paar negative Punkte, die du vor der detaillierten Planung in Betracht ziehen sollten:

Vorteile

Individualität: Als Bauherr verfügst du über die freie Gestaltung. Plane und entscheide über den Grundriss, die Innenarchitektur und sonstige An- und Umbau-Wünsche. Trotz vorgeplanten Massivhäusern kannst du individuelle Wünsche einbringen.

Schallschutz: Das Mauerwerk bringt viel Schutz mit sich, so dass die Winddichtigkeit und Schalldichte sehr hoch ist.

Hoher Wiederverkaufswert: Das hat zum Einen mit der Konstruktion der Immobilie zu tun, zum Anderen mit der Beliebtheit des Haustypen.

Stabilität: Aufgrund der feststehenden, soliden Steinmauern hält das Haus besser als ein Holzhaus.

Tragfähigkeit: Die Wände sind sehr belastbar, so dass bei der Inneneinrichtung keine Abstriche gemacht werden müssen: Wandschränke und schwere Gegenstände können problemlos an die Wände angebracht werden.

Wärme: Die Wände eines Massivhauses speichern viel Wärme, so dass es im Sommer nicht zu heiß wird und das Haus im Winter auch nicht so schnell abkühlt.

Nachteile

Kosten: In der Regel sind Massivhäuser teurer als Fertighäuser. Die Kosten sind aber abhängig von den Leistungen, die du dir als Bauherr wünschst.

Bauzeit: Aufgrund der längeren Trocknungszeiten, die eingeplant werden müssen, ist die Bauzeit nicht wirklich definierbar und hängt zudem noch von den Witterungsbedingungen ab.

Planung: Da jedes Massivhaus eine individuelle Anfertigung ist, gibt es vorab nur Pläne, die am Computer eingesehen werden können.

Viele Hände: Auf der Baustelle sind je nach Bauphase unterschiedliche Personen am Werk: Maurer, Gerüstbauer, Elektriker, Verputzer, Schlosser, Monteure und weitere Handwerker. Du als Bauherr musst hier koordinieren, Ruhe bewahren und darauf achten, dass bauliche Fehler vermieden werden. Bei so vielen Menschen kann das leider schnell passieren.

Vergleich Massivhaus und Fertighaus: Was sind die wesentlichen Unterschiede?

Massivhaus Fertighaus
Bauzeit
lang
kurz
Kosten
abhängig von Leistungen, hoch
gering, oftmals fixe Kosten
Individuelle Gestaltung
individuell gestaltbar
eingeschränkt
Wärmedämmung
ausgeglichenes Raumklima
Wärmespeicherung nur bei energieeffizienten Fertighäusern möglich
Besichtigung
in der Regel nicht möglich
Besichtigung Musterhaus-Park

Fazit

Das Massivhaus ist eine ideale Wahl für ein Eigenheim, wenn du auf lange Sicht in einem Haus leben möchtest und dir die Individualität wichtig ist. Du kannst das Haus entweder individuell gestalten, oder die Umbauwünsche auch so gering halten, dass auch die Kosten niedrig sind. Für jeden, der sich ein individuelles, wertbeständiges Haus wünscht, ist das Massivhaus also eine gute Wahl. Wenn du allerdings viel an Kosten sparen willst und auf einem schnelleren und etwas günstigerem Wege den Wunsch der eigenen vier Wände verwirklichen möchtest, ist das Fertighaus vielleicht die bessere Wahl. Was du dazu alles wissen musst, erfährst du in unserem Ratgeber zu Fertighäusern.