Fertighaus – Die schnelle Art, ein Haus zu bauen

Wenn sich der langersehnte Traum vom Eigenheim verwirklichen soll, müssen bis zum Einzug viele Dinge geklärt werden. Das Wichtigste dabei ist die Entscheidung, welche Hausbauart es werden soll. Möchten Sie für den Bau nicht viel Zeit verlieren und möglichst bald in den eigenen vier Wänden wohnen? Dann sollten Sie sich für ein Fertighaus entscheiden. Alle nötigen Tipps, Informationen zur Bauzeit und Planung sowie Vor- und Nachteile zum Fertighaus erfahren Sie hier in unserem Ratgeber.

Lesedauer: 6 Minuten

Was ist ein Fertighaus?

Ein Fertighaus ist ein Wohnhaus, welches aus verschiedenen Einzelteilen besteht. Diese einzelnen Bauteile – Wände, Decken- und Bodenelemente – werden zuvor in Produktionshallen erstellt und dann auf der Baustelle innerhalb kürzester Zeit zusammengesetzt. Für Hausbauer, die Planungssicherheit brauchen und relativ schnell in ihre eigenen vier Wände ziehen möchten, ist diese Hausbauart definitiv eine gute und praktische Wahl.
Bei den Rohstoffen handelt es sich meistens um Holz, die für die Anfertigung der verschiedenen Einzelelemente verwendet werden. Mittlerweile haben Sie als Bauherr aber auch die Möglichkeit, das Holz mit anderen Baustoffen wie Beton oder Leichtbeton zu mischen, damit das Fertighaus massiver wird.
Auch wenn die Massivhaus-Art immer noch die bevorzugte Hausbauart in Deutschland ist, so gibt es immer mehr Haushalte, die sich beim Hausbau für die meist kostengünstigere Fertighaus-Variante entscheiden.
Was das Fertighaus neben den bekannten Merkmalen wie den niedrigen Baukosten und dem schnellen Bau außerdem ausmacht, sind die Haustechnik und die Energieeffizienz, die wir Ihnen im Folgenden gerne näher erläutern.

Haustechnik: Bei einem Fertighaus handelt es sich um eine moderne Bauweise. Da Sie sich als Bauherr ein Bauunternehmen aussuchen, das sich um die Planung, um die Herstellung, den Bau und weitere Services kümmert, sind nicht nur die einzelnen Rohbau-Elemente aufeinander abgestimmt, sondern auch die Haustechnik an sich. Das bedeutet, dass die Elektrik im Haus schon beim Hausbau bedacht wird, alles aus einer Hand stammt und an Photovoltaik (hier auf Photovoltaik verlinken), fortschrittliche Heizsysteme und vieles mehr gedacht wird.

Energieeffizienz: Heutzutage ist energieeffizientes Bauen nicht mehr wegzudenken. Das Thema Energiesparen ist in aller Munde – beim Bau eines Fertighauses ist es auch schon lange bekannt. Die moderne Bauweise der Fertighäuser impliziert diesen wichtigen Spareffekt. Schon alleine durch die Produktion der einzelnen Elemente wird gespart, da die Einzelteile passend angefertigt werden. Wenn Sie als Bauherr den Wunsch haben, aus dem Fertighaus ein Plusenergiehaus zu machen, dann haben Sie heutzutage ebenfalls die Möglichkeit dazu. Mehr zum Energie sparen und Energiesparhäusern erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Thema Energie.

Bau und Vorbereitung

Bauzeit

Egal ob es sich um ein Fertighaus oder Massivhaus handelt, eine pauschale Bauzeit für ein Haus gibt es nie. Nichtsdestotrotz ist der Bau eines Fertighauses definitiv kürzer und der Einzugstermin kann im Voraus sehr gut eingeplant werden, da der Bau witterungsunabhängig ist und man bspw. wegen eines enormen Wintereinbruchs nicht den ganzen Bau abbrechen muss.
Außerdem ist der Bau auf der Baustelle an sich von so kurzer Dauer, da die Handwerker sehr routiniert arbeiten und die vorher angefertigten Elemente schnell zusammenfügen können.

Wandelement Fertighaus wird angebracht
© benik.at/AdobeStock
Achtung: Diese schnelle Bauart kann jedoch auch zu schnellen Qualitätsverlusten führen. Informieren Sie sich zuvor also gut über das Bauunternehmen!

Musterhäuser

Sie wollen ein Fertighaus, sind sich aber über die Innenarchitektur unschlüssig? Sie möchten gerne sehen, was man alles aus den Fertigelementen erstellen kann? Dann statten Sie doch einem der vielen Musterhausparks einen Besuch ab und lassen Sie sich von den verschiedenen Haustypen und Inneneinrichtungen inspirieren. Mittlerweile gibt es unzählige Baufirmen mit Musterhausparks und Print- sowie Online-Musterhauskataloge, die Sie bei Ihrer Entscheidung für das richtige Eigenheim unterstützen können. Praktisch ist vor allen Dingen auch, dass Sie in solchen Musterhausparks sehen, was bei einem Fertighaus alles möglich ist und was nicht.

Ebenso können Sie sich da auch schon darüber informieren, ob individuelle Wünsche bezüglich der Bauweise und Innenarchitektur berücksichtigt werden können. Da es viele verschiedene Fertighausanbieter gibt, gibt es auch viele verschiedene Musterhausparks. Sicherlich ist auch einer bei Ihnen in der Nähe. Ein Besuch lohnt sich, um sich einen guten Überblick zu verschaffen, bevor es mit der konkreten Bauplanung losgeht.

Die Bauzeit kann zudem von verschiedenen Faktoren abhängig sein:

  • Größe des Gebäudes
  • Planung des Grundstücks
  • Bauart und Bauweisen
  • Individuelle Wünsche
  • Innen-ausstattung

Wenn Sie dennoch vorab ungefähr planen möchten, wie lange die Bauphase dauert, können Sie mit solchen Zeiten rechnen:

  • Planung: Je nach Ihren Wünschen kann es bis zu mehreren Wochen dauern.
  • Baugenehmigung: Von zwei Wochen bis zu drei Monaten
  • Herstellung: Je nachdem, ob Sie sich für einen Keller oder nur eine Bodenplatte entscheiden, dauert es zwei bis fünf Wochen.
  • Rohbau: Auf der Baustelle angekommen, dauert der Bau und das Zusammenfügen der Elemente nicht länger als ein bis drei Tage.
  • Innenausbau: Je nachdem, wie aufwendig die Innenarchitektur und Ihre persönlichen Wünsche sind, dauert der Ausbau acht bis zwölf Wochen.

Die einzelnen Bauzeiten der Bauphasen eines Fertighauses können also unterschiedlicher nicht sein. Manche dauern etwas länger, andere sind wiederum sehr kurz. Es kann immer zu Verzögerungen kommen. Jedoch lässt sich insgesamt feststellen, dass der Bau nicht länger als mehrere Monate geht und Sie vom Tag der Entscheidung zum Fertighaus bis zur Einweihungsfeier definitiv nicht länger als ein Jahr brauchen.

Schritt: 1 Produktion

Holzbretter in Produktionshalle gelagert
© dragoncello/AdobeStock

Schritt 2: Bauphase

Wand mit Fenstern hängt am Kran
© manfredxy/AdobeStock

Schritt 3: Bezugsfertig

Modernes Fertighaus in Schneelandschaft
© Ekely/istock

Vorteile und Nachteile eines Fertighauses

Vorteile

Schnelle Bauzeit: Die Zeit ist definitiv ein Vorteil beim Fertighaus. Die Herstellung der verschiedenen Hauselemente in den Produktionshallen dauert nicht mehr als ein paar Wochen. Der Rohbau auf der Baustelle ist binnen ein paar Tagen erledigt. Längere Trockungszeiten fallen demnach auch weg.

Planbarkeit: Innerhalb weniger Monate können Sie Besitzer eines Fertighauses sein. Wie das Haus aussehen soll, können Sie exakt planen und sich schon vorab in Musterhausparks darüber informieren. Somit haben Sie eine hohe Sicherheit bei der Planung Ihres Eigenheims.

Ein Ansprechpartner: Das Unternehmen, das sich um den Bau Ihres Fertighauses kümmert, ist für Sie der einzige Ansprechpartner. Somit haben Sie immer einen guten Überblick über alle Belange und erhalten auch meistens Unterstützung von dieser Baufirma, wenn es um Themen wie die Finanzierung oder die Suche nach dem geeigneten Grundstück geht.

Hohe Energieeffizienz: Neue, moderne Fertighäuser werden als Energiesparhäuser gebaut. Sie verfügen also automatisch über eine sehr effiziente und gute Dämmung.

Witterungsunabhängig: Fertighäuser können bei Wind und Wetter aufgebaut werden. Einen starken Sturm sollte es natürlich nicht geben, aber da die Bauteile vorab in Industriehallen erstellt worden sind, muss auf der Baustelle nicht mehr viel montiert und hergestellt werden.

Niedrige Baukosten: Im Vergleich zu einem Massivhaus kann ein Fertighaus günstig sein. Da die Einzelteile vorab in einer Produktionshalle hergestellt wurden, fallen keine hohen Baukosten an. Ebenso wird viel an Zeit gespart, da die Elemente schnell aufgebaut werden und somit auch kaum Mitarbeiterkosten anfallen.

Nachteile

Niedriger Wiederverkaufswert:Im Gegensatz zu Massivhäusern haben Fertighäuser einen geringeren Wert. Die Häuser halten aufgrund der Bautechnik nicht so lange wie die aus Stein und Beton bestehenden Massivhäuser. Die Qualität verbessert sich zwar stetig, hat den Standard von Massivhäusern allerdings noch nicht erreicht.

Kaum Gestaltungsmöglichkeiten: In Sachen Individualität hat man beim Fertighaus weniger Spielraum. Natürlich kann man seine individuellen Wünsche bei der Herstellung angeben, allerdings besteht der Großteil aus Standard-Elementen. Inspirationen können Sie sich in Musterhäusern einholen.

Wärmespeicherung sehr gering: Da bei Fertighäusern meist Holzkonstruktionen für die Wandelemente verwendet werden, können die Wände nicht so viel Wärme speichern, wie die dicken Betonwände bei Massivhäusern. Somit ist es im Sommer schneller wärmer und im Winter wiederum schnell kühl.

Schlechterer Schallschutz: Unter den dünnen Wänden können auch die Isolierung und der Schallschutz im Haus leiden. Je nach Anfertigung der Wände wird der Schall nicht so gedämpft wie in Häusern aus Stein. Wenn Ihre Wände nur aus Holz produziert wurden, ist der schlechtere Schallschutz natürlich höher als bei Wänden, die aus einer Mischung aus Beton und Holz hergestellt wurden. Überlegen Sie sich also bei der Planung gut, aus welchen Rohstoffen die Elemente bestehen sollen.

Vergleich Fertighaus und Massivhaus: Was sind die wesentlichen Unterschiede?

Fertighaus Massivhaus
Bauzeit
kurz
lang
Kosten
gering, oftmals fixe Kosten
abhängig von Leistungen, hoch
Individuelle Gestaltung
eingeschränkt
individuell gestaltbar
Wärmedämmung
nur bei energieeffizienten Fertighäusern
ausgeglichenes Raumklima
Besichtigung
Besichtigung Musterhaus-Park
in der Regel nicht möglich

Fazit

Das Fertighaus eignet sich als Eigenheim, wenn Sie nicht lange auf Ihre eigenen vier Wände warten möchten, sondern relativ schnell und kostengünstig umziehen wollen. Die verschiedenen vorhandenen Musterhäuser ermöglichen Ihnen eine große Auswahl aus modernen, energieeffizienten Elementen. Wenn Sie Kosten sparen wollen, treffen Sie mit dem Fertighaus die richtige Wahl. Allerdings sollten Sie auch hier Zusatzleistungen und und Kosten einplanen, wenn Sie viele individuelle Wünsche haben, die beim Bau umgesetzt werden sollen. Wägen Sie also selbst ab, ob Sie die schnelle, sichere Variante eines Hausbaus bevorzugen, oder vielleicht doch ein Haus bauen (lassen) möchten, welches individueller ist und eine hohe Wertbeständigkeit hat, weil Sie dort lange leben möchten. Sollten Sie sich noch unsicher sein, können Sie sich hier in unserem Ratgeber über Massivhäuser informieren.

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