Fertighaus – Die schnelle Art, ein Haus zu bauen

Ein Fertighaus ist schnell gebaut, kostengünstig und energieeffizient. Möchtest du für den Bau nicht viel Zeit verlieren und so schnell wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen? Dann ist ein Fertighaus das Richtige für dich. Hier findest du Informationen und Tipps rund um den Ablauf des Baus, die richtige Planung sowie Vor- und Nachteile zum Fertighaus.

Ein modernes Fertighaus umgeben von Bäumen.
© detailfoto/AdobeStock

In aller Kürze

  • Die Bauteile eines Fertighauses werden in Produktionshallen gefertigt und anschließend auf der Baustelle zusammengesetzt.
  • Der Bau dauert in der Regel maximal 1 Jahr.
  • In Musterhausparks kannst du verschiedene Haustypen und Inneneinrichtungen begutachten und dein Wunschhaus planen.
  • Vorteile: schneller Bau, niedrige Baukosten, hohe Energieeffizienz
  • Nachteile: wenig Gestaltungsspielraum, niedriger Wiederverkaufswert und schlechter Schallschutz

Was ist ein Fertighaus?

Icon Kalender
Schneller Bau
Icon Sparschwein
Niedrige Baukosten
Icon Energieeffizienz
Energieeffiziente Haustechnik

Fertighäuser bestehen aus einzelnen Bauteilen z.B. Wände, Decken und Bodenelemente. Diese werden vorab in Produktionshallen gebaut und dann nach dem Baukastenprinzip auf der Baustelle innerhalb kürzester Zeit zusammengesetzt. Meistens wird Holz, Beton oder Leichtbeton eingesetzt. Insbesondere durch den Einsatz von Beton wird das Fertighaus massiver. Bei der modernen Fertighaus-Bauweise suchst du dir ein Bauunternehmen aus, das sich um die Planung, Herstellung, Bau und weitere Services kümmert.

Der Bau in 5 Schritten

1. Modell auswählen im Musterhauspark

Du willst ein Fertighaus, bist dir aber über die Architektur unschlüssig? Viele Fertighausanbieter bieten Musterhausparks und Print- sowie Online-Musterhauskataloge, die dich bei deiner Entscheidung für das richtige Eigenheim unterstützen können. Vor Ort kannst du dir verschiedene Modelle ansehen und dich darüber informieren, was bei der Außen-und Innenarchitektur deines Fertighauses alles möglich ist. Mit einer schnellen Online-Recherche findest du Musterhausparks in deiner Nähe. Ein Besuch lohnt sich, um sich einen guten Überblick zu verschaffen, bevor es mit der konkreten Bauplanung losgeht.

2. Es geht los: Die Bauplanung

Die Bauplanung kann je nach deinen Wünschen bis zu mehreren Wochen dauern. Dabei wird der Zeitplan für den gesamten Hausbau festgelegt. Mit den fertigen Bauplänen wird dann die Baugenehmigung beantragt. Bis die fertig ist, kann es zwei Wochen bis zu drei Monate dauern. Hier ist Geduld gefragt!

Auf dem Bauplan eines Fertighauses liegt ein Bleistift.
© Daniela Stärk/AdobeStock

3. In der Werkshalle werden die Einzelteile gefertigt

Alle für dein Wunschhaus benötigten Teile werden in der Produktionshalle gefertigt. Dies dauert mehrere Wochen und ist insbesondere davon abhängig, wie viele Einzelteile gefertigt werden müssen. Fertighäuser kannst du mit oder ohne Keller planen. Wenn du dich für einen Keller anstatt einer einfachen Bodenplatte entscheidest, ist der Bau natürlich aufwendiger.

Holzlatten in einer Lagerhalle.
© dragoncello/AdobeStock

4. Baustart: Das Fertighaus wird zusammengesetzt

Der Bau startet: Die Bauteile werden mit LKWs auf die Baustelle gebracht. An Ort und Stelle werde die Teile bei der so genannten “Hausstellung” zusammengesetzt. Der Bauplan enthält die Anleitung für alle Montageschritte. Zuerst wird die Bodenplatte oder der Keller verbaut, anschließend die Wände aufgesetzt und zum Schluss das Dach angebracht. In nur wenigen Tagen steht auf deinem Grundstück dann schon das ausbaufertige Haus.

Wandelement Fertighaus wird angebracht
© benik.at/AdobeStock

5. Letzter Schritt: Der Innenausbau

Nun beginnt der Innenausbau deines Hauses: Es entstehen Zimmer. Je nachdem, wie aufwendig die Innenarchitektur und deine persönlichen Wünsche sind, dauert der Ausbau etwa acht bis zwölf Wochen. Was passiert genau beim Innenausbau?

  • Die Elektronik wird installiert, dazu gehören auch Kabel und weitere Anschlüsse.
  • Heizungssystem, Wasser-, Kanal- und Gasanschlüsse werden angeschlossen.
  • Der Estrich wird verlegt.
  • Dein Wunschboden wird verlegt und Wände und Decken bekleidet.
  • Treppen und Geländer werden eingebaut.
  • Die Wände werden tapeziert und gestrichen.
  • Im Bad und in der Küche werden Fliesen verlegt.
  • Die Innentüren und Einbaumöbel werden geschreinert.

Wie lange dauert der Bau eines Fertighauses?

Egal ob es sich um ein Fertighaus oder Massivhaus handelt, eine pauschale Bauzeit für ein Haus gibt es nie. Nichtsdestotrotz ist der Bau eines Fertighauses definitiv kürzer und der Einzugstermin kann im Voraus sehr gut eingeplant werden. Denn: der Bau ist witterungsunabhängig und man muss wegen eines Wintereinbruchs nicht den ganzen Bau abbrechen. Außerdem ist der Bau auf der Baustelle an sich von so kurzer Dauer, da die Handwerker:innen sehr routiniert arbeiten und die vorher angefertigten Elemente schnell zusammenfügen können. Die Bauzeit kann zudem von verschiedenen Faktoren abhängig sein:

  • Größe des Gebäudes
  • Planung des Grundstücks
  • Bauart und Bauweisen
  • Individuelle Wünsche
  • Innenausstattung

Die einzelnen Bauzeiten der Bauphasen eines Fertighauses können unterschiedlich lang sein. Zusätzlich kann es natürlich immer zu ungeplanten Verzögerungen kommen. Der Bau wird jedoch nicht länger als mehrere Monate dauern. Vom Tag der Entscheidung bis zum bezugsfertigen Fertighaus vergeht in der Regel maximal ein Jahr.

Achtung:

Die schnelle Bauart kann schnell zu Qualitätsverlusten führen. Informiere dich also vorab gut über das Bauunternehmen, das du beauftragen möchtest. Lass dir am besten Unternehmen empfehlen, mit denen andere bereits gute Erfahrungen gemacht haben und prüfe, ob das Unternehmen einen seriösen Eindruck macht.

Vorteile und Nachteile eines Fertighauses

Was für oder gegen ein Fertighaus spricht, haben wir hier für dich gesammelt:

Vorteile

Die Zeit ist definitiv ein Vorteil beim Fertighaus. Die Herstellung der verschiedenen Hauselemente in den Produktionshallen dauert nicht mehr als ein paar Wochen. Der Rohbau auf der Baustelle ist binnen ein paar Tagen erledigt. Längere Trocknungszeiten fallen demnach auch weg.
Innerhalb weniger Monate kannst du Eigentümer:in eines Fertighauses sein. Wie das Haus aussehen soll, kannst du exakt planen und dich schon vorab in Musterhausparks darüber informieren. Somit hast du eine hohe Sicherheit bei der Planung deines Eigenheims.
Das von dir beauftragte Unternehmen ist für dich der einzige Ansprechpartner. Somit hast du immer einen guten Überblick über alle Belange. Auch bei Themen wie Finanzierung oder Grundstückssuche erhältst du meistens Unterstützung von der Baufirma.
Moderne Fertighäuser werden als Energiesparhäuser geplant und gebaut. Bei der energieeffizienten Bauweise wird von Beginn an auf eine effiziente und gute Dämmung geachtet. Außerdem werden Photovoltaikanlagen und fortschrittliche Heizsysteme mit eingeplant. Mehr zum Energie sparen und Energiesparhäusern erfährst du in unserem Ratgeber zum Thema Energie.
Fertighäuser können bei Wind und Wetter aufgebaut werden. Einen starken Sturm sollte es natürlich nicht geben. Aber da die Bauteile vorab in Industriehallen erstellt worden sind, muss auf der Baustelle nicht mehr viel montiert und hergestellt werden.
Im Vergleich zu einem Massivhaus kann ein Fertighaus günstig sein. Durch die standardisierten Bauteile, fallen keine hohen Baukosten an. Ebenso wird viel an Zeit gespart, da die Elemente schnell aufgebaut werden und somit auch wenige Kosten für die Fachkräfte auf der Baustelle anfallen.
Die dünnen Wände nehmen nicht viel Platz ein und ermöglicht daher deutlich mehr Nutzfläche als beispielsweise bei einem Massivhaus.

Nachteile

Im Gegensatz zu Massivhäusern haben Fertighäuser einen geringeren Wert. Die Häuser halten aufgrund der Bautechnik nicht so lange wie die aus Stein und Beton bestehenden Massivhäuser. Die Qualität verbessert sich zwar stetig, hat den Standard von Massivhäusern allerdings noch nicht erreicht.
In Sachen Individualität hast du beim Fertighaus weniger Spielraum. Natürlich kannst du deine Wünsche bei der Herstellung angeben, allerdings besteht der Großteil aus Standard-Elementen. Inspirationen kannst du dir in Musterhäusern holen.
Da bei Fertighäusern meist Holzkonstruktionen für die Wandelemente verwendet werden, können die Wände nicht so viel Wärme speichern wie die dicken Betonwände bei Massivhäusern. Somit ist es im Sommer schneller wärmer und im Winter wiederum schnell kühl.
Unter den dünnen Wänden können auch die Isolierung und der Schallschutz im Haus leiden. Je nach Anfertigung der Wände wird der Schall nicht so gedämpft wie in Häusern aus Stein. Wenn deine Wände nur aus Holz produziert wurden, ist der schlechtere Schallschutz natürlich höher als bei Wänden, die aus einer Mischung aus Beton und Holz hergestellt wurden. Überlege dir also bei der Planung gut, aus welchen Rohstoffen die Elemente bestehen sollen.

Vergleich Fertighaus und Massivhaus: Was sind die wesentlichen Unterschiede?

Bauzeitkurzlang
Kostengering, oftmals fixe Kostenabhängig von Leistungen, hoch
Individuelle Gestaltung eingeschränkt individuell gestaltbar
Wärmedämmungnur bei energieeffizienten Fertighäusern ausgeglichenes Raumklima
Besichtigung Besichtigung Musterhaus-Park in der Regel nicht möglich

Vergleich Fertighaus und Massivhaus: Was sind die wesentlichen Unterschiede?

  • Bauzeit
    • Fertighaus: kurz
    • Massivhaus: lang
  • Kosten
    • Fertighaus: gering, oftmals fixe Kosten
    • Massivhaus: abhängig von Leistungen, hoch
  • Individuelle Gestaltung
    • Fertighaus: eingeschränkt
    • Massivhaus: individuell gestaltbar
  • Wärmedämmung
    • Fertighaus: nur bei energieeffizienten Fertighäusern
    • Massivhaus: ausgeglichenes Raumklima
  • Besichtigung
    • Fertighaus: Besichtigung Musterhaus-Park
    • Massivhaus: in der Regel nicht möglich
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Du interessierst dich für ein bereits gebautes Fertighaus?

Wichtige Fragen schnell beantwortet

Kaufkosten für das Fertighaus: Je nach Ausbaustufe mind. 100.000 bis 150.000 €.
Kaufnebenkosten (Maklergebühren, Notarkosten etc.): ca. 10% des Kaufpreises
Kosten für vorbereitende Arbeiten (Erschließung, Erdarbeiten etc.): ca. 30.000 € - 60.000 €
Nebenkosten (z.B. für Versicherungen): ca. 2.000 € - 7.000 €
Fertighäuser gibt es in 3 Ausbaustufen:
  1. Bausatzhaus: Du bekommst nur den Rohbau hingestellt und musst alle weiteren Arbeiten zusätzlich organisieren. Bausatzhäuser gibt es für ca. 100.000 €.
  2. Ausbauhaus: Hier fehlt lediglich der Innenausbau, also u.a. Türen, Estrich, Treppen, Elektronik. Ausbauhäuser gibt es ab ca. 125.000 €
  3. Schlüsselfertiges Haus: Hier fehlen noch Innenarbeiten, wie das Tapezieren, Streichen oder die Einbauküche. Schlüsselfertig bekommst du ein Fertighaus ab ca. 150.000 €.
Die Bezahlung erfolgt in der Regel gestaffelt in Teilen bei Vertragsschluss (ca. 40 %), nach dem Zusammenbau des Hauses (ca. 50 %) und bei der Übergabe (ca. 10 %).
Bei der Fertigung eines Fertighauses wird von Beginn an auf eine brandsichere Bauweise geachtet. Bauteile und Baustoffe werden dazu in verschiedene Feuerwiderstandsklassen eingeteilt. Dies sollte man bei der Auswahl der Rohstoffe berücksichtigen. Prinzipiell besteht keine grundlegend höhere Brandgefahr als bei anderen Bauweisen.
Einschränkungen bei der Größe des Fertighauses gibt es kaum. Es ist jedoch sinnvoll, die geplante Größe am tatsächlichen Bedarf der zukünftigen Bewohner:innen zu auszurichten und nicht überdimensioniert zu planen.
Musterhäuser bestehen aus vielen verschiedenen Elementen. Bei der Planung des eigenen Fertighauses können einzelne Elemente daher problemlos entfernt, ergänzt oder ersetzt werden. Nach Fertigstellung des Bauplanes sind jedoch in der Regel keine Änderungen mehr möglich.
Das ist definitiv möglich und wird auch häufig so gemacht. Voraussetzung ist jedoch, dass die Statik des Kellers geprüft wurde.
Die notwendige Beschaffenheit richtet sich nach dem geplanten Bauvorhaben. Daher sollte vor Baubeginn zunächst ein Bodengutachten erstellt werden, um zu überprüfen, ob das Fertighaus auf dem Grund wie geplant umgesetzt werden kann.

Überprüft wird dabei, ob…
  • ...die Voraussetzungen für einen Kellerbau gegeben sind. Das hängt davon ab, in welcher Tiefe sich das Grundwasser befindet.
  • … die Tragfähigkeit des Bodens generell ausreichend ist.
  • ...der Boden eben ist oder teilweise geebnet werden muss.
  • ...der Boden steinig ist und für den Aushub, also das Ausheben der Baugrube, Zusatzkosten eingeplant werden müssen.
  • ...sonstige Altlasten vorliegen, z.B. Verunreinigungen im Boden.

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