Fertighaus – Die schnelle Art, ein Haus zu bauen

Wenn sich der langersehnte Traum vom Eigenheim verwirklichen soll, müssen bis zum Einzug viele Dinge geklärt werden. Das Wichtigste dabei ist die Entscheidung, welche Hausbauart es werden soll. Möchtest du für den Bau nicht viel Zeit verlieren und möglichst bald in den eigenen vier Wänden wohnen? Dann solltest du dich für ein Fertighaus entscheiden. Alle nötigen Tipps, Informationen zur Bauzeit und Planung sowie Vor- und Nachteile zum Fertighaus erfährst du hier in unserem Ratgeber.

Lesedauer: 6 Minuten

Zwei Fertighäuser
© wakila/istock

In aller Kürze

  • Die Einzelteile eines Fertighauses werden in Produktionshallen erstellt und auf der Baustelle zusammengesetzt.
  • Niedrige Baukosten, schneller Bau, moderne Haustechnik und die Energieeffizienz
  • In Musterhausparks kannst du die verschiedenen Haustypen und Inneneinrichtungen begutachten.

Was ist ein Fertighaus?

Ein Fertighaus ist ein Wohnhaus, welches aus verschiedenen Einzelteilen besteht. Diese einzelnen Bauteile – Wände, Decken- und Bodenelemente – werden zuvor in Produktionshallen erstellt und dann auf der Baustelle innerhalb kürzester Zeit zusammengesetzt. Für Hausbauer, die Planungssicherheit brauchen und relativ schnell in ihre eigenen vier Wände ziehen möchten, ist diese Hausbauart definitiv eine gute und praktische Wahl.
Bei den Rohstoffen handelt es sich meistens um Holz, die für die Anfertigung der verschiedenen Einzelelemente verwendet werden. Mittlerweile hast du als Bauherr aber auch die Möglichkeit, das Holz mit anderen Baustoffen wie Beton oder Leichtbeton zu mischen, damit das Fertighaus massiver wird.
Auch wenn die Massivhaus-Art immer noch die bevorzugte Hausbauart in Deutschland ist, so gibt es immer mehr Haushalte, die sich beim Hausbau für die meist kostengünstigere Fertighaus-Variante entscheiden.
Was das Fertighaus neben den bekannten Merkmalen wie den niedrigen Baukosten und dem schnellen Bau außerdem ausmacht, sind die Haustechnik und die Energieeffizienz, die wir dir im Folgenden gerne näher erläutern.

Haustechnik: Bei einem Fertighaus handelt es sich um eine moderne Bauweise. Da du dir als Bauherr ein Bauunternehmen aussuchst, das sich um die Planung, um die Herstellung, den Bau und weitere Services kümmert, sind nicht nur die einzelnen Rohbau-Elemente aufeinander abgestimmt, sondern auch die Haustechnik an sich. Das bedeutet, dass die Elektrik im Haus schon beim Hausbau bedacht wird, alles aus einer Hand stammt und an Photovoltaik, fortschrittliche Heizsysteme und vieles mehr gedacht wird.

Energieeffizienz: Heutzutage ist energieeffizientes Bauen nicht mehr wegzudenken. Das Thema Energiesparen ist in aller Munde – beim Bau eines Fertighauses ist es auch schon lange bekannt. Die moderne Bauweise der Fertighäuser impliziert diesen wichtigen Spareffekt. Schon alleine durch die Produktion der einzelnen Elemente wird gespart, da die Einzelteile passend angefertigt werden. Wenn du den Wunsch hast, aus dem Fertighaus ein Plusenergiehaus zu machen, dann hast du heutzutage ebenfalls die Möglichkeit dazu. Mehr zum Energie sparen und Energiesparhäusern erfährst du in unserem Ratgeber zum Thema Energie.

Bau und Vorbereitung

Bauzeit

Egal ob es sich um ein Fertighaus oder Massivhaus handelt, eine pauschale Bauzeit für ein Haus gibt es nie. Nichtsdestotrotz ist der Bau eines Fertighauses definitiv kürzer und der Einzugstermin kann im Voraus sehr gut eingeplant werden, da der Bau witterungsunabhängig ist und man bspw. wegen eines enormen Wintereinbruchs nicht den ganzen Bau abbrechen muss.
Außerdem ist der Bau auf der Baustelle an sich von so kurzer Dauer, da die Handwerker sehr routiniert arbeiten und die vorher angefertigten Elemente schnell zusammenfügen können.

Wandelement Fertighaus wird angebracht
© benik.at/AdobeStock
Achtung: Diese schnelle Bauart kann jedoch auch zu schnellen Qualitätsverlusten führen. Informiere dich sich zuvor also gut über das Bauunternehmen!

Musterhäuser

Du willst ein Fertighaus, bist dir aber über die Innenarchitektur unschlüssig? Du möchtest gerne sehen, was man alles aus den Fertigelementen erstellen kann? Dann statte doch einem der vielen Musterhausparks einen Besuch ab und lass dich von den verschiedenen Haustypen und Inneneinrichtungen inspirieren. Mittlerweile gibt es unzählige Baufirmen mit Musterhausparks und Print- sowie Online-Musterhauskataloge, die dich bei deiner Entscheidung für das richtige Eigenheim unterstützen können. Praktisch ist vor allen Dingen auch, dass du in solchen Musterhausparks siehst, was bei einem Fertighaus alles möglich ist und was nicht.

Ebenso kannst du dich darüber informieren, ob individuelle Wünsche bezüglich der Bauweise und Innenarchitektur berücksichtigt werden können. Da es viele verschiedene Fertighausanbieter gibt, gibt es auch viele verschiedene Musterhausparks. Sicherlich ist auch einer in deiner Nähe. Ein Besuch lohnt sich, um sich einen guten Überblick zu verschaffen, bevor es mit der konkreten Bauplanung losgeht.

Die Bauzeit kann zudem von verschiedenen Faktoren abhängig sein:

  • Größe des Gebäudes
  • Planung des Grundstücks
  • Bauart und Bauweisen
  • Individuelle Wünsche
  • Innen-ausstattung

Wenn du dennoch vorab ungefähr planen möchtest, wie lange die Bauphase dauert, kannst du mit solchen Zeiten rechnen:

  • Planung: Je nach deinen Wünschen kann es bis zu mehreren Wochen dauern.
  • Baugenehmigung: Von zwei Wochen bis zu drei Monaten
  • Herstellung: Je nachdem, ob du dich für einen Keller oder nur eine Bodenplatte entscheidest, dauert es zwei bis fünf Wochen.
  • Rohbau: Auf der Baustelle angekommen, dauert der Bau und das Zusammenfügen der Elemente nicht länger als ein bis drei Tage.
  • Innenausbau: Je nachdem, wie aufwendig die Innenarchitektur und deine persönlichen Wünsche sind, dauert der Ausbau acht bis zwölf Wochen.

Die einzelnen Bauzeiten der Bauphasen eines Fertighauses können also unterschiedlicher nicht sein. Manche dauern etwas länger, andere sind wiederum sehr kurz. Es kann immer zu Verzögerungen kommen. Jedoch lässt sich insgesamt feststellen, dass der Bau nicht länger als mehrere Monate geht und du vom Tag der Entscheidung zum Fertighaus bis zur Einweihungsfeier definitiv nicht länger als ein Jahr brauchst.

Schritt: 1 Produktion

Holzbretter in Produktionshalle gelagert
© dragoncello/AdobeStock

Schritt 2: Bauphase

Wand mit Fenstern hängt am Kran
© manfredxy/AdobeStock

Schritt 3: Bezugsfertig

Modernes Fertighaus in Schneelandschaft
© Ekely/istock

Vorteile und Nachteile eines Fertighauses

Vorteile

Schnelle Bauzeit: Die Zeit ist definitiv ein Vorteil beim Fertighaus. Die Herstellung der verschiedenen Hauselemente in den Produktionshallen dauert nicht mehr als ein paar Wochen. Der Rohbau auf der Baustelle ist binnen ein paar Tagen erledigt. Längere Trockungszeiten fallen demnach auch weg.

Planbarkeit: Innerhalb weniger Monate kannst du Besitzer eines Fertighauses sein. Wie das Haus aussehen soll, kannst du exakt planen und dich schon vorab in Musterhausparks darüber informieren. Somit hast du eine hohe Sicherheit bei der Planung deines Eigenheims.

Ein Ansprechpartner: Das Unternehmen, das sich um den Bau deines Fertighauses kümmert, ist für dich der einzige Ansprechpartner. Somit hast du immer einen guten Überblick über alle Belange und erhältst auch meistens Unterstützung von dieser Baufirma, wenn es um Themen wie die Finanzierung oder die Suche nach dem geeigneten Grundstück geht.

Hohe Energieeffizienz: Neue, moderne Fertighäuser werden als Energiesparhäuser gebaut. Sie verfügen also automatisch über eine sehr effiziente und gute Dämmung.

Witterungsunabhängig: Fertighäuser können bei Wind und Wetter aufgebaut werden. Einen starken Sturm sollte es natürlich nicht geben, aber da die Bauteile vorab in Industriehallen erstellt worden sind, muss auf der Baustelle nicht mehr viel montiert und hergestellt werden.

Niedrige Baukosten: Im Vergleich zu einem Massivhaus kann ein Fertighaus günstig sein. Da die Einzelteile vorab in einer Produktionshalle hergestellt wurden, fallen keine hohen Baukosten an. Ebenso wird viel an Zeit gespart, da die Elemente schnell aufgebaut werden und somit auch kaum Mitarbeiterkosten anfallen.

Nachteile

Niedriger Wiederverkaufswert:Im Gegensatz zu Massivhäusern haben Fertighäuser einen geringeren Wert. Die Häuser halten aufgrund der Bautechnik nicht so lange wie die aus Stein und Beton bestehenden Massivhäuser. Die Qualität verbessert sich zwar stetig, hat den Standard von Massivhäusern allerdings noch nicht erreicht.

Kaum Gestaltungsmöglichkeiten: In Sachen Individualität hat man beim Fertighaus weniger Spielraum. Natürlich kann man seine individuellen Wünsche bei der Herstellung angeben, allerdings besteht der Großteil aus Standard-Elementen. Inspirationen kannst du dir in Musterhäusern einholen.

Wärmespeicherung sehr gering: Da bei Fertighäusern meist Holzkonstruktionen für die Wandelemente verwendet werden, können die Wände nicht so viel Wärme speichern, wie die dicken Betonwände bei Massivhäusern. Somit ist es im Sommer schneller wärmer und im Winter wiederum schnell kühl.

Schlechterer Schallschutz: Unter den dünnen Wänden können auch die Isolierung und der Schallschutz im Haus leiden. Je nach Anfertigung der Wände wird der Schall nicht so gedämpft wie in Häusern aus Stein. Wenn deine Wände nur aus Holz produziert wurden, ist der schlechtere Schallschutz natürlich höher als bei Wänden, die aus einer Mischung aus Beton und Holz hergestellt wurden. Überlege dir also bei der Planung gut, aus welchen Rohstoffen die Elemente bestehen sollen.

Vergleich Fertighaus und Massivhaus: Was sind die wesentlichen Unterschiede?

Fertighaus Massivhaus
Bauzeit
kurz
lang
Kosten
gering, oftmals fixe Kosten
abhängig von Leistungen, hoch
Individuelle Gestaltung
eingeschränkt
individuell gestaltbar
Wärmedämmung
nur bei energieeffizienten Fertighäusern
ausgeglichenes Raumklima
Besichtigung
Besichtigung Musterhaus-Park
in der Regel nicht möglich

Fazit

Das Fertighaus eignet sich als Eigenheim, wenn du nicht lange auf die eigenen vier Wände warten möchtest, sondern relativ schnell und kostengünstig umziehen willst. Die verschiedenen vorhandenen Musterhäuser ermöglichen eine große Auswahl aus modernen, energieeffizienten Elementen. Wenn du Kosten sparen willst, triffst du mit dem Fertighaus die richtige Wahl. Allerdings solltest du auch hier Zusatzleistungen und Kosten einplanen, wenn du viele individuelle Wünsche hast, die beim Bau umgesetzt werden sollen. Wäge also selbst ab, ob du die schnelle, sichere Variante eines Hausbaus bevorzugst, oder vielleicht doch ein Haus bauen (lassen) möchtest, welches individueller ist und eine hohe Wertbeständigkeit hat, weil du dort lange leben möchtest. Solltest du dir noch unsicher sein, kannst du dich hier in unserem Ratgeber über Massivhäuser informieren.

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