Das Einfamilienhaus – Traumhaus der Deutschen

Überraschenderweise träumen die meisten Deutschen nicht von einem Altbau, einer schicken Maisonette-Wohnung oder einem hochmodernen Loft. Das beliebteste Traumdomizil ist immer noch das bodenständige und konventionelle Einfamilienhaus.

Lesedauer: 8 Minuten

Illustration eines Einfamilienhauses mit Garten

In aller Kürze

  • Ferienhäuser zählen nicht zu den Einfamilienhäusern. Reihenhäuser und Doppelhaushälften können allerdings auch Einfamilienhäuser sein.
  • Keine Lärmbelästigung durch Nachbarn, viele freie Gestaltungsmöglichkeiten.
  • Aber auch langfristig höhere Unterhaltskosten als eine Wohnung.
  • Einfamilienhäuser gibt es in den verschiedensten Baustilen.
  • Energieverbrauch: Unterschiede zwischen Niedrigenergie-, Passiv- und Plusenergie- und Nullenergiehaus.

Was ist ein Einfamilienhaus?

Der Begriff Einfamilienhaus ist sehr weit gefasst. Denn ein Einfamilienhaus kann alles sein: ein Bungalow, ein energieeffizienter Neubau oder auch ein historisches Fachwerkhaus. Es eröffnet sich mit der Wahl eines Einfamilienhauses also ein breites Spektrum an Möglichkeiten.
Baurechtlich betrachtet lässt der Name Einfamilienhaus, wie man schon vermuten kann, auf ein Haus für eine Familie schließen. Es muss nicht zwangsläufig eine Familie darin wohnen, es muss sich aber zum dauerhaften Bewohnen eignen. Somit zählen beispielsweise Ferienhäuser nicht zu den Einfamilienhäusern. Reihenhäuser und Doppelhaushälften können allerdings auch Einfamilienhäuser sein.

Man kann also keine üblichen Merkmale festlegen, da das Einfamilienhaus viel Freiraum für Gestaltung bietet.

Vorteil: Freiheit und Unabhängigkeit

Wenn du vorher in einem Mehrfamilienhaus oder einer Wohnung gelebt hast, wird sich der Unterschied in einem Einfamilienhaus schnell bemerkbar machen: Es gibt keine Lärmbelästigung durch Nachbarn, viele freie Gestaltungsmöglichkeiten und am wichtigsten: das Gefühl der eigenen vier Wände. Das zukünftige Eigenheim bietet mehr Raum für Individualität, denn es gibt keinen Vermieter, der dir Vorgaben macht. In vielen Fällen ist auch ein Garten vorhanden, der dir mehr Freiraum bietet. Durch einen Dachboden oder einen Keller gibt es einen hohes Maß an Stauraum.

Nachteil: Höhere Kosten

Auch nach der größten Investition, nämlich dem Bau oder Kauf, bringt ein Einfamilienhaus auch langfristig höhere Unterhaltskosten mit sich als eine Wohnung. Es gibt durch die größere Fläche auch mehr Stellen, an denen die Energie entweichen kann, was abhängig von der Bauweise deutlich höhere Heizkosten als bei einer Wohnung bedeutet. Da du bei einem Kauf oder Bau eines Einfamilienhauses keinen Vermieter mehr hast, der sich um Reparaturen kümmert, musst du die Kosten selbst tragen.


Die verschiedenen Baustile

Einfamilienhäuser gibt es in den verschiedensten Baustilen. Der Kreativität sind beim Bau oder Kauf des Eigenheims kaum Grenzen gesetzt: Ob Reihenhaus, Doppelhaus oder freistehendes Haus. Vom hochmodernen Bauhauskubus, über das nordische Friesenhaus bis hin zum historischen Fachwerkhaus – all das ist möglich und sogar noch viel mehr. In Aussehen und Bauweise können sich Einfamilienhäuser deutlich unterscheiden. Man kann sich für ein nagelneues Heim oder ein Haus mit Geschichte entscheiden. Das hängt aber vom Budget und bei einem Neubau natürlich auch vom Bauplan ab.

Die beliebtesten Baustile:

Als eingeschossiges Gebäude gilt der Bungalow als besonders barrierefrei. Meist ist das Raumkonzept sehr offen und bietet daher viele Möglichkeiten der Gestaltung. Ein Bungalow vermittelt den Eindruck von Offenheit und Leichtigkeit.

Erfahre hier mehr über den Bungalow
Funktional, schlicht und ein klarer Grundriss stehen bei einem Einfamilienhaus im Bauhausstil im Fokus. Die Fassaden sind meist schlicht und es wird eine offene Raumgestaltung mit viel Glas möglich.
Ein Kompromiss zwischen Stadt und Land. Meist eignet sich der Baustil einer Stadtvilla, wenn das Haus auf einem weitläufigen Grundstück gebaut werden soll. Äußerlich entspricht sie einem typischen Land- oder Herrenhaus, das bedeutet einen großzügigen Grundriss sowie große und lichtdurchflutete Räume.
Einfamilienhaus im Landhausstil
© ralph-kelly/unsplash

Einteilung nach Energieverbrauch

Im Hinblick auf den Energieverbrauch unterscheiden sich die modernen Einfamilienhäuser. In der heutigen Zeit wird besonders aufs Energiesparen geachtet, daher werden die Häuser dementsprechend geplant und gebaut. Oftmals werden Bestandsimmobilien auch dahingehend saniert und umgerüstet, dass sie dem heutigen Standard für Energieffizienz entsprechen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Niedrigenergie-, Passiv- und Plusenergie- und Nullenergiehaus.

Niedrigenergiehaus:

Wie der Name schon sagt, ist der Energieverbrauch hier sehr niedrig. Das Niedrigenergiehaus ist in aller Munde. Im Grund ist jeder Neubau heute ein Niedrigenergiehaus, denn der international gängige Richtwert für den maximalen Heizwärmebedarf in einem Niedrigenergiehaus beträgt maximal 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter.

Hier findest du weitere Informationen zum Niedrigenergiehaus

Passivhaus:

In einem Passivhaus wird der Wärmebedarf so weit abgesenkt, dass die Beheizung allein mit der Luftmenge der kontrollierten Lüftung im Wohnraum möglich wird. Der Jahresheizwärmebedarf darf 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter nicht übersteigen. Wichtig ist eine kompakte Bauweise und eine luftdichte Gebäudehülle, die dafür sorgen, dass der Wärmeverlust von innen nach außen minimiert wird. Eine passive Nutzung der Sonnenenergie muss möglich sein, deshalb sollte das Gebäude dementsprechend ausgerichtet sein. Der Wärmebedarf kann durch die einfallende Sonne und die Abwärme von Personen und elektronischen Geräten im Haus gedeckt werden.

Hier erfährst du mehr über das Passivhaus

Plusenergiehaus:

Laut Definition ist das Plusenergiehaus ein Haus, das mehr Energie erzeugt, als die Bewohner für Warmwasserbereitung, Heizung, elektronische Geräte und die Beleuchtung verbrauchen. Du kannst also mit deinem Plusenergiehaus Strom erzeugen und selbst nutzen. Der Vorteil ist der aktive Beitrag zur Energiewende und die Unabhängigkeit von ständig steigenden Strompreisen.

Nullenergiehaus:

Bei einem Nullenergie enstpricht die produzierte Stromenergie dem Energieverbrauch eines Hauses. Das bedeutet, dass keine Fremdenergie für beispielsweise Heizung, Kühlung und Warmwasser benötigt wird. Wer an die Zukunft denkt und plant, sollte sich also auch mit Nullenergiehäusern befassen, denn sie gelten als Standard für energiesparendes Bauen und Leben.

Weitere Informationen zum Nullenergiehaus

Verschiedenen Unterarten des Einfamilienhauses

Ein Einfamilienhaus kannst du in der herkömmlichen Massivbauweise bauen oder auch als unkompliziertes und zeitsparendes Fertighaus. In der Stadt oder auf dem Land, als Doppelhaushälfte, Reihenhaus oder freistehendes Haus. Alle Möglichkeiten haben ihre individuellen Vor- und Nachteile und du solltest deine Entscheidung an deine Lebenssituation sowie Bedürfnisse anpassen.

Doppelhaushälfte:

In der Doppelhaushälfte genießt du die Vorzüge eines Einfamilienhauses, teilst dir aber eine Gebäudewand sowie die Grundstücksgrenze mit einem Nachbarn. Der Vorteil dieser geteilten Hauswand ist, dass es zu keinem Wärmeverlust kommt. Zudem besteht die gemeinsame Gebäudewand meist aus zwei direkt aneinander liegenden Außenwänden, was sich positiv auf Dämmung und Lärmschutz auswirkt. Auf der anderen Seite kann das Leben in einer Doppelhaushälfte auch schwierig werden, wenn du mit dem Nachbarn nicht so richtig grün bist.

Reihenhäuser
© acilo/iStock

Ein Reihenhaus bietet den Vorteil, dass durch die Wand, die mit dem Nachbarn geteilt wird, weniger Wärme verloren geht.


Reihenhaus:

Der Begriff beinhaltet das Hauptmerkmal des Reihenhauses: Es besteht aus einer Reihe einzelner Häuser. Diese sind ohne Zwischenraum aneinander gebaut. Es gibt aber normalerweise keinen Zugang zwischen den einzelnen Häusern, so wird die Privatsphäre der Bewohner gewahrt.

Mehr über das Reihenhaus

Freistehendes Haus:

Ein freistehendes Haus ist an keiner Seite an ein anderes Haus angebaut. Es steht auf einem Grundstück und es befinden sich mehrere Meter bis zum nächsten Domizil. In einem freistehenden Haus genießt du den Vorteil von Ruhe und Unabhängigkeit.


Ein freistehendes Haus bietet größere Gestaltungsfreiheit und mehr Möglichkeiten zur Entfaltung.


Freistehendes Haus mit Garten
© Mlenny/iStock

Wohnung oder Haus? – Was eignet sich besser?

Bevor du dir eine Immobilie anschaffst, steht natürlich eine grundsätzliche Entscheidung an. Soll es eine Wohnung oder ein Haus sein? Ein Haus bietet mehr Freiraum, bedeutet aber in der Regel auch mehr Betriebskosten. Eine Wohnung hingegen ist oftmals preiswerter, dafür lebt man mit vielen Nachbarn zusammen, die man sich leider nicht aussuchen kann.

Zunächst einmal solltest du deine eigene Lebenssituation berücksichtigen. Hast du Kinder? Bevorzugst du den urbanen oder eher den ländlichen Stil? Ein weiteres wichtiges Kriterium ist der Kaufpreis bzw. die Baukosten. Nicht immer ist die Wahl einer Mietwohnung die günstigere. Eine Eigentumswohnung in guter Stadtlage kann unter Umständen teurer sein als ein Einfamilienhaus auf dem Land.

Das Einfamilienhaus

Vorteile:

  • Mehr Abgeschiedenheit als bei einer Eigentumswohnung
  • Mehr persönlicher Freiraum und Individualität
  • Allgemeiner, stärkerer Wertzuwachs als bei einer Eigentumswohnung

Nachteile:

  • Höhere Anschaffungskosten
  • Höhere Bewirtschaftungskosten
Einfamilienhaus in nordischem Look
© rowan-heuvel/unsplash

Die Eigentumswohnung

Vorteile:

  • Wohnen im Stadtzentrum möglich
  • Günstiger in der Anschaffung als ein Einfamilienhaus
  • Instandhaltung der Wohnung durch Hausmeister/Verwalter
  • Keine Bauplatzsuche

Nachteile:

  • Oftmals geringerer Wertzuwachs als bei einem Einfamilienhaus
  • Zusätzliche Kosten für Verwalter
  • Anonymität in Großwohnanlagen
  • Nachbarn, die man sich nicht aussuchen kann
  • Häufig kein Gartenanteil

Wichtige Aspekte beim Bau eines Einfamilienhauses

Natürlich gibt es keine exakte Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Bau des Eigenheims. Denn dieser ist stets von individuellen Bedürfnissen und Wünschen abhängig. Es gibt allerdings einige Dinge, die du beachten musst!

Das richtige Grundstück

Die meisten Menschen bauen nur einmal im Leben ein Haus. Umso wichtiger ist es, dass Entscheidungen, die sich langfristig auswirken, richtig getroffen werden. Darunter fällt neben dem Zuschnitt des Hauses in erster Linie auch die Lage des Grundstücks. Wenn du unschlüssig sein solltest, wohin du genau ziehen möchtest, solltest du dir folgende Fragen stellen:

  • Möchte ich zentral wohnen oder lieber etwas außerhalb?
  • Brauche ich eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel?
  • Bin ich in der Nähe meiner Arbeitsstätte?
  • Gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Apotheken in der Nähe?
  • Wie weit haben meine Kinder es zur Schule?
  • Bevorzuge ich eher ein Wohngebiet oder Neubaugebiet?

Vorsicht Nebenkosten!

Das eigene Budget ist für den Bau eines Eigenheims von sehr großer Bedeutung. Man sollte es niemals aus den Augen verlieren und immer genau kalkulieren und berechnen. Wichtig ist es, auch die Nebenkosten im Blick zu behalten:

  • Makler
  • Notarkosten
  • Gebühren des Grundbuchamts
  • Notarkosten
  • Grunderwerbsteuer

Baukredit

Den Kaufpreis oder die Baukosten für ein Haus aus dem Ersparten zu stemmen ist eine Seltenheit. Immobilien gelten als ideales Investment. Den Schritt zu wagen und ein Haus zu bauen setzt voraus, dass du das Vorhaben auch langfristig finanzieren kannst. Ohne genügend Eigenkapital muss ein Kredit her. Hier solltest du dich bei dem Anbieter deines Vertrauens genau informieren.

Keller?

Bevor du auf dem Grundriss die Zimmer zuschneidest, solltest du bedenken, wo Stauraum nötig ist und wie viel. Denn unumkehrbar ist die Entscheidung zum Keller. Meist befindet sich in diesem die Waschmaschine, die ganze Haustechnik sowie Anschlüsse und Zähler. Bedenke auch deine Zukunft: Sind Kinder in der Familie oder bist du in Planung? Gibt es viel Krimskrams, der Stauraum benötigt?

Garage und Vorplatz
© diego-rezende/unsplash

Architekt, Bauträger oder Fertighaus?

Du hast keine Zeit oder keine Freude an der Planungsarbeit für ein neues Eigenheim? Hier kommt der Architekt, Bauträger oder Fertighaus-Anbieter zum Einsatz. Bevor du dich an deinen Baupartner wendest, solltest du genau wissen, was du dir für dein Domizil wünschst und ein detailliertes Briefing abgeben.

Baustellenüberwachung

Bei jeder Baustelle wird auch ein Bauleiter benötigt. Es soll ja alles reibungslos laufen. Es ist ratsam, dass die Baumaßnahmen zusätzlich kontrolliert werden. Ziehe hier einen Bausachverständigen hinzu.

Garage und Carport

Mit dem neuen Eigenheim gibt es nun auch die Möglichkeit seinen eigenen Fahrzeugstellplatz zu sichern. Wer aus der Stadt kommt, kennt das Problem: Man kommt abends nach Hause und macht sich erstmal auf die Suche nach einem Parkplatz, der viel zu weit weg ist. Garage und Carport unterscheiden sich allerdings: Das Carport bietet Schutz vor Witterungseinflüssen, ist in der Regel aber nicht mehr als eine Überdachung ohne Wände und so ist das Auto im Winter den niedrigen Temperaturen ausgesetzt. Mit einer Garage hast du das Problem nicht, zusätzlich verfügst du über mehr Stauraum und kannst die Garage sogar beheizen. Es gibt zusätzlich die Möglichkeit die Beiträge für die Kfz-Steuer zu senken.

Mehr Infos rund um die Baufinanzierung findest du hier.

Lieber bauen oder kaufen?

Wenn du dich für ein Einfamilienhaus entschieden hast, stehst du vor der Frage, ob du es bauen oder kaufen möchtest. Für beide Varianten gibt es gute Argumente, aber auch Nachteile.

Neubau:

  • Einflussmöglichkeiten auf die Hausgestaltung
  • Einzug als Erstbewohner
  • Neueste Technik möglich
  • Hoher Energieeffizienzstandard
  • Standort frei wählbar
  • Ein getrennter Erwerb von Grundstück und Immobilie kann sich positiv auf die Grunderwerbsteuer auswirken
  • Ein Hausbau ist oft teurer
  • Viel Arbeit
  • Unvorhergesehene Ereignisse können eintreten (Bauverzögerungen)

Weitere Informationen zum Hausbau

Hauskauf:

  • Häufig günstiger als ein kompletter Neubau
  • Unkompliziertere und schnellere Abwicklung
  • Energieeffizienz ist durch Modernisierung möglich
  • Weniger Freiheiten in der Gestaltung
  • Verborgene und wertmindernde Umstände
  • Bei alten Gebäuden gegebenenfalls erhöhter Sanierungsbedarf

Zusammenfassung

Wie du dich nun entscheidest – ob Haus oder Eigentumswohnung, ob Kauf oder Neubau – hängt allein von deinen Bedürfnissen und Lebenssituation ab. Beide Varianten können ein Lebensprojekt werden, mit der richtigen Planung aber auch in kürzester Zeit ein gemütliches Heim in den eigenen vier Wänden bieten.


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